Zehn Jahre Apamoyo Bildung ist der Schlüssel für eine Zukunft

Unterbach · Apamoyo e.V. feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Gegründet wurde der Düsseldorfer Verein 2016 von dem Unterbacher Wim Dohrenbusch und einigen Mitstreitern (wir berichteten). Als langjähriger Afrika-Korrespondent und ehemaliger Leiter des ARD-Hörfunkstudios Nairobi, kennt er den Kontinent sehr gut und die Zukunft der dort lebenden jungen Menschen liegt im sehr am Herzen.

Der Unterbacher Wim Dohrenbusch (2.v.li.) und John Kamande (Projektkoordinator von CoWA, re.) während der Graduierungsfeier am St. Kizito Vocational Training Institute mit zwei erfolgreichen AbsolventInnen (Solomon Mbugua, Kfz-Mechanik, und Cecilia Wambui, Hauswirtschaft).

Foto: Apamoyo e.V.

Der vermeintliche Elendskontinent Afrika ist kein hoffnungsloser Fall. Das steht für Wim Dohrenbusch fest. Die Schlüssel zur Armutsbekämpfung sind für ihn Bildung und Arbeit. Vor allem eine handwerkliche Berufsausbildung bietet nachhaltige Perspektiven. Apamoyo unterstützt Mädchen und Jungen dabei, ihr Leben selbstständig und eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Wim Dohrenbusch weiß, wovon er spricht, denn durch seine langjährige berufliche Tätigkeit in Afrika, hatte er die bittere Realität täglich vor Augen. Mit seiner Frau und zwei Kindern lebte er viele Jahre in der Millionenstadt Nairobi, direkt gegenüber dem Kibagare-Slum und hat mit eigenen Augen gesehen, wie Jugendliche, ohne Job und Perspektive, auf der Straße leben, gleichzeitig aber hoher Mangel an qualifizierten und zuverlässigen Handwerkern herrscht. Aufgrund der langen beruflichen Erfahrung, vor allem aber in Folge unzähliger persönlicher Begegnungen im kenianischen Alltag und manchem privaten Hilfsprojekt, ist die Idee für Apamoyo entstanden. „Anders als beispielsweise bei uns in Deutschland kostet in Afrika eine Ausbildung richtig viel Geld, denn die jungen Menschen müssen dazu eine private berufsspezifische Schule besuchen“, erklärt er uns im Gespräch. Ein Ausbildungsplatz kostet im Jahr zwischen 600 bis 1000 Euro. Und hier kommt Apamoyo ins Spiel. „Wir vergeben an die Jugendlichen Ausbildungsstipendien, die durch unsere eingenommenen Spenden finanziert werden.“ Doch das ist noch lange nicht alles, was der Verein leistet. Er hilft außerdem bei der Berufsberatung, vermittelt Praktika, bringt die Mädchen und Jungen in Berufsschulen und Ausbildungswerkstätten unter und finanziert dessen Ausbildung. Darüber hinaus berät und hilft Apamoyo bei der Existenzgründung.

Mit dem kenianischen Verein CoWA (Companionship of Works) verfügt Apamoyo über eine ständige Vertretung in der Hauptstadt Nairobi. „Wir arbeiten mit Ausbildungsträgern, Unternehmen und der kenianisch deutschen Industrie- und Handelskammer zusammen. Mit unseren Angeboten erreichen wir mehrere Tausend junge Frauen und Männer. 90 Prozent unserer Absolventen befinden sich heute in festen Arbeitsverhältnissen“, so Wim Dohrenbusch. Seit 2016 konnte der Verein Zuwendungen in Höhen von mehr als 200.000 Euro für seine Projektarbeit in Kenia einsetzen. Bis heute wurden mehr als 100 Stipendien vergeben; davon 44 Prozent an weibliche und 56 Prozent an männliche Auszubildende.

„Zu unserem runden Geburtstag wollen wir uns nun bei unseren Spendern bedanken und nicht zuletzt öffentlich auf unsere Arbeit und unsere Erfolge aufmerksam machen.“ Unter anderem ist in der Düsseldorfer Altstadt ein Charity-Dinner im Bistro-Restaurant „Zicke“ am 18. Mai geplant und am 29. August findet in der Unterbacher „Weinquelle“ das Sommerfest des Vereines statt. Für die musikalische Unterhaltung sorgen die Band „Tritop“ und „Mojo“. „Auch ein Vertreter unserer kenianischen Partner-Organisation und eine erfolgreiche Absolventin unseres Stipendienprogramms werden aus erster Hand über berufliche Bildung in Afrika und unser Engagement berichten.“ Die Autorin und Journalistin Maren Gottschalk wird aus ihrem Buch „Jenseits der Ngong Berge“ lesen. Wer mehr über Wim Dohrenbusch und seine Arbeit erfahren möchte, bekommt weitere Informationen auf der Webseite des Vereins www.apamoyo.de.

(nic)