Begegnungsstätte „Alt und Jung“ Erste-Hilfe-Kurs: Eine Auffrischung für das Leben

Hochdahl · Eine Erste-Hilfe-Auffrischung speziell für Seniorinnen und Senioren hat die Begegnungsstätte „Alt und Jung“ im Johanniter-Haus Erkrath angeboten.

Martin Schiffhauer erklärte mit seiner Tochter Lynn alles anschaulich.

Foto: Gabi Gründker

Martin Schiffhauer vom Johanniter-Ortsverband Erkrath vermittelte gemeinsam mit seiner Tochter Lynn, die in der Johanniter-Jugend aktiv ist, wichtiges Wissen rund um Notfälle wie Herzinfarkt und Schlaganfall sowie die richtigen Sofortmaßnahmen. Auch klassische Themen der Ersten Hilfe, darunter die stabile Seitenlage und die Versorgung von Wunden, standen auf dem Programm.

Das Interesse an dem Kurs war groß: Die Teilnehmerzahl war begrenzt, und die Plätze waren schnell vergeben. Gleich zu Beginn stellte Martin Schiffhauer die wohl wichtigste Frage des Tages: „Man kann nur eine einzige Sache bei der Ersten Hilfe wirklich falsch machen. Welche ist das wohl?“ Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Gar nichts zu tun – das ist falsch!“, waren sich mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig. Fast jeder habe heute ein Handy dabei und könne im Notfall einen Notruf absetzen.

Die Herzdruckmassage ist einfach durchzuführen.

Foto: Gabi Gründker

Anschließend wurden die sogenannten fünf W-Fragen des Notrufs noch einmal in Erinnerung gerufen: Wo ist der Unfall passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Verletzungen liegen vor? Und ganz wichtig: Warten auf Rückfragen der Leitstelle. Schiffhauer wies außerdem darauf hin, dass Notrufe auch über die App NORA abgesetzt werden können, bei der der Standort automatisch übermittelt wird. Im praktischen Teil demonstrierte Schiffhauer zunächst mit seiner Tochter Lynn die stabile Seitenlage. Danach konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Gelernte selbst in Partnerarbeit üben.

Für Überraschung sorgte anschließend ein Paket, das Schiffhauer hervorholte. Darin befanden sich verschiedene Alltagsgegenstände, die als Merkhilfe für das richtige Verhalten im Notfall dienen sollten: Ein Handy erinnerte an den Notruf, ein kleiner Speicher an die stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit, eine Luftpumpe an die Atemkontrolle und ein Teddybär mit Staubtuch daran, Betroffene warmzuhalten und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu betreuen.

Die Praxis kam nicht zu kurz.

Foto: Gabi Gründker

Im weiteren Verlauf wurden verschiedene Notfallsituationen wie Krampfanfälle, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und Verbrennungen ausführlich behandelt. Dabei erläuterte Schiffhauer die jeweiligen Anzeichen und erklärte, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen in den einzelnen Situationen erforderlich sind.

Auch die Reanimation gehörte zum Programm. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten die Herzdruckmassage an einer Übungspuppe selbst ausprobieren oder zunächst beobachten, wie sie korrekt durchgeführt wird. Zum Abschluss stand die Wundversorgung auf dem Programm. Schiffhauer zeigte das Anlegen eines Druckverbandes, bevor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Verbände selbst anlegten und sich gegenseitig verbanden.

Nach rund dreieinhalb Stunden gingen alle mit mehr Sicherheit und einem aufgefrischten Erste-Hilfe-Wissen nach Hause. Der Workshop machte deutlich, dass Erste Hilfe keine Frage des Alters ist, sondern regelmäßiger Auffrischung bedarf.

Denn im Ernstfall kann jeder helfen – und manchmal dabei sogar Leben retten.

(gg)