Picknick im Park: „Ein Selbstläufer“

Picknick im Park: „Ein Selbstläufer“

Trotz wechselhaftem Wetter lockte das erste Picknickfest im Bavierpark zahlreiche Besucher an. "Alle an einen Tisch bringen" war das erklärte Ziel der Organisatoren — und das ist wahrlich gelungen.

(nigo) Manchmal sind für ein wunderbares Stadtfest gar keine großen Mittel nötig. Das Picknickfest im Bavierpark am vergangenen Samstag war ein Fest genau dieser Art. Ein dutzend Tische und Bänke hatten Andrea Bleichert, Ralf Buchholz und die übrigen Mitstreiter des "Stammtisches am Park" auf der Wegeverbindung zwischen Gerberstraße und Bavier-Center aufgebaut, einfache weiße Tischdecken aus Papier auf ihnen ausgebreitet. Alles Übrige erledigte sich dann parktisch von selbst, Speisen und Getränke brachten die Gäste mit, ebenso Spiele und Decken. "Das ist ein Selbstläufer", sagt Bleichert, freute sich sichtlich über den großen Anklang des ersten Picknickfestes. Denn trotz wechselhaftem Wetter war die Tafel am Nachmittag gut gefüllt, nahezu jeder Platz besetzt. Auch auf der Wiese neben der Begegnungsstätte hatten es sich zahlreiche Erkrather auf Decken bequem gemacht, besonders viele Familien samt Kindern waren in den Bavierpark gekommen.

"Wir wollen alle an einen Tisch bringen", sagt Andrea Bleichert, und das ist wahrlich gelungen. "Wir wollen bewirken, dass man zumindest für einen Nachmittag vom Schubladendenken des Alltags abkehrt." Es waren Rollstuhlfahrer ebenso mit von der Partie wie Migranten, Senioren und junge Familien. "Ich bin mir sicher, dass das hier der Beginn einer Tradition ist", sagt die Initiatorin. So werde der "Stammtisch am Park" auch in Zukunft Aktionen im und rund um den Park im Herzen Alt-Erkraths planen.

Der neue Schützenkönig Dirk Hanten hatte zwei Kästen seines Neandertaler Biers gestiftet, die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Lahnstein mehrere Bleche Apfeltaschen gebacken. Und damit waren sie nicht die einzigen: Reich gedeckt war die Tafel im Park, auch wer nichts mitgebracht hatte wurde eingeladen, sich zu setzen und mit zu picknicken. Eben ein Geben und Nehmen, ein Zeichen, dass Erkrath zusammenhält.

In der Begegnungsstätte an der Gerberstraße gab es zudem die Bilder der Erkrather Künstlerin Bianca Schulz zu bewundern, vor dem Haus hatte sie eine Staffelei aufgebaut und zeigte beim "Live-Painting", wie eines ihrer Bilder mit Spachteltechnik entsteht. Für Kinder wurde die Legende von Baron Münchhausen als 40-minütiges Sockentheater-Stück liebevoll aufgeführt.

Der jüngst auch als "Künstlerwirbelwind Erkraths" bezeichnete Ralf Buchholz gestaltete zudem den vorerst letzten Stromkasten im Stadtgebiet mit Graffiti. Der nun bunte Kasten steht an der Ecke Gerber- / Bongardstraße.

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