Hochdahler reist zum Desert Dash nach Namibia: Mit dem Rad durch die Wüste

Hochdahler reist zum Desert Dash nach Namibia : Mit dem Rad durch die Wüste

Es ist eines der härtesten Mountainbike-Rennen der Welt - das Desert Dash in Namibia. 370 Kilometer in maximal 24 Stunden - von Windhoek nach Swakopmund durch Gebirge und Wüste. Hartmut Ehrhardt aus Hochdahl hat sich dieser Prüfung gestellt.

Er ist 56 Jahre jung und liebt die Herausforderung. Mit 40 Jahren ist Hartmut Ehrhardt seinen ersten Marathon gelaufen - sein Leben war schon immer vom Sport geprägt. Laufen, Radfahren, Klettern Marathon oder Triathlon- wenn der Hochdahler, der ursprünglich aus dem Norden Deutschlands kommt, etwas anfängt, dann ist er nicht mehr zu stoppen. Für das Rennen in Afrika hat er sich im Vorfeld ausreichend vorbereitet. „Um mich beispielsweise an die große Hitze zu gewöhnen, bin ich mit meinem Spinning-Rad zeitweise in unsere Sauna gezogen“, erinnert er sich. Vor drei Jahren packte ihn das Fieber für Langstrecken-Rennen auf dem Mountainbike. Dafür trainiert er hart. Steht mitten in der Nacht auf oder schwingt sich nach einem anstrengenden Arbeitstag noch auf sein Bike, um Kilometer zu machen. „Das Desert Dash war die bisher größte sportliche Herausforderung, der ich mich je gestellt habe“, so Ehrhardt.

„Besonders die unbefestigten Wege und dann noch bei Nacht waren sowohl physisch wie psychisch sehr anstrengend. Den überwiegenden Teil sind die Fahrer quasi allein auf der Strecke, weil sich nach den ersten Kilometern das Feld langsam, aber sicher auseinander zieht. Alle 75 Kilometer müssen die Sportler einen Checkpoint passieren. Rund 1000 Teilnehmer hatten sich für dieses Wüstenspektakel angemeldet. Manche fuhren in Teams, andere - wie Hartmut Ehrhardt - waren als Solofahrer auf der Piste unterwegs. „Da geht einem schon einiges durch den Kopf, wenn man alleine in der Nacht durch die Wildnis fährt. Eine Begegnung mit einem Schakal, der plötzlich im Lichtkegel meiner Stirnlampe auftauchte, werde ich und vermutlich auch der Schakal nicht so schnell wieder vergessen.“

Von 253 Solofahrern kamen am Ende 150 ans Ziel. Auch Hartmut Ehrhardt gehörte zu den Glücklichen - unversehrt, ohne Verletzungen oder Stürzen - in einer Zeit von 20 Stunden 40 Minuten. Damit Platz 70 und Vierter unter den deutschen Teilnehmern. „Ich hatte vor Freude Tränen in den Augen, als ich über die Ziellinie fuhr.“ Seine nächste sportliche Herausforderung für dieses Jahr hat Hartmut Ehrhardt bereits im Visier: Eine Expedition zum Cerro Aconcagua, dem höchsten Berg Südamerikas.

(nic)