Urbane Lebensart auf dem Lande

Urbane Lebensart auf dem Lande

Die Pforte ist nur angelehnt und lädt dazu ein, hineinzugehen in die Ideenvielfalt eines urbanen Gartens.

(RG) Der Trend aus Großstädten hin zum urbanen Gärtnern ist auch in Erkrath bereits seit einiger Zeit im Gespräch, aber so recht kommt Urban Gardening in der Stadt nicht in Fahrt. Mit dem 'Asphalt-Garten‘ ist jetzt auf einem Teil des ehemaligen Parkplatzes des Kalksandsteinwerks in Bruchhausen ein idyllischer Mustergarten für Urban Gardening entstanden, der einen Treffpunkt für Jung und Alt zum gemeinsamen Pflanzen, Hochbeete Bauen und Fachsimpeln bietet. Nach getaner Gartenarbeit laden Gartenstühle und Bänke im und am Asphalt-Garten zum Verweilen und Genießen ein. Die Idee zum Gemeinschaftsgarten entstand schon 2015. Im letzten Jahr haben sich die ersten Menschen eingefunden, die sich beteiligen wollten. Unter der Leitung von Jens Reuker, Mitglied des Fördervereins, ist der Gartenzaun entstanden, der Einblicke offen lässt. Viele Stunden ehrenamtlicher Hilfe stecken in diesem Projekt und der Garten bietet noch Platz für weitere Hochbeete.

Im Naturschutzzentrum wird anschaulich demonstriert, wie viel urbanes Gärtnern sich auf einer vergleichsweise kleinen Fläche von rund 240 Quadratmeter umsetzen lässt. Durch Spenden eines Erkrather Unternehmens konnten zwei barrierefreie Hochbeete gekauft werden, die mit Rollstuhl zugänglich sind. Die restlichen Hochbeete wurden mit ausrangierten Holz-Paletten gebaut. Auch das Holz vom alten Schäferhäuschen wurde wieder verwertet. Statt die Hochbeete aus Paletten mit Teichfolie auszukleiden, wie man es in vielen Anleitungen liest, hat die Leiterin des Naturschutzzentrums Big Packs aus dem Agrarbereich genutzt, die mit Trageschlaufen an jeder Ecke und einem Boden die optimale Form haben. "Karin Blomenkamp ist eine Meisterin des Improvisierens, das kommt diesem Projekt sehr zu Gute", verrät Renate Späth, die Vorsitzende des Fördervereins des Naturschutzzentrums. Neben den Hochbeeten finden sich auch andere Pflanzgefäße, wie ein altes Boot, ein Betonring, Pflanzkästen und Töpfe, aber auch ehemalige Reis-Liefersäcke aus fairem Handel, deren buntem Aufdruck man entnehmen kann, was sie einmal beinhalteten.

Der Asphalt-Garten lädt zum Mitmachen ein und vom eigenen Hochbeet, über kleine Pflanzgefäße bis hin zum einfach 'mitgärtnern‘ ist jede Form des Mitmachens denkbar. Für das Naturschutzzentrum Bruchhausen als außerschulischem Lernort und Regionalzentrum für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Kreis Mettmann ist der Asphalt-Garten ein Zugewinn. Fast jede Schule hat Flächen zur Verfügung, auf denen sich mit wenig finanziellem Aufwand ein kleiner Asphalt-Garten realisieren ließe. Im Naturschutzzentrum wird gern das notwendige Know How dazu vermittelt, das beim Bau der Hochbeete anfängt und bei der Auswahl der richtigen Pflanzen für jede Jahreszeit längst noch nicht aufhört. Auch Hobby-Gärtner sind herzlich eingeladen, den Asphalt-Garten zu besuchen und sich Tipps für ein heimisches Hochbeet zu holen. Direkt hinter dem Asphalt-Garten befindet sich ein Kräutergarten, in dem Hobby-Gärtner erfahren können, wie man eine Kräuterspirale anlegt.

Mehr von Lokal Anzeiger Erkrath