Gefährliche Liebschaften

Gefährliche Liebschaften

Immer mehr Fälle der so genannten "Loverboy-Methode" kommen ans Tageslicht. Laut Aussagen des Landeskriminalamtes steigt auch die Zahl der Fälle in NRW.

Was sich für die minderjährigen Mädchen zunächst als "echte Liebe" anfühlt, wird schnell zum Albtraum. Junge Männer - meist zwischen 18 und 28 Jahren - gaukeln den jungen Mädchen (ab 12 Jahren) wahre Gefühle vor, isolieren sie von Freunden und Familie und zwingen sie durch emotionale Abhängigkeit in die Zwangsprostitution.
Über die Sozialen Medien, aber auch im realen Leben, kommen die kriminellen "Loverboys" mit ihren Opfern in Kontakt. Sie gaukeln Gefühle vor, machen teure Geschenke und stellen die Mädchen für einen gewissen Zeitraum in ihren eigenen Lebensmittelpunkt. Doch der Wendepunkt der anfänglichen Liebesgeschichte folgt auf dem Fuße: Mit banalen Ausreden lügen die jungen Männer Geldsorgen vor und zwingen die Mädchen in ein Prostitutionsverhältnis. Ein grausames Ende der meist "ersten Liebe"!

Für Andrea Bleichert von der Kinder-, Jugend und Familienhilfe des SKFM Erkrath sowie für die städtische Gleichstellungsbeauftragte Annegret Pollmann kann nur Aufklärung an dieser Stelle helfen. Mit einem Informationsabend möchten die beiden Frauen erläutern, durch welche Hölle die Mädchen in der Zeit gehen müssen und welchen Schutz es vor den "Loverboys" gibt.

Referieren werden sowohl Fachleute der Frauenberatungsstelle Düsseldorf, der Kriminalpolizei Düsseldorf, als auch Mitarbeiter der Fachstelle für Opfer und Frauenhandel. "Wir erwarten sogar Mitglieder der Elterninitiative für Loverboy- Opfer aus Düsseldorf", berichtet Andrea Bleichert, die bereits seit drei Jahren versucht, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. "Es ist schwierig, für dieses Thema Kooperationspartner zu finden. Zudem haben uns zunächst die finanziellen Mittel für Präventionsangebote gefehlt." Dank Unterstützung der Kreisgleichstellungsstelle des Kreises Mettmann, aber auch dank einer großzügigen Spende vom "Inner Wheel Club Hilden- Hann- Velbert", kann nun in die aktive Präventionsarbeit eingestiegen werden. Bereits vor wenigen Wochen initiierten die beiden Damen ein Theaterstück zu besagtem Thema an einer örtlichen, weiterführenden Schule. "Besonders die jungen Schülerinnen müssen für dieses Thema sensibilisiert werden. Sie müssen gestärkt werden NEIN zu sagen", sind sich die Initiatorinnen sicher. Das Theaterstück, welches den Ablauf der Methode bis in die kleinste Fassette widerspiegelte, ist ein Angebot, das auch anderen Schulen zu Teil werden kann. "Die Gelder für solche Angebote stehen bereit", verrät Annegret Pollmann, die gleichzeitig weiterführende Schulen aufruft, sich für dieses Präventionsangebot zu melden.

Der Infoabend richtet sich nicht nur an Eltern junger Mädchen, sondern auch an Fachpersonal. "Lehrer, Vertrauenslehrer und weitere Pädagogen sind herzlich eingeladen, sich die Vorträge anzuhören und an der anschließenden Diskussion teilzunehmen", so Andrea Bleichert.


Info:
Der Informationsabend findet am 6. März um 19 Uhr in der Stadthalle Erkrath an der Neanderstraße statt. Eintritt ist kostenfrei/ Dauer rund zwei Stunden.