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Das Franziskus-Hospiz feiert Jubiläum: Durch Engagement viel erreicht

Das Franziskus-Hospiz feiert Jubiläum : Durch Engagement viel erreicht

Das Franziskus-Hospiz in Hochdahl ist aus Erkrath nicht mehr wegzudenken. Das war in der Anfangsphase leider nicht immer so. Im Mai feiert die Einrichtung ihren 25. Geburtstag.

(nic) Als vor mehr als 25 Jahren die ersten Pläne für den Bau eines Hospizzentrums in Hochdahl geschmiedet wurden, gingen einige Bürger auf die Barrikaden. Zu groß war damals die Angst vor schwerstkranken Menschen in der eigenen Nachbarschaft und das Sterben und der Tod war bei vielen noch ein großes Tabuthema. 1988 kam eine Gruppe von Menschen aus der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde zusammen, die sich wünschten, mit Sterben und Tod natürlicher und weniger angstbesetzt umzugehen. Schwerstkranke Menschen, Angehörige und Nahestehende wollten sie in dieser Lebensphase nicht mehr allein lassen. Auch sollte Sterben und Tod in den Kirchengemeinden gegen den gesellschaftlichen Trend der Tabuisierung neu zum Thema werden.  1988 entstand mit 114 Gründungsmitgliedern der ökumenisch geprägte „Franziskus-Hospiz-Verein Hochdahl“, als dessen Vereinszweck die ideelle und finanzielle Unterstützung bei der Einrichtung eines Hospizes, insbesondere eines ambulanten Hospizdienstes, und die Förderung der ehrenamtlichen Mitarbeit im Vordergrund stehen. Als Trägerin des Hospizes wurde im Dezember 1990 die „Franziskus-Hospiz für Schwerstkranke Hochdahl GmbH“ gegründet. Gesellschafter sind heute der Franziskus-Hospiz e.V. Hochdahl und die Marienhaus Unternehmensgruppe mit Sitz in Waldbreitbach, da die Waldbreitbacher Franziskanerinnen den Aufbau der Hospizarbeit von Anfang an unterstützt haben. Bereits im Januar 1990 begann der Ambulante Hospizdienst mit seiner Arbeit. Der Bau eines Hospizzentrums in Hochdahl-Trills konnte als Bundesmodellprojekt mit Förderung durch das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung zügig realisiert werden. Am 9. Mai 1995 wurde das Hospiz-Zentrum mit Ambulantem Hospiz, Tageshospiz und Stationärem Hospiz eröffnet. Die Integration aller Hospizdienste unter einem Dach war zur damaligen Zeit in dieser Form in der Bundesrepublik Deutschland einmalig. Seit rund einem Jahr leitet Silke Kirchmann die Hochdahler Einrichtung. „Wir, unser gesamtes Team, sind sehr stolz, dass wir neben der kompetenten Begleitung schwerstkranker Menschen, auch eine öffentliche fachliche Institution sind“, so Kirchmann. Das Franziskus-Hospiz hat einen Bildungsauftrag und macht Themen wie Palliativ-Medizin und Begleitung für ein breites Publikum zugänglich. Mit dem Neubau im vergangenen Jahr wurden hochwertige Bildungs- und Begegnungsräume geschaffen. Über das gesamte Jahr finden hier Vorträge für Interessierte und das Fachpublikum statt. 120 Menschen werden pro Jahr im Franziskus-Hospiz betreut. „95 Prozent der Kosten für die Pflege der Menschen in unserem Haus werden durch die Krankenkassen bezahlt. Der Rest wird durch Spendengelder und Eigenmittel finanziert. Wir sind also permanent auf Spenden angewiesen“, so Kirchmann. Dank der 850 Mitglieder des Födervereins klappt das auch. Im Rahmen des 25jährigen Jubiläums hat das Team ein umfassendes Programm auf die Beine gestellt. Eine Veranstaltung mit dem Titel „Sie werden lachen, es geht um den Tod“ mit dem Improvisationstheater „Die Tabutanten“ am 20. März in der Heilig-Geist-Kirche wurde leider aufgrund der Corona-Fälle in Erkrath abgesagt. Bleibt zu hoffen, dass die restlichen Veranstaltungen stattfinden können (siehe Infokasten).

Die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

  • Präsident Uwe Mainz, zukünftiger Präsident Jürgen
    Rotary-Club Neandertal spendet 30.000 Euro für Franziskus-Hospiz : Große Freude zum Ende des Jahres
  • Franziskus-Hospiz Hochdahl beginnt im Januar 2021 mit ambulanter Kinder- und Jugend-Hospiz-Arbeit : Ein weiterer Meilenstein
  • Unter den geladenen Gästen, die zur
    Neueröffnung in Mettmann : Eine neue Heimat, ein sicherer Hafen

9. Mai, „Tag der offenen Begegnungen“, Hospiz-Bildungsraum, 13 bis 16.30 Uhr

28. Mai, Vortrag von Melanie Wunsch zum Thema „Sterberituale und Trauerkultur in der Urzeit“, Neanderthal Museum, 19 bis 20.30 Uhr

19. September, Führung mit Dr. Wolfang Stöcker zum Thema „Die Geschichte des Kölner Melaten-Friedhofes“, 16 bis 18 Uhr

8. Oktober, Konzert mit Dr. Mojo, St. Franziskus-Kirche, ab 19.30 Uhr

29. Oktober, Museumsführung zum Thema „Schöpfungsglaube trifft Evolutionstheorie“, Neanderthal Museum, 16.15 bis 17.15 Uhr

13. November, Lesung des Ehepaares Shabnam und Wolfgang Arzt unter dem Titel „Umarmen und loslassen“, Hospiz-Bildungsraum, 19 bis 21.45 Uhr

(nic)