Podiumsdiskussion in der Stadthalle Erkrath zur Europawahl

Podiumsdiskussion in der Stadthalle Erkrath : Impulse für die Europawahl

Mit einer kurzweiligen Podiumsdiskussion hat die Volkshochschule Erkrath am vergangenen Dienstag letzte Impulse für die bevorstehende Europawahl setzen wollen.

Zwischen 41 verschiedenen, teils neuen Parteien dürfen die Wahlberechtigten am kommenden Sonntag wählen. Doch an welche Partei geht das Kreuz? Moderator Sven Pastoors fühlte am vergangenen Dienstag in der Stadthalle Erkrath gleich sechs Kandidaten auf den Zahn. Die Fragen, die der Diskussion zu Grunde lagen, wurden im Vorfeld bei einem offenen Bürgerdialog erarbeitet. Uwe Pakendorf (CDU), Petra Kammerevert (SPD), Verena Wester (AfD), Alexandra Geese (Bündnis 90/Die Grünen), Moritz Körner (FDP) und Andrej Hunko (Die Linke) stellten sich der Herausforderung der abendfüllenden Veranstaltung, die von rund 150 Gästen besucht wurde.

Bereits bei einer kurzen Vorstellungsrunde wurden Sympathien für diverse Ansätze der Redner durch lauten Beifall deutlich. Alexandra Geese gab an, dass sie bereits im Kindesalter Interesse an Entwicklungspolitik entwickelte, in der Friedensbewegung der 80er Jahre aktiv war und nach einem 20jährigen Italienaufenthalt wieder in ihre politische Heimat „Die Grünen“ eingekehrt ist. Auch Andrej Hunko war laut eigener Aussage „schon immer politisch aktiv“ und hat sich in der Friedens- und Antikriegsbewegung engagiert. Nachdem er bis 2004 nie parteipolitisch unterwegs war, zog es ihn in die Arme der Linken. 2009 wurde er erstmalig in den Bundestag gewählt, sitzt dort im Ausschuss für europäische Angelegenheiten und wünscht sich, dass Europa in Zukunft eine friedliche Rolle in der Welt einnimmt.

Petra Kammerevert kann als einzige Kandidatin bereits von ihrer Arbeit als Abgeordnete berichten. Seit 2009 sitzt sie für die SPD in Brüssel. Den Sozialdemokraten ist die Politikerin seit ihrem 18. Lebensjahr treu geblieben, engagierte sich sogar zehn Jahre in der Düsseldorfer Kommunalpolitik. Europa sozialer zu gestalten, lautet ihre Herausforderung für die zukünftige Europapolitik. Moritz Körner war mit seinen 28 Jahren der jüngste Vertreter der anwesenden Kandidaten. Fünf Jahre hatte er den Landesvorsitz der Jungen Liberalen inne und sitzt momentan als Landtagsabgeordneter in Düsseldorf. Uwe Pakendorf fühlt sich bei der Podiumsdiskussion an seine politischen Anfänge zurückversetzt. Eine Schulveranstaltung brachte den heutigen Geschäftsführer eines Sportverbandes sowie Inhaber einer Produktionsfirma auf die politische Laufbahn. Nach 20 Jahren Kommunalpolitik und dem unternehmerischen Blick auf Europa ist sich Pakendorf sicher: „Europa greift viel stärker in unser Leben ein, als wir denken.“

Verena Wester (AFD) möchte Politik für ihren achtjährigen Sohn machen und appelliert gleichzeitig an die Frauen, sich mehr in der Politik zu engagieren. Ihr Ziel: Nationalstaaten bewahren und dem „künstlich geschaffene Überorgan“ nicht die Handhabe an Entscheidungen überlassen. Im Anschluss ging es an die abwechselnde Beantwortung der erarbeiteten Fragen. Steigende Miet- und Immobilienpreise, Steuerschlupflöcher für Großkonzerne, aber auch Fragen zur Migrations- und Flüchtlingspolitik brannten den Erkrathern unter den Nägeln. Festgefahrene Meinungen suchte man innerhalb der Besucherschaft vergebens. Für so manchen Zuhörer wird die Diskussion sicher zur abschließenden Entscheidungsfindung beigetragen haben.

(tb)
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