St. Sebastianus Bruderschaft Erkrath sucht neue Pagen Frisches Blut soll die Reihen stetig verjüngen

Alt-Erkrath · Mit dem Vorurteil, dass Schützen nur saufen und feiern können, damit wollen die St. Sebastianus Schützen in Erkrath einmal gründlich aufräumen. Und wo fängt man da am besten an? Natürlich beim Nachwuchs.

Marcos Martenka (li.) und Markus Hucklenbroich werben für das Pagencorps der St. Sebastianus Bruderschaft Erkrath.

Marcos Martenka (li.) und Markus Hucklenbroich werben für das Pagencorps der St. Sebastianus Bruderschaft Erkrath.

Foto: nic

Die Jüngsten, dass sind in der Bruderschaft die Pagen. Zwischen dem sechsten und dem 13. Lebensjahr können die Jungs hier mitmachen. „Oft ist es bei uns so, dass die Kinder unserer Alt-Schützen den Weg zu den Pagen finden“, sagt uns Markus Hucklenbroich, erster Vorsitzender des Vereins. Häufig wechseln die Pagen dann ab 14 zu den Jungschützen, bevor sie mit 24 Jahren zu den Alt-Schützen zählen. „Jetzt suchen wir wieder nach frischem Blut, um unser Pagencorps wieder aufzubauen.“

Beim diesjährigen Schützenfest gab es dazu bereits einen Jugend- und einen Familientag, bei dem Kinder- und Jugendliche sich im Lasergewehr-Schießen versuchen konnten. „Gleichzeitig haben wir Werbung für unsere Pagen gemacht und zu einem ersten Schnuppertreffen am 3. Juni in unserem Jugendraum an der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer eingeladen“, sagt uns Marcos Martenka, Pressesprecher der Bruderschaft. Das war auch schon recht gut besucht, so dass nun ein weiteres Treffen, sowohl für die angehenden Pagen als auch für die Jungschützen in spe, für den 24. Juni ab 18 Uhr geplant ist.

„Wir möchten an diesem Tag gemeinsam grillen und unsere Bruderschaft vorstellen“, sagt Marcos Martenka. Hauptmann der vierten Kompanie und beliebter Metzgermeister aus Erkrath, Dirk Hanten, versorgt die hungrigen Mägen, mit leckeren Würstchen und Grillfleisch. „Wer möchte, kann an diesem Abend auch noch mal mit dem Laser- oder Luftgewehr - letzteres aber nur für die Älteren - schießen.“ Nach dem gemeinsamen Kennenlernen werden dann Pläne für zukünftige Aktivitäten geschmiedet.

Und wie könnten die so aussehen? „Wir unternehmen gemeinsame Ausflüge in die nähere Umgebung, treffen uns zum Bowlen oder Kegeln oder planen gemeinsame Radtouren in die Region“, verrät Markus Hucklenbroich. Für Herbst ist ein Besuch bei einem Imker geplant. „Wir haben auch schon zusammen Obstbäume gepflanzt oder Nistkästen für Vögel gebaut und aufgestellt“, sagt Markus Hucklenbroich.

Dieser soziale Aspekt, der bereits bei den Kleinsten unter den Schützen, eine wichtige Rolle spielt, setzt sich bis in die Reihen der Alt-Schützen fort. Jedes Königspaar sammelt während seiner Amtszeit für caritative Zwecke und die Bruderschaft unterstützt Menschen in der Stadt und Umgebung, wie beispielsweise jüngst bei der Starkregen-Katastrophe: Hier wurden im Jahr 2021 6500 Euro gesammelt. Weitere soziale Projekte waren beispielsweise eine Spendensammlung für das Kinderhaus in Hilden (3000 Euro), Ukraine-Hilfe (21.300 Euro), Förderkreis Johanneskindergarten (4500 Euro), Gute Nacht-Bus Düsseldorf (3500 Euro) oder Franziskus-Hospiz Hochdahl (1000 Euro).

Die ehemaligen Königspaare der St. Hubertus Schützenbruderschaft Unterbach 1870., der St. Sebastianus Bruderschaft 1484 Erkrath und der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Mettmann veranstalteten im Frühjahr dieses Jahres eine Benefizschießen zu Gunsten des Frauen- und Kinderschutzhauses des SKFM Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer Mettmann e.V., die Tiertafel Mettmann - Dr. Katrin Wontorra und das Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland in Düsseldorf (wir berichteten).

Schützenbruder Dirk Hanten kocht gemeinsam mit Tillmann Keens alle 14 Tage regelmäßig für die Obdachlosen in Düsseldorf und verteilt dort warme Speisen vor Ort. Außerdem werden jedes Jahr im Winter Kleiderspenden für den Gute Nacht-Bus in der Landeshauptstadt gesammelt.

Erster Vorsitzender Markus Hucklenbroich ist schon seit vielen Jahren Teil der Bruderschaft. „Ich schätze vor allem die Zeit, die man miteinander verbringt und für das füreinander einstehen.“ Marcos Martenka ergänzt: „Viele meiner Freunde habe ich im Laufe der Jahre bei den Schützen kennengelernt.“

Mittel- bis langfristig möchte der Vorstand die Bruderschaft nach und nach verjüngen und auch der nächsten Generation die Möglichkeit geben, neue Ideen innerhalb der Bruderschaft zu verwirklichen und mehr Verantwortung im Verein zu übernehmen. Wer mehr über die St. Sebastianus Bruderschaft erfahren möchte, klickt einfach auf www.bruderschaft-erkrath.de.

(nic)