Bürgermeisterwahl: Drei Fragen an...: Wen wählt unsere Stadt?

Bürgermeisterwahl: Drei Fragen an... : Wen wählt unsere Stadt?

Und plötzlich geht alles ganz ganz schnell: Am Sonntag ist Wahltag. Dann steht plötzlich der Tag vor der Tür, für den die drei Bürgermeisterkandidaten mehr als ein Jahr lang im Wahlkampfmodus waren.

(nigo) Wir haben den drei Kandidaten - Christoph Schultz von der CDU, Detlef Ehlert von der SPD und Reinhard Knitsch von den Grünen, drei Fragen gestellt. Hier sind ihre Antworten:
Herr Knitsch, Herr Schultz und Herr Ehlert — angenommen Sie werden Bürgermeister. Was werden Sie als erstes anpacken, was wird sich in Erkrath schnell verändern?
Reinhard Knitsch: Die erforderlichen Umsetzungsschritte zur Teilnahme am Förderprogramm des Landes "Soziale Stadt" zur Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil Sandheide müssen jetzt kurzfristig erfolgen. Der Leerstand im Gewerbegebiet Unterfeldhaus muss beseitigt werden, damit diese bereits versiegelten Flächen für die Ansiedlung neuer Unternehmen genutzt werden können. Die Umsetzung von Maßnahmen aus dem Lärmminderungsplan und Radverkehrskonzept sind weitere Vorhaben, die ich prioritär behandeln werde. Eine weitere wichtige Aufgabe sehe ich darin, unsere Stadt sowohl für junge Familien attraktiv zu halten wie auch auf die älter werdende Gesellschaft vorzubereiten, etwa durch die Schaffung altersgerechter Wohnungen und ein qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot für Kinder wie attraktive Spielplätze.
Christoph Schultz: Zunächst möchte ich eine zeitnahe Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung und die Außendarstellung der Stadt verbessern. Natürlich hat die Stärkung des Unternehmensstandortes Priorität. Zudem werden erste Maßnahmen des Stadtentwicklungskonzeptes zur Schaffung von Wohnraum auf den Weg gebracht, auch die Neubauten für die Feuerwehr und die Verbesserung des Stadtbildes sind vordringliche Aufgaben.
Detlef Ehlert: Ich möchte die "Soziale Stadt" voran bringen, das heißt Bildung und Betreuung stärken und Alt und Jung zusammenführen. Schwächere unterstützen und die Selbsthilfe fördern, Flüchtlinge integrieren. Zudem will ich das Klima im Rathaus verändern. Das heißt: Bürgernähe leben, das Team motivieren und die Bürger an Entscheidungen beteiligen. Ich stehe für die Menschen und die Wirtschaft ein. Als Bürgermeister will ich Mittler zwischen Bürgern, Verwaltung und Wirtschaft sein.

Wie stellen Sie sich Erkrath in fünf Jahren vor?
Reinhard Knitsch: Als lebendige Mittelstadt, der es gelungen ist, Natur und innerstädtisches Grün zu erhalten, mit attraktiven Zentren und guter Nahversorgung, attraktiven Angebot an Bus- und Bahnverbindungen, einem vielfältigen Schul-, Kultur- und Sportangebot und aktiven Bürgerinnen und Bürger, die ihre Stadt mitgestalten.
Christoph Schultz: Erkrath wird als erfolgreiche Stadt mit einem gepflegten Stadtbild wahrgenommen, das Stadtentwicklungskonzept ist schon zu einem Teil umgesetzt und auch bei der Barrierefreiheit sind wir ein gutes Stück weiter gekommen. Die Schulgebäude sind in einem ansprechenderen Zustand und der Haushalt ist hoffentlich ausgeglichen. Idealerweise sind die Steuersätze und das tolle Kulturangebot gleich geblieben.
Detlef Ehlert: Wir sind mit den Projekten des Stadtentwicklungskonzepts deutlich voran gekommen, der Stadtweiher ist attraktiver Naherholungsort, in der Fußgängerzone Bahnstraße macht es wieder Spaß einzukaufen, es entstehen zentrumsnah barrierefreie Wohnungen. Der Eigentümerwechsel bei den Einfamilienhäusern läuft, die Breitbandversorgung funktioniert flächendeckend, die Stadtwerke produzieren Strom aus regenerativen Quellen und der Bürgerbus feiert seinen zehnten Geburtstag.

Der Bürgermeister ist auch Verwaltungschef. Was wird sich in den Reihen der Verwaltung ändern (müssen)?
Reinhard Knitsch: Die Gestaltung einer bürgernahen und dienstleistungsorientierten Stadtverwaltung, in der die Mitarbeiter teamorientiert arbeiten können und Wertschätzung und Anerkennung erfahren. Eine effiziente und zeitnahe Aufgabenerledigung. Hierzu gehört auch, dass die Umsetzung von Entscheidungen des Stadtrates schneller als bisher erfolgt.
Christoph Schultz: Ich strebe flache Hierarchien und eine mitarbeiter- und bürgerorientierte Führungskultur an, dazu möchte ich zunächst jeden Mitarbeiter der Stadt persönlich kennenlernen. Und die Verwaltung muss die Ziele von Rat und Bürgermeister kennen, damit sie im Sinne der Bürgerschaft ihr Ermessen ausüben kann.
Detlef Ehlert: Verwaltung ist für die Bürger und für die Wirtschaft da. Und sie ist dem Stadtrat ein fairer Partner. Kompetent, offen und transparent, hilfsbereit, wir geben Rückmeldung auf Anfragen und entscheiden zügig. Die Tür des Bürgermeisters sollte den Bürgerinnen und Bürgern offen stehen.