Konstanze Schättel am Sandheider Markt in Erkrath

Neues Atelier am Sandheider Markt : Sie macht unsere Welt schön bunt

„Du bist unsere Künstlerin“ - dieser Satz ist für Konstanze Schättel quasi wie ein Ritterschlag und stammt von Kindern aus der Sandheide. „Deshalb bin ich hier genau richtig“, sagt die 54-Jährige über ihr Atelier am Sandheider Markt.

Eigentlich kommt sie aus Gerresheim und wohnt dort auch. Freunde und Bekannte waren eher skeptisch, als sie für den Standort ihres Ateliers den Sandheider Markt wählte. „Da bleibst du doch bestimmt nicht lange“, unkte so manch’ einer, doch Konstanze Schättel ist geblieben und „ich werden hier auch bleiben, denn das ist genau der Ort, der richtig für mich ist.“ Die Sandheide hat in Erkrath und auch über die Grenzen der Stadt hinaus, keinen allzu guten Ruf. Rockerbanden, libanesische Familienclans, ein Schmelztiegel vieler unterschiedlicher Nationen. Aber genau diese Buntheit, dieses vermeintlich Unperfekte, liebt die Künstlerin und das inspiriert sie. Schättel stellt ihr Licht gerne mal unter den Scheffel. Sie ist, was die Kunst betrifft, Autodidaktin und würde sich selbst vermutlich nicht als Künstlerin bezeichnen.

„Kreativ war ich schon immer, aber ich habe nie einen Kunstkurs besucht oder in irgendeiner anderen Hinsicht einen professionellen künstlerischen Backround“, sagt sie. Ihre Kunst nutzt sie als Ausgleich zu ihrem Job in einem Forschungslabor. Denn das ist Konstanze Schättel auch - bodenständig. „Meine Eltern wollten, dass ich etwas lerne, womit ich später auch Geld verdienen kann“, schmunzelt sie. Doch auch bei ihrer Arbeit im Laborkittel schimmert ihre kreative Ader durch. „Als Wissenschaftler muss man auch kreativ sein und diese Kreativität habe ich in meinen ersten Berufsjahren mittel Illustrationen eingefangen - sehr zur Freude meiner Kollegen.“ Seit Mai hat sie nun ihr Atelier von ihrem Wohnsitz in Gerresheim nach Erkrath verlegt. „Ich brauchte einfach mehr Platz - vor allem für großformatige Bilder, die hier in Zukunft unter anderem entstehen sollen.“

Ihre Herangehensweise an ein Bild ist völlig unorthodox. „Ich habe vorher keinen Plan, höchstens eine Idee, ein Thema und dann fange ich einfach an. Ein steter Fluss, ein sich Treiben lassen“, beschreibt sie ihre Arbeitsweise als Künstlerin. Und so entstehen Werke, hinten denen immer eine Geschichte steht und die Unikate sind. Die Sandheide hat sie geerdet, ihr gezeigt, wie privilegiert sie ist, dass es ihr im Gegensatz zu vielen Menschen richtig gut geht und das weiß sie sehr zu schätzen. Deshalb möchte sie diesem Stadtteil gerne auch etwas zurück geben. „Ich plane mein Atelier und die dahinter liegende Garage in naher Zukunft in eine kleine grüne Oase zu verwandeln. Neben meiner Kunst finden die Besucher dann hier auch viel Grün, viele Pflanzen und viel Lebendiges. Die Garage könnte man vielleicht sogar für Lesungen oder andere Events nutzen.“ Auch Düsseldorfer Kunststudenten möchte sie in ihr Atelier einladen und in einen Dialog treten.

Als Mitglied des im vergangenen Jahr gegründeten Vereins „Sandheider Markt 4U“ möchte sie sich auch noch intensiver für den Stadtteil einsetzen. Wir dürfen also gespannt sein, was die Zukunft so bringt - aber auf jeden Fall wird sie, dank Konstanze Schättel, auch ein bisschen bunt und verrückt sein.

(nic)
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