Nachlese Tatort Hospiz: Warum Lachen stets so wichtig ist

Hochdahl · Es ist kein gewöhnlicher Ort für eine Krimilesung, doch genau das machte den Abend im Franziskus-Hospiz Hochdahl so besonders. Rund 60 Gäste waren der Einladung gefolgt, um einen Abend zu erleben, der zwischen tiefer Emotionalität und herzhaftem Lachen balancierte. Ein Haus voller Leben und Herz.

Die Krimi-Cops zur Lesung im Franziskus-Hospiz Hochdahl.

Foto: Timo Kremerius

Nachdem die „echten“ Ordnungshüter die Lage sondiert und für sicher erklärt hatten, begrüßte Silke Kirchmann, Leiterin des Franziskus-Hospiz e.V., die Besucher. Ihr Anliegen war klar: Das Hospiz ist kein Ort der reinen Traurigkeit. „Wir tun alles dafür, unseren Gästen und ihren Angehörigen eine möglichst gute Zeit zu bereiten“, betonte Kirchmann stolz. Die Arbeit im Haus werde von allen Beteiligten mit „großem Herzen“ geleistet. Da diese wichtige Begleitung jedoch maßgeblich auf Spenden angewiesen ist, freute sich das Team besonders über die Großzügigkeit der Gäste, die trotz freien Eintritts fleißig die Spendenbox füllten. Belohnt wurde das Publikum mit einem Programm der Extraklasse: Die Krimi-Cops waren angerückt. Das Besondere an der Truppe: Drei von ihnen – Ingo Hoffmann, Carsten Rösler und der aktuell im Auslandseinsatz befindliche Martin Niedergesähs – sind auch im echten Leben Polizisten. Der vierte im Bunde, der ehemalige Chef Klaus Stickelbroeck, genießt zwar bereits seine Pension, tourt aber weiterhin mit Begeisterung für die Literatur durch das Land.

Die drei Autoren gewährten amüsante Einblicke in ihre Entstehungsgeschichte: Aus dem polizeilichen Tagesgeschäft heraus entstand einst die Idee, die Erlebnisse niederzuschreiben. Jedoch nicht als trockenes Protokoll, sondern als spannendes Gesamtwerk. Mittlerweile ist bereits der neunte Band der erfolgreichen Reihe erschienen. An diesem Abend standen Kurzkrimis auf dem Plan. Doch wer eine klassische Lesung erwartete, wurde überrascht: Klaus Stickelbroeck begeisterte als „Chamäleon“ mit einer Mimik, die den ganzen Raum einnahm. Ingo Hoffmann und Carsten Rösler lieferten sich verbale Schlagabtausche und frotzelten herrlich um die Wette. Es herrschte eine ungezwungene Atmosphäre, in der ein Lacher den nächsten jagte. Heiterkeit in einem Haus des Abschieds - für die Veranstalter kein Widerspruch. Trotz der gelösten Stimmung blieb die Ernsthaftigkeit des Ortes präsent.

Auf die Frage, warum kein Bewohner des Hospizes an der Lesung teilnahm, fand Silke Kirchmann ehrliche Worte, die die Vergänglichkeit des Augenblicks unterstrichen: „Das ist leider nicht möglich. Angesichts der Tatsache, dass die durchschnittliche Verweildauer unserer Patienten momentan bei nur sechs Tagen liegt, war es diesmal keinem von ihnen möglich, dabei zu sein.“ Ein Satz, der nachwirkte und verdeutlichte, wie wertvoll jeder Moment der Freude ist, ob bei einem Einsatz der Krimi-Cops oder im täglichen Miteinander im Hospiz.