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Ausstellung im Kunsthaus Erkrath: Lasst uns Brücken bauen

Ausstellung im Kunsthaus Erkrath : Lasst uns Brücken bauen

Das diesjährige Thema des bundesweiten, jurierten Kunstwettbewerbs heißt „Brücken“. Der Förderkreis Kunst- und Kulturraum Erkrath e. V. rief vom Herbst 2019 bis zum 29. Februar bildende Künstlerinnen und Künstler aus dem gesamten Bundesgebiet dazu auf, sich an dem jurierten Kunstwettbewerb „Brücken“ zu beteiligen.

163 Kunstschaffende folgten dem Aufruf und beteiligten sich an dem mit einem Jurypreis versehenen Kunstwettbewerb. Neben dem Jurypreis wird auch noch ein Publikumspreis vergeben. Die Jury hat aus den 163 Bewerber(n)*innen 18 ausgesucht, die aus allen Bereichen der bildenden Kunst ihre ausgewählten Arbeiten vom 28. August bis 13.September im KunsTHaus Erkrath der Öffentlichkeit in der Ausstellung „Brücken“ vorstellen werden.

Die Jury, Dr. Barbara Bußkamp, Katja Wickert und Wolfgang Sendermann, hat aus den ausgewählten Arbeiten den mit 500 Euro dotierten Preisträger ausgewählt. Das Publikum hat vom 28. August bis zum 13. September, 14 Uhr, Gelegenheit ihre Bewertung für den Publikumspreis abzugeben, welcher mit 100 Euro dotiert ist. Zur Ausstellung wurde ein Katalog erstellt.

Brücken haben immer ein verbindendes Element. Das Ziel von Brücken ist verbinden und nicht trennen. Brücken sind aber auch eine Aufforderung zum Übertreten, über den eigenen Rand, dem Gewohnten hinaus zu gehen, neues kennen zu lernen. Wer nicht über Brücken geht, vor allem auch im übertragenen Sinn, isoliert sich und vergibt die Chance durch interkulturelle Erfahrungen neues zu entdecken, sein Leben zu bereichern.

„Brücken“ sind eben nicht nur Bauwerke. Insbesondere im zwischenmenschlichen Bereich sind „Brücken“ nicht immer sichtbar, sondern Verhaltensweisen, Gesten, Worte und Handeln verbinden. In der Gesellschaft, in Gruppen müssen zwischenmenschlich „Brücken gebaut“ werden, damit das jeweilige Ziel erreicht werden kann. Das heißt, wir müssen die „Brücken“ suchen, selber bauen, nutzen und pflegen. Dazu gehört aber auch das Vertrauen. Eine Brücke die auf Vertrauen aufgebaut ist verbindet Kulturen, Religionen und Grenzen.

Wird die „Vertrauensbrücke“ nicht gepflegt, oder gar zerstört, ist der Wiederaufbau sehr schwer und langwierig. Schon Isaac Newton (engl. Naturforscher 1642 – 1726) war der Meinung „Der Mensch baut zu viele Mauern und zu wenig Brücken“. Neue Brücken entstehen heute insbesondere durch neue Technologien. Computer und insbesondere Handys / Smartphones sind Brückenbauer in aller Welt, sie schaffen Verbindungen über Kontinente hinweg. Aber, sie können auch Mauern sein. Mauern je näher die Beziehung ist. „Ob mit dem Partner oder dem Kind, es ist leicht, sich in solchen Geräten zu verlieren, anstatt die Beziehungen zu pflegen, die wirklich wichtig sind “( „Schatz, lass uns Brücken bauen, keine Mauern“ von Sandra Goetze, Schriftstellerin).

Insbesondere in Krisenzeiten zeigt sich, welchen hohen Wert Brückenbauer für die Gesellschaft, für eine Region und ein Land haben. Auch das Projekt „Europäische Union“ ist ein Brückenbauprojekt, vielleicht das Größte, das es je gegeben hat. Es brachte uns schließlich über 70 Jahre Frieden in Europa. Es kann aber nur bestehen, wenn es gepflegt wird. Gepflegt von den politisch Handelnden und den Menschen.„Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen“ (Sandra Goetze a.a.O.).

Auch in dieser Ausstellung können wir das Verbindende sehen. Die Jury hat sich bemüht eine Ausstellung aus allen Bereichen der bildenden Kunst zusammen zu stellen. Mal ist die „Brücke“ eindeutig zu erkennen, mal muss der Betrachter sich auf das Werk einlassen. Das Ausstellungsthema „Brücken“ aus der Sicht der bildenden Künstler*innen verspricht Vielfalt.