Nachgefragt: Beratung vor Ort ist wieder wichtiger

Nachgefragt: Beratung vor Ort ist wieder wichtiger

Fünf Fragen an den Vorsitzenden der Erkrather Werbeban.de, Tobi Wienke, zum Thema "Wirtschaftskraft Erkrath".

(tb) Wie groß schätzen Sie den derzeitigen Einfluss des Online-Handels auf den Handel hier bei uns vor Ort ein?
Tobi Wienke: Leider nach wie vor sehr groß. Allerdings stelle ich auch fest, dass eben die speziellen Fachgeschäfte in Erkrath funktionieren - gerade, weil die Beratung vor Ort wieder wichtiger wird und der große Hype des Onlineshoppings gefühlt etwas nachlässt. Allerdings bin ich kein Freund davon, den Online-Handel per se zu verteufeln. Man muss lernen, damit zu leben und versuchen, die Herausforderung zu meistern.

Planen Sie für den Handel vor Ort in absehbarer Zukunft einen digitalen Marktplatz, um die Umsätze auch über Online-Handel zu stärken oder welche anderen Zukunftsstrategien gibt es innerhalb der Werbegemeinschaft?
Tatsächlich gibt es da Überlegungen - allerdings ist die Skepsis nach wie vor hoch und es stellt sich die Frage: Kann man wirklich auf diese Weise mit den Online-Riesen konkurrieren? Als Zusatzangebot ist so etwas immer interessant - wichtiger sind aber eher, Aktionen, die das Einkaufen "vor Ort" wieder attraktiver und interessanter machen. Dazu müssen die Kompetenz und Bedeutung der Beratung vor Ort mehr betont werden. Denn: Viele Ideen und Inspiration ergeben sich oftmals durch das persönliche Gespräch im Laden. Und das auf jeder Ebene.

Welche Angebote fehlen aus Ihrer Sicht vor Ort, welche Bedarfe sind ungenügend gedeckt?
Ein richtiger Buchladen fehlt mir persönlich. Das Angebot bei Rewe Stockhausen ist zwar eine gute Grundlage - aber ab und zu würde man gerne einfach mal stöbern. Dazu Basis-Bekleidung - da hat der Weggang von C&A gerade für Herren eine Lücke hinterlassen. Und ein Schuhgeschäft wäre noch eine sinnvolle Ergänzung. Allerdings ist Alt-Erkrath für die Dinge des täglichen Bedarfs eigentlich gut aufgestellt. Vor allem: Wenn man in den Läden fragt, besorgen einem die Händler auch fast alles.

Wie steht die Werbegemeinschaft zu verkaufsoffenen Sonntagen und wie ist die Meinung der einzelnen Mitglieder hierzu?
Tatsächlich gespalten. Einige Mitglieder sind Fans von verkaufsoffenen Sonntagen und würden diese gerne durchführen - andere hingegen haben da schon seit längerem resigniert und fragen da nach dem Sinn. Das steht und fällt natürlich auch mit der Gegenfrage: Wie stehen die Erkrather zu verkaufsoffenen Sonntagen und würden sie sich das wünschen?

Was versprechen Sie sich vom Ausbau der Regiobahn bis nach Wuppertal? Glauben Sie, dass es mehr (berufliche) Einpendler geben wird und hätte das Ihrer Meinung nach Einfluss auf die Umsätze vor Ort?
Ich denke nicht, dass der Ausbau sich in irgendeiner Weise auf die Umsätze in Erkrath auswirkt. Aus Wuppertal kann man mit der S8 schon immer einpendeln und die Zahl derer, die jetzt durch neue Haltestellen dazu kommen, dürfte überschaubar bleiben.

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