Wertvolle Arbeit um Schulverweigern wieder den Weg ins Klassenzimmer zu ebnen SKFM-Projekt „Zündstoff“ endet nach 25 Jahren

Hochdahl · 25 Jahre lang hat sich der SKFM Erkrath mit seinem Projekt „Zündstoff“ um Schulverweigerer in Erkrath und dem Kreis Mettmann gekümmert. Zum Ende dieses Schuljahres läuft diese Arbeit nun aus, weil die Finanzierung nicht gesichert ist.

Das Projekt "Zündstoff" des SKFM Erkrath endet im Juni: Maßgeblich mitgestaltet wurde es in den letzten 25 Jahren von Robert Roleih (re.), Anja Weyers und Berthold Santjer (3.v.re.). SKFM-Geschäftsführer Sascha Eskandari schätzt die Arbeit seiner drei Mitarbeiter sehr und wird sie zukünftig in neue Projekte einbinden.

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Die Gründe, warum Kinder und Jugendliche die Schule schwänzen, sind vielfältig und für jeden Fall individuell zu betrachten. Wenn die Schüler zu häufig der Schule fern bleiben, drohen ernsthafte Konsequenzen, die in der Regel auch mit Bußgeldern einhergehen. Um diesen Kindern und Jugendlichen wieder eine Chance zu geben, sich in den Schulalltag zu integrieren und einen Schulabschluss zu machen, wurde vor 25 Jahren das SKFM-Projekt „Zündstoff“ ins Leben gerufen.

Ziel war es von Beginn an, durch pädagogische Fachkräfte, in gemeinsamen Gesprächen mit den Schülern, die Gründe für das Fernbleiben vom Unterricht zu erarbeiten und durch die Betreuung im Projekt, wieder den Weg in den Klassenraum zu ebnen. Das Projekt richtete sich an Kinder ab zwölf Jahren. Die jungen Teilnehmer wurden unterhalb der Woche, statt in der Schule beim SKFM Erkrath in kleinen Gruppen von Fachkräften betreut. Ein geregelter Tagesablauf, Übernahme von Aufgaben für die Gruppe, Einübung von sozialen Kompetenzen durch die praktische Arbeit in der Werkstatt, Angebote im Nachmittagsbereich zur sinnvollen Freizeitgestaltung und natürlich praxisnaher Unterricht waren die Kernelemente des Projektes „Zündstoff“.

Auch die Schulen waren von Beginn an in diese Arbeit eingebunden und stellten eine Lehrkraft stundenweise bei „Zündstoff“ frei, um den Regelunterricht in den Kernfächern sicher zu stellen. „Hier gab es leider im Laufe der Jahre immer wieder Probleme, dass überhaupt ein Lehrer seitens der Schulen zur Verfügung gestellt werden konnte“, erinnert sich Berthold Santjer (Pädagogischer Leiter und stellvertretender Geschäftsführer SKFM Erkrath e.V.). Auch die Finanzierung des Projektes war im Laufe der Jahre immer wieder ein Thema. „Anfangs war Zündstoff eine geförderte Maßnahme vom Landschaftsverband Rheinland. Hierbei wurden die Fixkosten abgedeckt“, sagt Berthold Santjer. In den Jahren 2006 bis 2019 wurde das Projekt durch den Europäischen Sozialfond unterstützt. Im Anschluss hat die Stadt Erkrath die Förderung übernommen. Der SKFM trug einen Eigenanteil.

„Gemeinsam mit der Stadt Erkrath haben wir in den vergangenen Jahren viel dafür getan, die Wirksamkeit des Projekts sichtbar zu machen und seine Finanzierung langfristig zu sichern. Der stetig wachsende Eigenanteil ist für uns als Träger unter den Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre jedoch nicht mehr tragbar, sodass wir den Auftrag schweren Herzens zurückgeben müssen. Unsere fachliche Erfahrung bringen wir dennoch weiterhin gerne ein, um gemeinsam mit Stadt und Land tragfähige und dauerhafte Angebote für diese jungen Menschen zu entwickeln. Denn der Bedarf ist unverändert groß. Aus meiner Sicht brauchen erfolgreiche Ansätze wie ‚Zündstoff‘ auf Dauer keine Projektlogik mehr, sondern eine verlässliche Regelförderung.“

Dass das Projekt „Zündstoff“ zum Ende diesen Schuljahres ausläuft, darauf hat der SKFM Erkrath bereits im ersten Quartal 2026 im Rahmen des Jugendhilfeausschusses hingewiesen. Berthold Santjer, Anja Weyers (Dipl.-Sozialpädagogin), Robert Roleih (Werkspädagoge) und Sascha Eskandari (Geschäftsführer SKFM Erkrath) hoffen, dass die Politik und die Verwaltung die Notwendigkeit eines solchen Projektes wie „Zündstoff“ erkennen und vielleicht für die Erkrather Schulverweigerer ein neues Angebot entsteht. Der SKFM Erkrath steht mit seiner Expertise in jedem Fall zur Verfügung. „Unsere größte Sorge ist, dass diese Kinder und Jugendlichen durchs Raster fallen.“

(nic)