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Eisenbahn- und Heimatmuseum Erkrath-Hochdahl: Große Freude über Förderung

Eisenbahn- und Heimatmuseum Erkrath-Hochdahl : Große Freude über Förderung

Ein wahres Schätzchen steht derzeit auf dem Gelände des Eisenbahn- und Heimatmuseum Erkrath-Hochdahl e.V. am Hochdahler Lokschuppen. Der ehemalige Packwagen wird derzeit saniert, um später einmal als Museumswaggon genutzt zu werden. Dafür gab’s vom Land sogar eine Förderung von rund 22000 Euro.

Gebaut wurde der historische Wagen 1928 von der Sächsischen Waggonfabrik Werdau und trat seine ersten Einsätze als so genannter Packwagen an. Diese wurden nach dem ersten Weltkrieg zwischen die Schnellzüge mit eingekoppelt und transportierte auf diesem Wege unterschiedliche Güter wie beispielsweise Pakete, Fahrräder und Expressgut. Doch schon bald wurde der Waggon zum Messwagen umfunktioniert.

Der Grund: „Zwischen 1926 und 1928 kam es zu vermehrten Eisenbahnunglücken bei den Schnellzügen“, erklärt Dr. Ralf Fellenberg, erster Vorsitzender des Vereins. Nun musste also überprüft werden, was die Ursache dieser Unfälle war. Mit den Messwagen sollten die Loks untersucht werden und so kam unser heutiger Hochdahler Waggon ab 1930 dauerhaft als Messwagen zum Einsatz. Als Packwagen war er zu Beginn noch in Frankfurt an der Oder stationiert. Nun hieß seine neue Heimat Berlin-Grunewald - dem Zentralamt der Deutschen Reichsbahn. „Ende des zweiten Weltkrieges wurde der Messwagen dann in Göttingen stationiert und seine letzten Jahre tat er seine Dienste im Eisenbahnzentralamt Minden, wo er bis 1960 als Messwagen genutzt wurde. „Danach wurde er noch etliche Jahre als Schulungswagen eingesetzt und war in der Nähe von Köln stationiert“, so Fellenberg. Um das Jahr 2000 kaufte ihn nach der Ausmusterung 1996 die Arbeitsgemeinschaft Historische Schienenfahrzeuge AGHE e.V., und fand dann 2003/2004 seine letzte Heimat im Lokschuppen Hochdahl.

„Unser Plan ist es, ihn nun entsprechend zu sanieren und ihn später einmal als Museumswagen zu nutzen.“ Im Rahmen der Förderung für verkehrshistorische Kulturgüter des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung gab es in diesem Jahr sogar eine Förderung für dieses Projekt von insgesamt 22215 Euro. „Drei Mal haben wir uns dafür beworben und beim dritten Mal hat es endlich geklappt“, freut sich Ralf Fellenberg. Die Arbeiten an dem Waggon haben bereits begonnen. Das Dach und die Außenhülle müssen restauriert werden, ein neuer Farbanstrich ist fällig, die historisch richtigen Beschriftungen müssen angebracht werden und weitere Arbeiten wie Entrostung, Tischlerarbeiten, Reparatur der Lüftung, Beleuchtung, Heizung und weitere Dinge stehen auf der To-do-Liste. „Wenn alles nach Plan verläuft, hoffen wir, dass wir im Sommer 2022 die Einweihung feiern dürfen.“ Von dem 125 Mitgliedern sind rund 15 Aktive im Einsatz. „Wir freuen uns natürlich immer über Nachwuchs - sowohl männlich, wie auch weiblich - die Wissen und handwerkliches Geschick mitbringen.“

Mehr Informationen über den Verein gibt es auf www.lokschuppen-hochdahl.de.

(nic)