Was geschieht nun mit den Kameras an den Bahnhöfen?

Was geschieht nun mit den Kameras an den Bahnhöfen?

Die beiden CDU-Ratsmitglieder Wolfgang Jöbges und Regina Wedding sind entrüstet. Lange Zeit hatten die Kommunalpolitiker gemeinsam mit ihren Fraktionskollegen für die Installierung von Überwachungskameras an den drei örtlichen Bahnhöfen (Millrath, Hochdahl und Alt-Erkrath) gekämpft.

Mit Erfolg: 2004 konnten die Überwachungskameras an allen drei Standorten montiert werden.

(tb) Als Kooperationspartner sprangen zu dieser Zeit sogar die Stadtwerke Erkrath ein. "Die Daten der Kameras wurden auf einem gesonderten Server bei den Stadtwerken gespeichert. Nur Mitarbeiter der Deutsche Bahn, sowie der Polizei hatten Zugriff zu den Videos. Da neue Kabel für die Überwachungsanlagen gelegt werden mussten und die Stadtwerke in Millrath direkte Nachbarn des Bahnsteiges sind, war dieser Weg vor 15 Jahren der einfachste", erklärt Wolfgang Jöbges. Eigentlich ein funktionierender Kompromiss, wären die Kameraanlagen mit den Jahren nicht notwendigerweise überholungsbedürftig geworden.

"Im vergangenen Jahr kam von Seiten der Verwaltung der Hinweis, dass die Technik der Kameraanlagen nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. Wir haben uns daraufhin an die Bahn gewandt in der Hoffnung, dass diese die Anlagen überholen", verrät Regina Wedding, die sich besonders um den Bahnhof Millrath seit Jahren bemüht, diesen sogar von Schülern künstlerisch gestalteten ließ. "Wir sehen die Bahn in der Pflicht, den Neuerungen nachzukommen. Schließlich wollen diese mit den Kunden Geld verdienen und eben diesen Kunden muss Sicherheit gewährleistet werden." Dass die Kameras, auch wenn keine 24 Stunden Übertragung gewährleistet werden konnte, zu subjektiven Sicherheitsgefühl der Bahnfahrer beigetragen haben, dessen ist sich Wolfgang Jöbges sicher. "Waren vor der Installierung der Kameras noch deutlich mehr Angriffe, Überfälle und Fälle von Vandalismus zu verzeichnen, hat sich dieser Zustand dank der Kameras minimiert." Für die Deutsche Bahn ist jedoch eben dieser "sichere" Zustand der Grund, die Technik nicht zu erneuern.

In einem Antwortbrief heißt es: "Die Bahnhöfe in Erkrath bieten (zum Glück) aktuell keinen sicherheitsrelevanten Schwerpunkt. Außer einzelner Graffiti- und Vandalismus- Vorfällen sind in den letzten Jahren keine Auffälligkeiten an den Stationen festgestellt worden. Unter dieser Prämisse sind die Voraussetzungen für eine kosten- und personalintensive Kamera-Offensive nicht abzuleiten." Auch die Sorge des Datenschutzes wurde seitens der Deutschen Bahn angesprochen. "Was wir nicht verstehen können, schließlich schafft es beispielsweise die Regiobahn auch, ihre Bahnhöfe zu überwachen. Auch in den Bahnen selbst sind Kameraanlagen installiert. Dieses Argument greift für uns nicht", so Jöbges, der sich bei der Frage über die Finanzierung einen Kompromiss vorstellen könnte. "Die Stadt hat auch damals die Kosten für die Installierung der Kameras übernommen. Es würde uns freuen, wenn sich die Deutsche Bahn zu Gesprächen bereiterklären würde", hofft Regina Wedding.

Aktuell sind die Kameras auf den Bahnsteigen noch nicht abmontiert worden. "Die Hinweisschilder wurden allerdings bereits entfernt", bemerken die beiden Politiker. Ob noch eine Übertragung zum Server stattfindet, steht nicht fest. "Wir nehmen den Kampf für die neue Kameraanlage allerdings wieder auf, denn wir möchten, dass Erkraths Bürger mit einem sicheren Gefühl die Bahn nutzen können."