Reiseverkehr Pfingstwochenende: Die ADAC Stauprognose für Nordrhein-Westfalen

Kreis · Vor dem langen Pfingstwochenende müssen Reisende auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen wieder mit erheblichen Staus rechnen. Laut Prognose des ADAC in NRW ist die Staugefahr am Freitagnachmittag (13 bis 18 Uhr) besonders hoch.

Foto: ADAC Nordrhein/Johannes Giewald

„Berufsverkehr, Freizeitverkehr und zusätzlicher Reiseverkehr sorgen in Kombination für noch vollere Autobahnen“, sagt Mobilitätsexperte Prof. Dr. Roman Suthold.

Schon an „normalen“ Freitagen ist die Stauspitze laut ADAC am Nachmittag breiter und höher als an den übrigen Werktagen. Pfingsten sei für einen Kurzurlaub mit der Familie attraktiv, weil Arbeitnehmer durch den Feiertag am Montag keinen Urlaubstag für ein verlängerte Wochenende opfern müssten. Im vergangenen Jahr steckten Autofahrer am Freitag vor Pfingsten insgesamt 735 Stunden in Stau und stockendem Verkehr fest. Die Staulänge summierte sich in NRW auf rund 1270 Kilometer. Zu den staureichsten Tagen des Jahres zählte der Freitag 2025 - anders als bundesweit - in NRW aber nicht.

Beliebte Ziele für Urlauber aus Nordrhein-Westfalen bleiben unverändert die deutsche Nord- und Ostseeküste sowie die Niederlande. Auch zahlreiche Wohnmobilisten sind unterwegs. Wer die Stauwelle am Freitag umgehen möchte, der sollte laut ADAC erst am Abend oder am Samstag losfahren.

Am Samstagvormittag (10 bis 15 Uhr) besteht gerade auf den Hauptreiserouten jenseits von NRW allerdings noch ein erhöhtes Staupotenzial. In Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt beginnen die Ferien, in Baden-Württemberg und Bayern sogar die zweiwöchigen Pfingstferien. Besonders gefragt sind daher auch Reiseziele im Süden Europas, zum Beispiel Österreich, Italien, Kroatien und Südfrankreich.

Deutlich ruhiger wird es am Pfingstsonntag. Von Samstag bis Montag sind aufgrund des schönen Wetters auf den Ausfallstraßen der Städte in die Naherholungsgebiete auch Verzögerungen durch Tagesausflügler möglich.

Pfingstmontag erwartet der ADAC ab Mittag den ersten Rückreiseverkehr, vor allem rund um die Großstädte Berlin, Hamburg, Bremen, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München steigt die Staugefahr. Ein hohes Staupotenzial bergen auch die bundesweit etwa 925 baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen auf den Autobahnen. In NRW rechnet der ADAC ähnlich wie im vergangenen Jahr mit einem moderaten Stauanstieg am Pfingstmontag. Gute Nerven brauchen Reisende teilweise wieder außerhalb NRWs auf dem Rückweg von Nord- und Ostsee (z.B. A1, A2, A7) oder den Niederlanden (z.B. A12/A3).

Am Dienstag dürfte es auf den Autobahnen zwischen 7 und 18 Uhr voll werden, da sich der Rückreiseverkehr mit dem Berufsverkehr mischt. In Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist am Dienstag nach Pfingsten (26. Mai) offiziell noch schulfrei.

Staustrecken in NRW: Mit erheblichen Verzögerungen rechnet der ADAC in NRW am Freitag unter anderem auf der A1 (Köln - Dortmund - Bremen - Hamburg), der A2 (Oberhausen - Dortmund - Hannover) und A3 (Köln - Oberhausen - Emmerich). Gerade auf dem Kölner Autobahnring, in den Bereichen Oberhausen/Duisburg (A3/A40, Kreuz Kaiserberg) und Bochum/Herne/Recklinghausen (A43) sowie rund um das Kamener Kreuz (A1) und auf der Wuppertaler Stadtautobahn (A46) drohen Staus und stockender Verkehr. Ein erhöhtes Staupotenzial sieht der ADAC in NRW auch auf der Verbindung Aachen - Köln - Olpe (A4), der Sauerlandlinie (A45) sowie der A52 (Düsseldorf - Essen) und A57 (Köln - Krefeld). Stau-Hotspots bleiben Baustellen mit Fahrstreifenreduzierung. Etwas entlastend könnten die Lkw-Fahrverbote am Sonntag (24. Mai) und Montag (25. Mai) wirken.

Bei einem Stau die Autobahn zu verlassen und über Landstraßen zu fahren, bringt laut ADAC nur selten einen Vorteil. Oft sind auch die Ausweichstrecken schnell verstopft und für massenweise Zusatzverkehr nicht ausgelegt. In Ortschaften bilden sich an Ampeln und Kreisverkehren lange Rückstaus. „Durch Echtzeitinformationen empfehlen die Navigationssysteme immer wieder Alternativrouten abseits der Autobahn, teilweise auch mitten durch Großstädte. Oft beträgt der prognostizierte Zeitgewinn aber nur wenige Minuten und die Lage auf der Alternativstrecke verschlechtert sich innerhalb kürzester Zeit. Dann braucht man unter dem Strich noch länger“, erläutert ADAC Experte Suthold. In der Regel macht es daher erst ab Staus von mehr als zehn Kilometern Länge oder bei einer Vollsperrung Sinn, von der Autobahn abzufahren.

ADAC Stauberater in NRW: Um staugeplagte Autofahrer zu unterstützen, sind am Freitag, den 22. Mai und Dienstag, den 26. Mai die Stauberater des ADAC Nordrhein mit ihren Motorrädern wieder auf den Autobahnen in NRW unterwegs. Sie beruhigen genervte Urlauber, helfen bei der Routenplanung, geben Reise-Tipps, erklären die Rettungsgasse und verteilen Getränke und Spielsachen für Kinder, um die Wartezeit erträglicher zu machen.

Das sind (bundesweit) die Strecken mit der höchsten Staugefahr:

- Großräume Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, Stuttgart und München

- A1 Köln - Dortmund - Münster ; Osnabrück - Bremen - Hamburg - Lübeck - Fehmarn

- A1/A3/A4 Kölner Ring

- A2 Oberhausen - Dortmund - Hannover; Braunschweig - Magdeburg

- A3 Arnheim - Oberhausen - Köln - Frankfurt; Linz - Passau

- A4 Aachen - Köln - Olpe; Chemnitz - Dresden - Görlitz

- A5 Karlsruhe - Basel; Kassel - Frankfurt

- A6 Mannheim - Heilbronn - Nürnberg

- A7 Flensburg - Hamburg - Hannover - Kassel; Ulm - Füssen/Reutte

- A8 Karlsruhe - Stuttgart - München - Salzburg

- A9 Berlin - Halle/Leipzig

- A10 Berliner Ring

- A11 Berliner Ring - Kreuz Uckermark

- A12 Berliner Ring - Frankfurt (Oder)

- A23 Hamburg - Heide

- A24 Hamburg - Schwerin

- A27 Bremen - Bremerhaven

- A40 Dortmund - Essen - Duisburg - Straelen

- A42 Dortmund - Oberhausen - Kamp-Lintfort

- A44 Dortmund - Kassel

- A45 Dortmund - Hagen - Gießen

- A57 Köln - Krefeld - Kleve

- A99 Autobahnring München

Die Autobahnabschnitte in NRW mit stauanfälligen Baustellen vom 21. bis 27. Mai laut Autobahn GmbH:

- A1: Münster-Hiltrup - Ascheberg

- A1: Kamen-Zentrum - Schwerte

- A1: Kreuz Leverkusen-West - Kreuz Köln-Nord

- A1: Erftstadt - Kreuz Bliesheim

- A3: Kreuz Oberhausen - Oberhausen-Holten

- A3: Kreuz Hilden - Mettmann

- A3: Lohmar - Siebengebirge

- A3: Siebengebirge - Kreuz Bonn/Siegburg

- A30: Rheine-Nord - Rheine

- A30: Ibbenbüren-West - Ibbenbüren

- A40: Kreuz Duisburg - Duisburg-Rheinhausen

- A43: Kreuz Recklinghausen - Bochum-Riemke

- A43: Bochum-Riemke - Kreuz Herne

- A44: Kreuz Dortmund/Unna - Kreuz Werl

- A44: Geseke - Kreuz Wünnenberg-Haaren

- A45: Kreuz Dortmund/Witten - Dortmund-Süd

- A45: Dortmund-Süd - Westhofener Kreuz

- A45: Westhofener Kreuz - Schwerte-Ergste

- A45: Hagen-Süd - Lüdenscheid-Nord

- A45: Lüdenscheid-Nord - Lüdenscheid

- A45: Drolshagen - Olpe

- A45: Kreuz Olpe-Süd - Freudenberg

- A45: Siegen - Siegen-Süd

- A45: Wilnsdorf - Haiger/Burbach

- A46: Wuppertal-Cronenberg - Sonnborner Kreuz

- A46: Wuppertal-Oberbarmen - Wuppertal-Barmen

- A61: Viersen - Mönchengladbach-Nordpark

- A61: Weilerswist - Kreuz Bliesheim

Ausland: Der ADAC rechnet auch auf den klassischen Urlaubsrouten im Ausland mit langen Verzögerungen. In Österreich sind insbesondere die A1, die A9, die Tauernautobahn A10, die Inntalautobahn A12 und die Brennerautobahn A13 zwischen Innsbruck und dem Brennerpass betroffen. Dort sorgt die Sanierung der Luegbrücke weiterhin für Einschränkungen. Ebenfalls staugefährdet sind die A14, die Fernpassstraße B179 und die Arlbergstraße B197.

Auf der Tauernautobahn gelten von Freitag bis einschließlich Montag, ganztägige Abfahrtssperren. In Tirol bestehen zudem an Samstagen, Sonn- und Feiertagen Fahrverbote auf zahlreichen Ausweich- und Landesstraßen in den Bezirken Innsbruck-Land, Kufstein, Imst und Reutte.

In der Schweiz bleibt die Verkehrslage auf der A1 zwischen Bern, Zürich und St. Margrethen angespannt. Ebenfalls stark belastet sind die Gotthard-Route A2, die A3 zwischen Basel, Zürich und Chur sowie die San-Bernardino-Route A13 in Richtung Chiasso.

Da am 25. Mai nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch in Frankreich, Belgien und den Niederlanden Feiertag ist, müssen Reisende am langen Pfingstwochenende auch hier mit Verzögerungen auf den Hauptreiserouten rechnen.

In Italien erwartet der ADAC insbesondere auf der Brennerroute A22 sowie auf der Verbindung Schweiz–Mailand–Genua über die Autobahnen A9 und A7 dichteren Reiseverkehr und teils längere Stauzeiten.

Bei der Einreise nach Deutschland kann es aufgrund der weiterhin bestehenden Grenzkontrollen zusätzlich zu Wartezeiten kommen.

Sonderinformation: Brennerroute stark beeinträchtigt

Reisende in Richtung Italien beziehungsweise zurück sollten besonders den Samstag, den 30. Mai im Blick haben. Aufgrund einer Demonstration wird die Brennerautobahn zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brenner von 11 bis 19 Uhr in beide Richtungen gesperrt. Auch die parallel verlaufenden Ausweichstrecken sind betroffen. Da die Sperrung in die Pfingstreisezeit fällt, muss mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und langen Staus gerechnet werden. Das Land Tirol empfiehlt deshalb, den Brennerraum großräumig zu umfahren und nicht notwendige Autofahrten zu vermeiden. Auch alternative Routen dürften stark belastet sein.

Rettungsgasse: Sobald der Verkehr stockt, muss eine Rettungsgasse gebildet werden. Wer den linken Fahrstreifen befährt, weicht nach links aus, Autofahrer auf allen anderen Fahrstreifen fahren nach rechts. Ansonsten drohen hohe Bußgelder, ein Fahrverbot und Punkte in Flensburg.

Aktuelle Informationen über die Baustellensituation in NRW und ganz Deutschland finden Autofahrer unterhttps://www.adac.de/reise_freizeit/verkehr/baustellen

Generell gilt für alle Baustellen: Aufgrund von schmaleren Fahrstreifen, wechselnder Spurführung und Geschwindigkeitsbegrenzungen erhöht sich die Unfall- und Staugefahr. Autofahrer sollten hier besonders aufmerksam, rücksichtsvoll und mit ausreichend Sicherheitsabstand fahren. In engen Baustellenbereichen mit deutlich schmaleren Fahrspuren ist es häufig nicht möglich, die Rettungsgasse korrekt zu bilden. Der ADAC in NRW empfiehlt deshalb, mit genügend Abstand und versetzt zu fahren, um im Ernstfall in die rechte Spur einfädeln zu können. So kann der linke Fahrstreifen für die Rettungskräfte freigehalten werden.

Eine individuelle Stauprognose mit Angaben zur genauen Tages- und Uhrzeit können Autofahrer über den ADAC Routenplaner unterhttp://maps.adac.de abrufen.

Mautgebühren: Mit der kostenlosen ADAC Drive App können sich Urlauber bereits im Vorfeld zusammen mit der Reiseroute auch die anfallenden Mautkosten berechnen lassen. Vignetten für Österreich, die Schweiz und Slowenien gibt es in allen Service-Centern des ADAC in NRW, online unterwww.adac-shop.de (Österreich/Schweiz) oder telefonisch unter 089 558 95 96 97 (Mo. bis Sa. 8 bis 20 Uhr).

Die App liefert zudem Routenplanungen für Auto, Wohnmobil, Motorrad und Fahrrad sowie die dazugehörige Navigations-Funktion (Kopplung via Apple CarPlay & Android Auto möglich), Ladestationen für Elektrofahrzeuge und die günstigsten Tankstellen.

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