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Flugzeugabsturz über Unterfeldhaus: Was geschah am 12. Dezember 1944?

Flugzeugabsturz über Unterfeldhaus : Was geschah am 12. Dezember 1944?

„Springt ab, Freunde, wir sind getroffen“ lautet der Titel eines 170 Seiten starken Sachbuches von Thomas Boller. Darin beschäftigt er sich mit dem Absturz eines britischen Lancaster-Bombers über dem Rotwildgehege des Wildparks am 12. Dezember 1944.

Der Titel des Buches ist auch der letzte Funkspruch, den der neuseeländische Pilot Reginald Veith absetzte, als er verzweifelt versuchte, sich und seine Kameraden an Bord zu retten. Zur Besatzung gehörten damals der bereits erwähnte Pilot Reginald Veitch, der mit gerade mal 29 Jahren, im Jahr 1944 in der Nähe der Absturzstelle ums Leben kam. Leslie Hunt, Bordschütze aus Großbritannien, 23 Jahre jung, starb ebenfalls in der Nähe der Absturzstelle. John Patterson, Bordschütze aus Kanada, 21 Jahre, überlebte den Sprung aus der Maschine genau wie seine beiden Kameraden auch nicht.

Bertram Hall, Funker, 31 Jahre, schaffte es mit seinem Fallschirm zu landen,fand schwer verletzt Zuflucht auf einem Bauernhof in Unterfeldhaus, wurde aber am gleichen Abend vom Ortsgruppenleiter der NSDAP verhaftet und auf dem Friedhof in Hilden tot abgeliefert. Er kam unter ungeklärten Umständen ums Leben. „Der Verdacht liegt nahe, dass er ermordert wurde“, sagt Thomas Boller. Er möchte aber auch nich zu viel spekulieren. „Nach Ende des Krieges wurde der Fall seitens der Briten untersucht und das Grab von Bertram Hall exhumiert. „Dabei entdeckte man an den sterblichen Überresten des Soldaten Schädelverletzungen, die vermutlich von einem spitzen Gegenstand stammten.“

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Jack Kenworthy, damals 24 Jahre, Bombenschütze aus Großbritannien, Harry Parry, 29 Jahre, Navigator aus Großbritannien und William Stevenson, 24 Jahre, Bordingenieur aus Großbritannien überlebten den Absturz und auch den Krieg. Boller hat während seiner Recherchen für sein Buch, die insgesamt zehn Jahre in Anspruch nahmen, auch die Möglichkeit gehabt, mit den Nachkommen der Soldaten zu sprechen. Mit seinem Buch konnte er auch bei ihnen teilweise noch offene Fragen klären. Sein Werk „Springt ab, Freunde, wir sind getroffen“ ist kürzlich im Droste-Verlag erschienen.

Sein erstes Buch über den Flugzeugabsturz in Hochdahl-Trills zusammen mit der Heimatforscherin Hanna Eggerath trägt den Titel „Der alte Flugmotor von Hochdahl-Trills, Die Geschichte der Halifax NP810 – EQ-H“. Weitere Informationen zum Thema erhalten Interessierte auch online auf www.lancaster-nd342-memorial.de.

(nic)