Am Samstagnachmittag öffneten sich die Türen für die Ausstellung „Abschied“ der renommierten Malerin Teyaen. Die Schau versprach schon im Vorfeld ein absoluter Hingucker zu werden. Und sie wurde es – sowohl die faszinierenden Kunstwerke als auch die Künstlerin selbst zogen die Besucherinnen und Besucher vom ersten Moment an in ihren Bann.
Von Seoul nach Bonn: Eine Reise zwischen den Welten
Nach den herzlichen Einführungsworten von Wolfgang Sendermann übernahm Teyaens Tochter, Natascha Ehrenheim, das Wort und gab bewegende Einblicke in das Leben ihrer Mutter. Geboren 1952 in Seoul (Südkorea), lebt Teyaen nun schon seit über 50 Jahren in Deutschland. Sie studierte Kunstgeschichte in Bonn sowie Freie Malerei an der Alanus Hochschule in Bonn-Alfter. Diese akademische Ausbildung öffnete ihr den Weg in die Abstraktion, den sie mit unvergleichlicher Begeisterung beschritt. Der Lohn der akribischen Arbeit ließ nicht lange auf sich warten: Bei der Diplom-Ausstellung erkannte ein Galerist sofort ihr riesiges Potenzial und ermöglichte ihr im Jahr 2001 – vor genau 25 Jahren – ihre erste eigene Einzelausstellung.
Teyaens Malerei ist ein magischer Ort, der zum Eintauchen einlädt. Ihre Bildsprache wandert mühelos zwischen Kontinenten und Kulturen und offenbart eine tiefe Verwurzelung sowohl in östlichen als auch in westlichen Traditionen. „Es genügt mir nicht, nur eine Brücke zu schlagen. Ich möchte aus der Verbindung asiatischer und europäischer Erfahrung etwas Neues, meine ganz eigene Welt, schaffen“, bringt es Teyaen selbst auf den Punkt.
Das Ergebnis auf der Leinwand ist eine zutiefst persönliche, farbintensive, meditative und zugleich hocheruptive Welt.
Arthrose in der Schöpferhand: Ein Abschied auf Zeit
Besonders berührend waren die ehrlichen Worte von Tochter Natascha Ehrenheim über die aktuelle Situation der Künstlerin: „Meine Mutter befindet sich nun in ihrem letzten Lebensabschnitt und auch wenn ihre geistige, künstlerische Entwicklung sich nun auf ihrem Höhepunkt befindet, meldet ihr Körper ihr nun ihr Alter. In ihrer rechten Hand, mit der sie all die Jahre ihre Gedanken und Gefühle auf Leinwand gezaubert hat, hat sich Arthrose entwickelt. Es fällt ihr zunehmend schwer, den Pinsel zu halten – dieses zarte, doch mächtige Instrument ihrer Imagination.“
Wer Teyaen persönlich erlebt, dem erscheint der Begriff „letzter Lebensabschnitt“ jedoch völlig absurd. Höchstens auf einen mittleren Lebensabschnitt hätte man beim Betrachten ihrer vitalen Ausstrahlung getippt – da kannte man ihr Geburtsdatum allerdings noch nicht. Aber Lebensabschnitte sind schließlich relativ (Viele junge Menschen haben mit dem dauerhaften Gebrauch ihres Handys schließlich auch schon ihren letzten Lebensabschnitt eingeläutet!).
Bei Teyaen Henze handelt es sich aufgrund der Arthrose hoffentlich nur um einen momentanen Abschied. Es bleibt die große Hoffnung der Erkrather Kunstgemeinde, dass sich die Beschwerden lindern lassen und wir die Ausnahmekünstlerin über kurz oder lang wieder mit neuer Kraft und schmerzfreier Hand im KunsTHaus willkommen heißen dürfen.
Stimmen aus dem Publikum: Tief berührt und begeistert
Die gezeigten Werke hinterließen bei den zahlreichen Gästen spürbare Spuren der Begeisterung:
„Diese Farbgewalt schlägt einen sofort in den Bann“, schwärmte Vernissage-Gast Claudia (54) aufmerksam vor einer großformatigen Leinwand. „Man spürt förmlich die Energie, die Teyaen in jeden Pinselstrich gelegt hat. Dass ihre Hand sie nun ausbremst, tut beim Betrachten im Herzen weh, macht die Bilder aber noch kostbarer.“
Auch Kunstliebhaber Michael (61) zeigte sich tief beeindruckt: „Das KunsTHaus schafft es immer wieder, uns echte Hochkaräter zu präsentieren. Die Mischung aus fernöstlicher Philosophie und europäischer Abstraktion ist brillant. Dieser ‚Abschied‘ ist keine traurige Ausstellung, sondern eine Feier des Lebens!“
Philosophische Funken: Die Weisheiten von Teyaen Henze
Nicht nur visuell, auch gedanklich gab die Künstlerin den Besuchern reichlich Stoff zum Nachdenken mit auf den Weg. Hier drei wunderschöne Lebensweisheiten von Teyaen Henze:
„Man kann an einen Ort zurückgehen, aber man kann nicht an einen Ort zurückkehren und etwas auf genau dieselbe Weise erneut tun. Man bekommt nie die Gelegenheit, etwas noch einmal zu tun, noch nicht einmal denselben Atemzug. Sobald man es getan hat, ist es vorbei und das spiegelt sich in meinem Werk.“
„Das Gelingen im Bild ist nie so, wie man es haben möchte. Es dient nicht dem eigenen Ehrgeiz, es schmeichelt keinem höheren Prinzip, es ist einfach nur die Stunde der Wahrheit.“
„Ich bin phasenweise sehr mit mir selbst beschäftigt, in mich versponnen. Ich male, um den eigenen Kosmos zu umkreisen.“