Mitten in Alt-Erkrath: Ein Kleinod der lokalen Künstlerszene: Dritte Vernissage in der Art-Fabrik

Mitten in Alt-Erkrath: Ein Kleinod der lokalen Künstlerszene : Dritte Vernissage in der Art-Fabrik

Über das Stadium der kleinen, lokalen Künstlergemeinschaft ist die NeanderArtGroup seit Bezug der neuen Art-Fabrik an der Schlüterstraße längst hinausgewachsen. Zum mittlerweile dritten Mal lud der Vorstand zur Ausstellung in die ehemaligen Industriehallen.

Gleich 23 Künstler nahmen sich der Mottovorgabe „reflect yourself“ an und präsentieren für die kommenden vier Wochen ganz vielseitige und teils außergewöhnliche Kunst mit persönlichem Bezug. Martin Schumacher ist einer von ihnen. Der in Trills lebende Grafikdesigner ist erst vor wenigen Jahren der Kunstszene beigetreten. „Ich gestalte Collagen aus Fundstücken“, erläutert der Familienvater seine Werke. Dabei ist stets ein ganz besonderer Bezug zum Künstler selbst zu finden. Mal hat er bildlich seine Familie dargestellt, mal ein für ihn besonderes Gedicht künstlerisch in Szene gesetzt. „Es ist schön, eine solche Bandbreite an Künstlern präsentieren zu können“, freut sich Vorstandsmitglied Ralf Buchholz, der mit der Art- Fabrik endlich die Möglichkeit bekommt, befreundete Künstler nach Erkrath einzuladen.

„Vorher hatten wir keine Räumlichkeiten, in denen eine solche Ausstellung möglich gewesen wäre.“ Ein weitreichendes Netzwerk hat sich die Künstlergemeinschaft in den vergangenen zehn Jahren aufbauen können. Die Früchte dieser Netzwerkarbeit werden auch bei der aktuellen Ausstellung deutlich. Nicht nur Künstler mit Lokalbezug präsentieren sich, auch bekannte Gesichter der überregionalen Kunstszene lassen sich die Ausstellung in den individuellen Hallen nicht nehmen. So präsentiert der Düsseldorfer Künstler André Schütze, der sonst in Düsseldorfs ältestem Atelier „WP8“ ausstellt, gleich fünf seiner übergroßen Kunstwerke aus Acryl, Tusche und Autolack. Der Ton- und Lichttechniker ist von den Lagerhallen der NeanderArtGroup sichtlich begeistert.

„Allein die Räumlichkeiten sind es wert, dass man sie betrachtet. Man könnte noch viel mehr dieser Hallen in Szene setzen“, ist sich der Künstler sicher. Anlässlich der dritten Vernissage gab es nicht nur optische Impulse für die Gäste, sondern auch musikalische. So lud Buchholz alle Interessierte dazu ein, sich auf der Bühne an Bass und Schlagzeug zu probieren. „Wir starten heute eine improvisierte Jam-Session und jeder ist herzlich eingeladen, einmal selbst zum Instrument zu greifen“, so der Künstler bei seinem Grußwort. Trotz sommerlichen Temperaturen weit über 30 Grad ließen sich die Gäste nicht zweimal bitten und so wurde aus einer Kunstausstellung kurzerhand ein Spontankonzert.

Zur Erinnerung: Die Lagerhallen an der Schlüterstraße sollen im Zuge der Baumaßnahme am Wimmersberg zeitnah abgerissen werden. Das Projektunternehmen Cartella hat der Künstlergemeinschaft die vorübergehende Nutzung der Räume bis Ende des Jahres fest zugesichert.

(tb)
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