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So fand Maria den Weg ins Tal

So fand Maria den Weg ins Tal

Der Zwischenstopp der diesjährigen Herbstwanderung führte die Teilnehmer zurück zu den Anfängen der Ercroder Jonges.

(RG) Bei schönstem Herbstwetter fanden sich am vergangenen Samstag rund 80 Teilnehmer zur diesjährigen Herbstwanderung ein. "Wenn Engel feiern", schmunzelt der zweite Vorsitzende Stefan Hoffmann darüber, dass die Jonges in diesem Jahr bereits zum dritten Mal bei Sonnenschein feiern. In den vergangenen Jahren waren es zur Herbstwanderung bei schlechtem Wetter zum Teil nur 30 Teilnehmer. In diesem Jahr haben die Ercroder Jonges mit 50 gerechnet und dann waren es am Ende 80 und die leckere Erbsensuppe vom Marktstübchen, die am Endpunkt als Stärkung auf die Wanderer wartete, musste fair geteilt werden. Verhungert ist trotzdem keiner.

Von der Markthalle in Alt-Erkrath aus sind sie gemeinsam losgewandert. Zwischenstopp und Endpunkt wurden wie immer vorher nicht verraten. Zwei Großraumtaxis standen für die Teilnehmer bereit, die nicht so gut zu Fuß unterwegs sind. Die diesjährige Herbstwanderung war ein Ausflug in die Vergangenheit der Ercroder Jonges, in die Zeit, als Maria den Weg ins Tal fand und Josef den zur katholischen Kirche in Alt-Erkrath. Die beiden 1,50 Meter hohen Betonfiguren stifte Mitglied Detlef Nitze, der 2016 verstorben ist, den Ercroder Jonges und die überlegten, wo beide Figuren ihren Platz finden könnten. Die Wahl fiel für Maria auf den ehemaligen Kirchweg der Bauern, dem Wanderweg "Maria im Tal". So hatte Benno Lohn den Weg einst benannt und an einem Baum eine holzgeschnitzte Madonna angebracht. Die 1,50 Meter große Maria stellte dort jedoch einige Anforderungen. Sie brauchte ein Fundament und sie brauchte die Zustimmung des Grundstückeigentümers, den die Jonges erst ermitteln mussten. Das war Bauer Korn und der war einverstanden.

Nachdem sie den ehemaligen Kirchweg wieder hergestellt hatten, konnte schließlich das Fundament gegossen werden. Bauer Brügelmann half mit seinem Traktor Maria an Ort und Stelle zu bringen. Aber bis Maria dann schließlich von Pastor Ernst gesegnet werden konnte, gab es noch eine weitere Hürde, denn die Landschaftsbehörde des Kreises meldete sich und wies daraufhin, dass Maria im Naturschutzgebiet stehe. Schließlich konnte Maria mit einem nachträglich gestellten Antrag "legalisiert" und später auch gesegnet werden. Josef hatte seinen Platz inzwischen im Garten der katholischen Kirche in Alt-Erkrath gefunden. Das alles liegt viele Jahre zurück. Maria hatte mit den Jahren Patina angesetzt und das Hinweisschild an der Treppe ins Tal hatte auch nichts mehr vom alten Glanz. Im Andenken an Detlef Nitze und die alten Zeiten der Jonges wurde Maria fachmännisch gesäubert und aufgehübscht. "Wir haben auch das Schild sandstrahlen lassen und für eine neue Pulverbeschichtung gesorgt", erklärt Baas Frank Schellhase.

Den Endpunkt der diesjährigen Wanderung bildete der Uhlenhof, an dem Getränke und Erbsensuppe auf die Wanderer wartete. Wer in der kommenden Zeit den Wanderweg Maria im Tal beschreitet, kann mit einem Blick durch das Schild mit dem Hinweis "Seid nett zueinander bei de Maria im Tal" Maria von weitem im neuen Glanz strahlen sehen.