Spannende Vorträge zum aktuellen Zeitgeschehen Das ist das neue Programm

Hochdahl · Das Ökumenische Bildungswerk Hochdahl präsentiert sein neues Veranstaltungsprogramm für das Winterhalbjahr 2022/2023. Die Besucher erwarten spannende Vorträge zum aktuellen Zeitgeschehen und darüber hinaus.

 (v.li.) Christoph Biskupek, Jürgen Kahl, Gerlinde Zwirnmann und Volker Horlitz vom Planungsteam des Ökumenischen Bildungswerkes Hochdahl.

(v.li.) Christoph Biskupek, Jürgen Kahl, Gerlinde Zwirnmann und Volker Horlitz vom Planungsteam des Ökumenischen Bildungswerkes Hochdahl.

Foto: nic

Das Team Christoph Biskupek, Volker Horlitz, Jürgen Kahl, Dr. Ursula Schulte und Gerlinde Zwirnmann haben in diesem Rahmen hochkarätige Referenten gewinnen können.

Den Anfang macht am Donnerstag, den 15. September, 20 Uhr, Thomas Sternberg mit dem Vortrag unter dem Titel „Vom ‚toten Punkt‘ zu einem neuen Aufbruch? Wie die katholische Kirche um ihre Zukunft ringt“.
Zum Inhalt: Die katholische Kirche sei an einem »toten Punkt« angelangt, hat der Münchener Erzbischof, Kardinal Marx vor einem Jahr festgestellt. Er meint damit die schwere Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise der Kirche. Welche Lehren ziehen Amtskirche und Kirchenvolk daraus? Der frühere Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, hält grundlegende Reformen für unausweichlich und hat den Synodalen Weg als Motor in diesem Prozess mitkonzipiert. Prof. Dr. Thomas Sternberg (geboren 1952) stammt aus dem Sauerland und hat Germanistik, Philosophie, Kunstgeschichte und Theologie studiert. Neben seiner langen Tätigkeit als Direktor der Katholischen Bistumsakademie »Franz-Hitze-Haus« in Münster engagierte sich der Vater von fünf Kindern politisch und war von 2005 bis 2017 CDU-Abgeordneter im Landtag von NRW. Seit 2001 ist Sternberg Honorarprofessor für Kunst und Liturgie an der Universität Münster. Von 2015 bis 2021 war er Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und übernahm anschließend die Leitung der Kunststiftung NRW .

Weiter geht es am Donnerstag, den 20. Oktober, 20 Uhr mit Andrew Schäfer, der der Frage nachgeht „Nichts ist wie es scheint - Verschwörungsideologien in unübersichtlichen Zeiten. Wie kommen sie zustande? Wer glaubt daran und wer profitiert davon? Wenn von „alternativen Fakten“ die Rede ist, ist Wachsamkeit geboten. In aller Regel ist das der beschönigende Begriff für Verschwörungsmythen, die in jüngster Zeit in unserer krisengeschüttelten Welt um sich greifen, auch in Deutschland.
Waren die Corona-Schutzmaßnahmen dem Gemeinwohl verpflichtet, oder steckte dahinter der finstere Plan, die Bevölkerung ihrer Freiheitsrechte zu berauben?
Verschwörungserzählungen spielen erfahrungsgemäß Extremisten in die Hand. Der Vortrag wird darlegen, dass Verschwörungsmythen kein neues Phänomen, sondern so alt wie unsere Gesellschaften sind. Ganz aktuell geht es um die Frage, welche Gefahr von diesen Ideologien für die Gesellschaft ausgeht, wie man sich dagegen behaupten kann und mit ihren Anhängern umgehen sollte. Andrew Schäfer, (geboren 1961), leitet das Landespfarramt seit 2002. Im Weserbergland aufgewachsen, hat er das Erste Theologische Examen in der Hannoverschen Landeskirche absolviert. Schäfers zusätzliche Ausbildung in systemischer Familientherapie ist für die zu seinem Amt gehörende Beratungsarbeit eine hilfreiche Ergänzung.

Warum „Freunde und Helfer“ selbst Hilfe und seelischen Beistand brauchen - diesem Thema widmet sich Volker Hülsdonk in seinem Vortrag am Donnerstag, 17. November, 20 Uhr. Wer bei der Polizei arbeitet, ist berufsbedingt vielfältigem körperlichen und psychischen Stress ausgesetzt. Beunruhigend ist der sprunghafte Anstieg von Fällen, in denen PolizeibeamtInnen bei der Ausübung ihres Berufs Opfer von Gewalt werden. Laut Bundeskriminalamt wurden 2020 bundesweit rund 85 000 PolizistInnen und damit mehr als je zuvor gewalttätig angegriffen. Welche Betreuungsangebote stehen den Betroffenen zur Verarbeitung ihrer Erfahrungen zur Verfügung? Die Polizeiseelsorge hat sich der Aufgabe angenommen.Volker Hülsdonk (geboren 1965), studierte Evangelische Theologie und war anschließend Vikar in seiner Heimat am Niederrhein und später Sondervikar und Pastor beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt in Duisburg. 25 Jahre Gemeindepfarrer in Krefeld, wo er mit seiner Familie lebt. Seit 2019 ist er Landespfarrer für Polizeiseelsorge in unserer Region und arbeitet als Ehe-, Familien- und Lebensberater sowie Supervisor und Coach.

Im neuen Jahr folgen drei weitere Vorträge. Hier macht den Anfang Anna Schober am Donnerstag, 19. Januar, 20 Uhr. Ihr Vortrag trägt den Titel „Sterbehilfe contra Lebensschutz - eine heikle Gratwanderung. An welchen Leitlinien orientiert sich der Gesetzgeber?“ In dem Urteil vom Februar 2020 hat das Bundesverfassungsgericht das vom Bundestag 2015 verabschiedete Verbot der „geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ als verfassungswidrigen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte für nichtig erklärt und aufgehoben. Seitdem obliegt es dem Gesetzgeber, eine verfassungskonforme Neuregelung auf den Weg zu bringen und die grundsätzlich zulässige, von Organisationen und Einzelpersonen praktizierte Suizidhilfe aus der rechtlichen Grauzone heraus zu holen. Um zentrale Streitfragen, um die es auch in dem Vortrag geht, wird in Politik und Öffentlichkeit noch gerungen. Wie lässt sich die Legalisierung der assistierten Selbsttötung vor Missbrauch schützen und verhindern, dass eine plötzliche Verzweiflungssituation in den Suizid führt? Und was kann die Palliativmedizin dazu beitragen, um die Angst von Sterbenden vor einem qualvollen Tod zu lindern?

Dr. med. Anna Schober ist Fachärztin für Radiologie. Über 20 Jahre hat sie an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster gelehrt. 2004 gründete sie zusammen mit ihrem Ehemann die Schober-Stiftung für christliche Hospizarbeit (www.schoberstiftung.de). Stiftungszweck ist die Förderung der ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativversorgung sowie die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Sterben als Teil des Lebens“.

Franz Meurer referiert am Donnerstag, den 23. Februar, 20 Uhr, zum Thema „Wo es arm ist, darf es nicht ärmlich sein - wir essen Brot, wie leben vom Glanz“ (Hilde Domin). Was können Kirchengemeinden in ihrem Umfeld gegen Armut, Ausgrenzung und Hoffnungslosigkeit tun? Für den Kölner Gemeindepfarrer Franz Meurer ist das ein zentrales Anliegen. Sein Modell, Seelsorge mit sozialem Engagement zu verbinden, hat ihn weit über Köln hinaus bekannt gemacht. Was ihn umtreibt, ist die Frage, wie es gelingen kann, Menschen trotz Arbeitslosigkeit und Bedürftigkeit in das Gemeinschaftsleben einzubeziehen, neue Hoffnung zu vermitteln und im gelebten Miteinander auch kulturelle und religiöse Schranken zu überwinden.

Franz Meurer (geboren 1951) studierte Sozialwissenschaften und Theologie. 1978 wurde er zum Priester geweiht und war in verschiedenen Kölner Gemeinden tätig. Seit 1992 ist er Pfarrer der katholischen Kirchengemeinden St. Theodor und St. Elisabeth in den Kölner Stadtteilen Vingst und Höhenberg, die als „soziale Brennpunkte“ gelten. Zusammen mit den Gemeinden hat Meurer viel in Gang gesetzt: Von der Kleiderkammer, der Essensausgabe über Ferienfreizeiten für Kinder bis hin zu Programmen für Arbeitslose.

Zum Schluss freut sich das Team des Ökumenischen Bildungswerkes Hochdahl auf Anna Staroselski und ihrem Vortrag zum Thema „Jung, jüdisch und in Deutschland zu Hause? Selbstverständnis und Lebenswirklichkeit junger Juden in der deutschen Gesellschaft“. Zu hören ist sie am Donnerstag, 16. März, 20 Uhr.

„Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland kann ohne Jugend nicht nachhaltig bestehen.“ Der Satz der Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland, Anna Staroselski, klingt selbstverständlicher als er es ist in einem Land mit einer hohen Zahl antisemitischer Straftaten. Welche Erfahrungen machen junge Juden in Deutschland und was motiviert sie zu bleiben? Frau Staroselski bekennt sich offen zu ihrem Jüdischsein und sieht es als ihre Aufgabe, unsere Gesellschaft im Sinne von Weltoffenheit, Toleranz und Mitmenschlichkeit mitzugestalten.

Anna Starolselski (geboren 1996) ist in Stuttgart geboren und aufgewachsen. Geprägt von der Pflege jüdischen Lebens durch ihre aus der ehemaligen UdSSR eingewanderten Eltern, ging sie nach dem Abitur für ein halbes Jahr nach Israel. Seit 2020 ist sie Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) und gehört dem Vorstand des Jungen Forums der Deutsch-Israelischen Gesellschaft an. Neben dem Studium der Geschichte an der Humboldt-Universität in Berlin arbeitet Frau Staroselski, die FDP-Mitglied ist, als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Parlamentsbüro der Bundestagsabgeordneten Teuteberg.

Alle Veranstaltungen finden im Gemeindehaus Sandheide, Hans-Sachs-Weg 1 statt. Je nach Pandemielage können diese auch kurzfristig als Online-Veranstaltung durchgeführt werden. Dies wird rechtzeitig im Internet unter www.evangelischekirchehochdahl.de und auf www.st-franziskus-hochdahl.de bekanntgegeben. Auch werden entsprechende Plakate aushängen.

Die Träger des Ökumenischen Bildungswerkes sind

– das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hochdahl

– der Pfarrgemeinderat der Katholischen Kirchengemeinde Hochdahl

– das Bildungswerk der Erzdiözese Köln, Ratingen

– das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Nordrhein.

(nic)
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