1. Kreis

Julian Klute aus Mettmann kämpft für Menschen in Honduras.

Hilfsprojekt : Einsatz für Kinder in Honduras

Der Mettmanner Julian Klute ist Mitgründer und Geschäftsführer des Opportunity Projects, das sich für Kinder in Honduras einsetzt, indem es ihnen die Chance auf Bildung verschafft. Die Initiative steht noch am Anfang, hat aber bereits erste Erfolge zu verzeichnen.

(dir) Abitur am Heinrich-Heine-Gymnasium in Mettmann, Studium in den Niederlanden und anschließend ein Job in der Marketing-Abteilung eines großen Unternehmens in München – eigentlich lief es für Julian Klute karrieretechnisch wie am Schnürchen. Allein, wirklich zufrieden war er nicht. „Die Arbeit hat mir schon Spaß gemacht“, sagt der 26-Jährige, „aber es hat mich nicht ausgefüllt.“ Nach zwei Jahren in dem Job zog er die Konsequenzen und kündigte, um sich neu zu orientieren.

Es wurde ein radikaler Schnitt, er selbst bezeichnet es als einen Schritt ins Unbekannte. Julian Klute reiste für ein Jahr nach Mittelamerika, arbeitete dort ehrenamtlich bei einer Freiwilligen-Organisation in einem Projekt für Kinder, hielt sich in Guatemala, Honduras und El Salvador auf. „Dieses Jahr hat mir unheimlich viel gebracht“, erzählt er, „weil ich sehr unmittelbar mit den Menschen und ihren Problemen konfrontiert war. Dort zu helfen, hat mir unheimlich viel Freude gemacht.“

Ein Zurück in sein altes Leben kam für ihn danach nicht mehr in Frage, es hätte sich fast schon egoistisch angefühlt, sagt er. Stattdessen beschloss Julian Klute, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. In Mittelamerika hatte er Carlos Urbina kennengelernt, einen Unternehmer, dessen Aktivitäten darauf abzielen, gesellschaftliche Verbesserungen herbeizuführen. Die beiden entschlossen sich, ihre Fähigkeiten zu bündeln; im Januar dieses Jahres gründeten sie das Opportunity Project, eine Non-Profit-Organisation, die  für bessere Chancen der Menschen in Honduras kämpft. Die Organisation unterstützt gezielt von Armut betroffene Gemeinden und ruft Initiativen ins Leben, die den grundsätzlichen Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Einkommen ermöglichen. Ziel ist es, insbesondere Kindern und Jugendlichen die Werkzeuge und die Ambition zu vermitteln, um den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Derzeit kooperiert The Opportunity Project mit vier verschiedenen ländlich gelegenen Gemeinden in der Nähe der Kleinstadt Talanga, Honduras. Gemeinsam werden aktuell zwei konkrete Initiativen umgesetzt. In der Food for Thought Initiative wurden die örtlichen Schulen mit Kantinen ausgestattet.

Einer der Hauptfaktoren für die geringe Anwesenheit in der Schule ist die Unterernährung der Schulkinder. Deshalb erhalten anwesende Kinder nun an jedem Schultag ein kostenloses Mittagessen. Parallel zum Aufbau der Schulkantinen sorgt die Organisation in der Water for Health Inititiative dafür, dass die Schulen Zugang zu sauberem Trinkwasser, angemessenen sanitären Anlagen und Lernmaterial zur Verbesserung des Hygieneverhaltens der Kinder erhalten. Neben dem Vorbeugen von wasserbedingten Krankheiten verfolgt diese Initiative das Ziel, ein sicheres, inklusives und gerechtes Lernumfeld für die Schulkinder zu schaffen.

Zehn freiwillige Mitarbeiter zählt das Opportunity Project im Augenblick. Mit von der Partie ist auch Julian Klutes Vater Josef Klute, der seine Expertise als Wirschaftsprüfer und Steuerberater einbringt. Der Sohn kümmert sich vornehmlich darum, die notwendigen Mittel über Spenden zu generieren. Anfang nächsten Jahres will die Organsation einen ersten Transparenzbericht veröffentlichen. „Alle Mitarbeiter“, sagt Julian Klute, „sind ehrenamtlich tätig, das heißt, wir haben keine Personalkosten. Die Spenden kommen also in Gänze dort an, wo sie gebraucht werden.“

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Einen großen Vorteil seiner Organisation sieht er darin, dass Mitarbeiter wie bespielsweise Mitgründer Carlos Urbina, vor Ort sind, die genau wissen, was notwendig ist, um die Projekte effektiv umzusetzen. Und natürlich sollen weitere Initiativen folgen. Bildung wird dabei weiterhin im Fokus stehen. So möchte das Opportunity Project Kindern auch die Möglichkeit verschaffen, weiterführende Schulen zu besuchen, etwa mit Stipendien.

„Wir sind erst am Anfang und haben noch viel vor“, sagt Julian Klute. Der Schritt ins Ungewisse hat sich für ihn persönlich gelohnt, die neue Tätigkeit, sagt er, fülle ihn aus und er könne sich vorstellen, das Projekt zu seinem Beruf zu machen. „Aber“, betont er, „das ist zweitrangig. Was zählt, ist die Hilfe für die Menschen vor Ort.“

Wer mehr über The Opportunity Project erfahren oder es mit einer Spende unterstützen möchte, findet alle Informationen unter www.the-opportunity-project.org/

Wer einen Betrag spendet, kann sich eine Spendenbescheinigung von der Organisation ausstellen lassen und diese steuerlich geltend machen