Bodybuilding ist seine große Leidenschaft Der Weg zum „Mister Olympia“ in Las Vegas

Hochdahl · Bis zu meinem 18. Lebensjahr war mein Leben etwas chaotisch“, gibt der heute 32-Jährige Maksym Maslikhov mit einem schelmischen Lächeln zu. Doch dann entdeckte er den Sport für sich, der dafür sorgte, dass der damals heranwachsende Mann, mehr Struktur und Disziplin in sein Leben und seinen Alltag bekam.

Maksym Maslikhov (Mitte) bei der NRW-Landesmeisterschaft.

Foto: privat

Über den Kampfsport kommt er vor zehn Jahren zum Bodybuilding und daraus wird eine Leidenschaft, die ihn bisher unter anderem den zweiten Platz bei den NRW-Meisterschaften 2026 in Duisburg und den fünften Platz bei den Deutschen Meisterschaften 2026 in Wiesloch (Baden-Württemberg) eingebracht hat. Aktuell bereitet sich Maksym Maslikhov auf die Qualifikationsphase in der Amateurklasse für „Mister Olympia“ in Las Vegas am 23. September vor. Von den Tausenden von Anwärtern ist er bereits unter die 60 Besten gekommen.

Vor vier Jahren floh der damals 28-Jährige vor dem Krieg in seinem Heimatland der Ukraine. „Fünf Monate nach Kriegsbeginn flüchtete ich zunächst von Odessa zu meinen Eltern nach Nova Kachowka, was etwa 100 Kilometer entfernt liegt.“ Dort bleibt er etwa zwei Wochen. Danach geht es weiter über die Krim, durch Russland nach Litauen. „Kurz nachdem ich mich von meinen Eltern verabschiedet hatte, wurde das Gebiet von Russland angegriffen und mein Elternhaus völlig zerstört“, berichtet er unter Tränen. Glücklicherweise konnten sich seine Eltern rechtzeitig in Sicherheit bringen und leben inzwischen bei seinem Bruder in Tschechien.

Als Maksym Maslikhov schließlich in Düsseldorf ankommt, kann er auch endlich wieder seine Freundin, die ebenfalls nach Kriegsbeginn aus der Ukraine geflüchtet war, in die Arme schließen. Durch den Vermieter ihrer gemeinsamen Wohnung bekommt er einen Job in der Hochdahler Physiopraxis von Heike Gobbers-Klüwer und Ulf Klüwer vermittelt – denn Maksym Maslikhov ist ausgebildeter Sporttherapeut. „Die anfängliche Sprachbarriere konnte er schnell überwinden und absolvierte während seiner Zeit in Erkrath zusätzlich noch die Trainer B-Lizenz“, sagt uns sein Chef Ulf Klüwer. Das war vor rund 1,5 Jahren und Maksym ist glücklich, endlich wieder in seinem Beruf zu arbeiten und gleichzeitig sein Hobby Bodybuilding zu leben.

„Einer seiner größten Wünsche war, einmal die FIBO in Köln zu besuchen, und diesen Wunsch haben wir ihm im vergangenen Frühjahr gerne erfüllt“, so Ulf Klüwer. Das Team der Hochdahler Physiopraxis, seine Freundin und seine Familie sind sehr stolz auf Maksym und er zeigt, dass man mit Disziplin und Leidenschaft all seine Ziele erreichen kann.

„Bodybuilding ist kein Sport für Einzelkämpfer. Der Weg zum Erfolg erfordert nicht nur harte Disziplin und tägliches Training, sondern ganz entscheidend auch die Unterstützung von Familie und engen Freunden. Ohne dieses starke Umfeld wäre es deutlich schwerer, die notwendige mentale Stärke und Motivation aufrechtzuerhalten“, so der Sportler. „Ich bin unendlich dankbar, dass ich genau solch ein unterstützendes Umfeld habe. Meine Freundin, meine Familie und mein gesamtes soziales Netzwerk stehen hinter mir, motivieren mich in schwierigen Phasen und feiern die Erfolge mit mir. Diese Rückendeckung trägt maßgeblich zu meiner Entwicklung bei und das sowohl sportlich als auch persönlich. Dafür bin ich jeden Tag von Herzen dankbar.“

Aktuell trainiert er vier Mal die Woche, in der Wettkampf-Vorbereitungsphase findet das Training sieben Tage die Woche statt. Betreut wird er dabei von seinem Trainer Serkan Cetin. Mit seinen 1,67 Meter tritt er in der Klasse bis 80 Kilogramm an. Zwölf Wochen vor jedem Wettkampf muss er sich neben dem harten täglichen Training einer strengen, an ihn angepassten Diät unterziehen. „Das bedeutet sieben Tage die Woche gibt es Reis mit Hähnchen und Gemüse; dazu dann bis zu acht Liter Wasser am Tag“, so Maksym Maslikhov. Der Erfolg bei den Wettkämpfen machen all‘ diese Entbehrungen wett. „So lange es meine Gesundheit zulässt, werde ich weiter trainieren und meine Ziele verfolgen.“ Und wir drücken ihm dabei ganz fest die Daumen und hoffe, dass er im September bei „Mister Olympia“ in Las Vegas an den Start gehen darf.

(nic)