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Runder Geburtstag des Bergischen Geschichtsvereins Erkrath: 60 Jahre und noch voller Tatendrang

Runder Geburtstag des Bergischen Geschichtsvereins Erkrath : 60 Jahre und noch voller Tatendrang

Am 10. April wird der Bergische Geschichtsverein Erkrath 60 Jahre alt. Wenn es die Corona-Pandemie zulässt, wollen die Mitglieder diesen Tag mit einer kleinen Feierlichkeit begehen.

Auf den Tag genau - am 10. April 1961 übernahm Dr. Ernst Heinson den ersten Vorsitz des neu gegründeten Erkrather Ortsvereins im Bergischen Geschichtsverein (BGV). Der bereits 1863 gegründete Bergische Geschichtsverein (Gesamtverein) ist heute mit fast 4000 Mitgliedern der größte historische Verein. Die Abteilung Erkrath des BGV ist eine von 15 regionalen selbständigen Abteilungen. „Doch schon wenige Jahre danach, mit dem Tod von Dr. Ernst Heinson im Jahre 1969, ruhte die Vereinsarbeit zunächst“, sagt uns Dr. Hans-Joachim Dietz, heutiger erster Vorsitzender des Ortsvereins. Vier Jahre später, 1972, nahm dann mit dem neuen Vorsitzenden, Rolf Kauert, der Verein wieder an Fahrt auf. Ziel des Vereins war und ist, die Erforschung der Geschichte des Bergischen Landes, insbesondere Erkraths und des Umlandes, historisch bedeutsames Wissen der Öffentlichkeit vermitteln und die regionale Bindung der Menschen in ihrem Lebensraum stärken. Und das tun die rund 72 Mitglieder äußerst rege: Seit 1994 erscheint regelmäßig die Schriftenreihe „Niederbergische Geschichten“. Hier suchen sich einzelne Mitglieder spannende Themen heraus und recherchieren dazu. In Band 9 aus dem Jahr 2018 berichtet Hanna Eggerath über „Juden in Erkrath“, Band 11 beschäftigt sich mit dem Thema „Pfarrer, Lehrer, Ärzte - Die Bongards, eine bergische Familie“ von Horst-Ulrich Osmann und Roland Koschmieder und die Ende 2021 erscheinende Ausgabe wird sich mit Eduard Dahlen, dem Düsseldorfer Maler beschäftigen.

Wussten Sie zum Beispiel wer Peter Kürten war? In der Reihe „Erkrather Geschichte(n)“ des Bergischen Geschichtsvereins berichtet Dr. Winfried Steiling zu der „Chimäre aus ‚Jack the Ripper’ und  einem Neandertaler am Stadtrand von Erkrath“. In Steilings Bericht heißt es: „Genauso nebulös wie unheimlich beschrieb die Düsseldorfer Bevölkerung den jahrelang fieberhaft von der Polizei gesuchten Serienmörder, bezichtigt in den Jahren 1925 bis 1930 zahlreiche Morde und Mordversuche begangen zu haben. Der in den letzten Jahren in Düsseldorf lebende Serienmörder Peter Kürten, im Mai 1883 in Köln-Mühlheim geboren und ab 1925 bis zu seiner Verhaftung 1930 in Düsseldorf lebend, war anders! Ein sehr gepflegter, im Anzug daherkommender deutlich jünger erscheinender und offensichtlich vielen Frauen attraktiv erscheinender und vertrauenserweckender Mann. Insgesamt neun Morde, sowie sieben Mordversuch wurden Peter Kürten bei seiner Verurteilung zum Tode vom Düsseldorfer Schwurgericht zugeschrieben. Das Vollstreckungsurteil „Tod durch das Fallbeil“ erfolgte am 2. Juli 1931 um 5 Uhr in Köln Klingelpütz.“ Herbert Bander schreibt unter anderem in einem seiner Berichte über die bekannte „Bayer-Villa“.  Kommerzienrat Artur Meckel aus Wuppertal ließ dieses prachtvolle Gebäude 1899. Von hier aus hatte er damals noch einen unverstellbaren Blick in die rheinische Tiefebene, wo in Leverkusen der Chemiekonzern Bayer seinen Sitz hatte und just im gleichen Jahr das weltbekannte, schmerzlindernde Mittel „Aspirin“ auf den Markt kam. 1910 erwarb  der Geheime Kommerzienrat Friedrich Bayer, Sohn des Mitbegründers der Bayer-Werke, das Gebäude.

 Auch das gehört zu den Aktivitäten des Bergischen Geschichtsverein Erkrath. Ausflüge in die Region. Hier ein Foto der letzten Exkursion nach Wülfrath vom Juli 2020, coronabedingt klein.
Auch das gehört zu den Aktivitäten des Bergischen Geschichtsverein Erkrath. Ausflüge in die Region. Hier ein Foto der letzten Exkursion nach Wülfrath vom Juli 2020, coronabedingt klein. Foto: Bergischer Geschichtsverein Erkrath

Zu den Feierlichkeiten im Rahmen des  60jährigen Bestehens des Erkrather Geschichtsvereins am 10. April wird Prof. Dr. Georg Eckert von der Universität Wuppertal einen Vortrag mit dem Titel „Die Bedeutung der Geschichtsvereine im 19. und 20. Jahrhundert“ halten. „Die Örtlichkeit der Feierlichkeiten steht noch nicht genau fest. Je nach Pandemielage wird sie entweder im Kaiserhof oder  vielleicht auch im Hochdahler Lokschuppen stattfinden. Wir müssen abwarten, wie sich die Lage enwickelt und was am Ende möglich ist“, so Dr. Dietz. Normalerweise treffen sich die Geschichtsfreunde jeden ersten Freitag im Monat (ist dieser ein Feiertag, am zweiten Freitag) ab 18  Uhr in der Gaststätte Neandertal No. 1, in Erkrath. Gäste sind hier stets willkommen. „Durch Corona ist dies allerdings momentan nicht möglich, so dass wir mit Rundbriefen untereinander in Kontakt bleiben und uns autauschen.“

http://www.bgv-erkrath.de).">Wer mehr über den Bergischen Geschichtsverein in Erkrath und seine Aktitvitäten erfahren möchte, klickt sich einfach auf die Homepage des Vereins ).

(nic)