Die Freude war groß, als das designierte Prinzenpaar auf einer internen Sitzung den Mitgliedern des Karnevalsausschuß‘ Unterbach vorgestellt wurde. Mit Standing Ovations wurden es auf der Bühne begrüßt und bejubelt.
Svenja Kaldenhoven ist bereits seit vielen Jahren Teil der Unterbacher Karnevalsfamilie. 2003 begann ihre karnevalistische Karriere in Unterbach als Mariechen in der Unterbacher Minitanzgarde. Von dort führte ihr Weg über die Weiß-Rote Tanzgarde bis in die Tanzgarde Rot-Weiß. Zudem trainiert die 29-jährige Tanzgruppen im Verein.
Drei Tage in der Woche sind für ihr eigenes Training in der Tanzgarde, das Trainieren der Tanzgarde Weiß-Rot sowie das Trainieren des Showtanzes reserviert. Ihre Leidenschaft entdeckte sie bereits vor ihrem sechsten Lebensjahr, als sie ihren großen Bruder auf die Karnevalsveranstaltung seiner Schule begleitete: „Als ich die Tanzgarden gesehen habe, bin ich wohl danach zu meiner Mutter gegangen und habe gesagt: ‚Das möchte ich auch machen!‘“, erzählt die gelernte Fachkrankenpflegerin für Notfallmedizin.
Seit zwölf Jahren arbeitet sie bereits im Schichtdienst. Ihre Kollegen aus der Notaufnahme im EVK haben ihre Unterstützung für die Karnevalszeit bereits zugesagt, wofür Svenja sehr dankbar ist. Auch wenn sie eigentlich nie Prinzessin werden wollte, ist es nun doch dazugekommen.
Die treibende Kraft dahinter war wohl ihr Prinz Henrik Wiskandt. Er war zum Zeitpunkt seiner Vorstellung seit gerade einmal drei Wochen Mitglied im Karnevalsausschuß Unterbach. Als geborener Unterbacher erinnert der 38-jährige Polizist sich noch an den Unterbacher Karneval, den er als Kind erlebt hat. „Früher zog der Zug immer direkt vor unserem Haus vorbei - und alle Tanzgarden konnten bei uns zur Toilette gehen“, erinnert er sich augenzwinkernd.
So richtig Teil der Unterbacher Karnevalsfamilie wurde er dann im vergangenen Jahr, als sein Vater Robert I. Prinz in Unterbach wurde. Genau wie sein Vater entwickelte auch Henriks Karriere im KA Unterbach vom Wagenengel zum Karnevalsprinzen. Er verkürzt die Vorlaufzeit im Vergleich zu seinem Vater, der zuerst zwei Sessionen in den Verein schnupperte, jedoch auf ein einziges Jahr. „Ich habe vorher ja immer nur den Karneval von außen gesehen. Wenn man dann dabei ist, sieht man, was da für ein Herzblut drinsteckt, das hat mich gepackt, das möchte ich fortführen“, erzählt er.
Kennengelernt haben die beiden sich in der letzten Session auf dem Ball des Prinzenpaares. Am Ende des Abends traute Henrik sich Svenja anzusprechen und so lernten die beiden sich kennen. Den richtigen Moment, um Svenja dann zu fragen, ob sie seine Prinzessin werden wolle, hatte Henrik sich gründlich überlegt. Knapp eine Woche habe er gewartet, „doch am Ende scheint es ja der richtige Moment gewesen zu sein“, freut er sich. Zwei Nächte musste seine Prinzessin dann noch über die Entscheidung schlafen: „Wichtig war mir, dass es Karneval ohne Gardetanz für mich aktuell noch nicht gibt.“
Doch hier ließ sich eine Einigung mit dem Vorstand finden und so lautet das Motto des designierten Prinzenpaares: „Prinz und Mariechen Hand in Hand – Gemeinsam Jeck durchs Eselsland“. Denn auch als Prinzessin wird Svenja immer wieder das Ornat wechseln und an der Seite der anderen Mariechen ihren Gardetanz tanzen. Auch einen inoffiziellen Zusatz haben sich die beiden überlegt: Vom Prinzenball zum Prinzenpaar.
„Unser Anliegen ist es Jung und Alt zu verbinden. Gerade Kinder und Senioren sind immer besonders begeistert. Auf ihre strahlenden Gesichter freuen wir uns am meisten“, stellen die beiden fest. In die Fußstapfen seines Vaters treten Henrik und Svenja auch mit der Farbe ihres Ornates: genau wie im Vorjahr werden die beiden ein blaues Ornat tragen. Insgesamt sind die beiden das 67. Prinzenpaar in der 71. Session des Unterbacher Karnevalsvereins.
Auch Kinderprinzenpaar in Startlöchern
An der Seite der Erwachsenen stehen in der kommenden Session Kinderprinz Henry I. (Spraggs) mit seiner Kinderprinzessin Finia I. (Schultz). Beide kennen den Unterbacher Karneval bereits sehr gut. Henry Spraggs ist elf Jahre alt, besucht nach den Sommerferien die sechste Klasse am Gymnasium am Neandertal und hat vor einem Jahr im Jugendelferrat des Karnevalsausschuß‘ Unterbach seine ersten Erfahrungen sammeln können.
Dort tanzte er nicht nur, sondern konnte bei vielen Auftritten auch schon erste Erfahrungen als Adjutant für das Kinderprinzenpaar sammeln. „Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich auch Kinderprinz werden wollte“, erklärt er. In seiner Freizeit spielt er gerne Basketball. Auch seine Schwester Leandra ist im KA Unterbach und tanzt dort in der Minitanzgarde. Zudem ist Katze Luna fester Bestandteil der Familie.
Finia Schultz wurde das „Prinzessinnen-Gen“ schon in die Wiege gelegt. Nach ihrer Schwester Rieka, die 2023 Kinderprinzessin war, ist sie in ihrer Familie die sechste Prinzessin in vierter Generation. Seit ihrem sechsten Lebensjahr ist sie Teil der Minitanzgarde in Unterbach und auch in ihrer Freizeit liebt sie das Tanzen. Daher ist sie nicht nur im Karneval in der Tanzgarde, sondern auch als Cheerleaderin in Unterbach aktiv.
Daneben geht sie gerne schwimmen, trifft sich mit Freunden oder verbringt Zeit mit Familienhund Lotta. Die Neunjährige besucht im kommenden Schuljahr die vierte Klasse der Johannesschule in Erkrath.
Als Motto hat sich das designierte Kinderprinzenpaar für die „Schule der Magischen Tiere entschieden, da beiden Tiere lieben. Worauf die beiden sich am meisten freuen, kann Finia ganz schnell beantworten: „Auf alles!“ Besonders freut sich Henry auf das Verleihen der Orden.
Gekürt wird das Kinderprinzenpaar 2027 erstmalig nicht beim Kinderkarneval, sondern auf der Närrischen Bürgersitzung des Bürger- und Heimatvereins Unterbach am 9. Januar, da der Kinderkarneval in der kommenden Session auf den 31. Januar verlegt wird. Doch nicht nur das Datum soll sich ändern: Die Veranstaltung soll weniger eine Karnevalssitzung sein als eine Kinder-Party auf der Spaß, Tanz und gute Laune für alle Kinder im Vordergrund steht.
Hierfür wird bereits auf Hochtouren an einem modernen und kindgerechten Programm gearbeitet, das ein neues Highlight für Familien im Unterbacher Karneval darstellen soll.
Die Vorfreude steigt bei den Karnevalisten schon jetzt und die erste Veranstaltung am 14. November rutscht immer näher.