Jetzt kommt der Erkrath-Pass

Jetzt kommt der Erkrath-Pass

Bereits im November vergangenen Jahres hat die Fraktion "Bündnis 90/ Die Grünen" den Antrag gestellt, einen Erkrath-Pass ins Leben zu rufen. Nachdem in dem Sozialausschuss ausgiebig über die Vor- und Nachteile einen solchen Passes diskutiert wurde, konnte die Idee am vergangenen Dienstag anlässlich der Ratssitzung eine Mehrheit erzielen.

(tb) Doch wofür steht der Erkrath- Pass? "Er soll den Menschen zur Verfügung stehen, die Sozialleistungen beziehen. Durch den Pass soll diese Personengruppe deutliche Vergünstigungen, beispielsweise bei Theateraufführungen, erhalten", erklärt Andreas Kuchenbecker von den Grünen. Laut Schätzung der Stadtverwaltung wären rund 6380 Personen berechtigt, einen solchen Pass zu führen. Nun ist es an der Verwaltung zu prüfen, welche Vergünstigungen allesamt mit dem neuen Erkrath-Pass, den man sich ähnlich einer normale Scheckkarte vorstellen kann, einhergehen. "Wir starten zunächst eine Organisationsuntersuchung um festzustellen, wie viele personelle Ressourcen wir für die Bearbeitung dieses Passes aufwenden können", erklärt Schultz, der grundsätzlich für die Idee des neuen Passes ist.

Das Jobcenter mit Sitz in Mettmann hat sich bereits dazu bereiterklärt, den Erkrath-Pass an die rund 4300 SGB II- Empfänger auszuhändigen. Die restlichen Leistungsbezieher müssten sich an die Stadt Erkrath wenden. Andreas Kuchenbecker wäre sehr daran gelegen, auch mit dem Neanderbad, welches bisher noch keinerlei Vergünstigungen ausgewiesen hat, einen Kooperationspartner für den neuen Erkrath-Pass zu finden. "Die Entscheidungsgewalt obliegt allerdings dem Aufsichtsrat der Stadtwerke", erklärt der Kommunalpolitiker. Weitere Rabattierungen könnten am Unterbacher See, bei der Volkshochschule oder den beiden Stadtbüchereien erzielt werden. Teilweise haben Leistungsempfängern zwar schon die Möglichkeit, Einrichtungen vergünstigt zu besuchen, mit dem Pass sollen allerdings alle vergünstigten Leistungen in einem Pass gebündelt werden.

So ganz neu ist die Idee einer Sozialkarte, die für diverse Personengruppen zu kommunalen Vergünstigungen führt, nicht. Auch andere Städte im Kreis haben diese Art der sozialgerechten Vergünstigungsform bereits eingeführt. Sogar der Handel hat sich in manchen Kommunen an der Rabattaktion beteiligt. "Es wäre natürlich auch für Erkrath wünschenswert, wenn der Funke zum Einzelhandel überspringen würde", so Kuchenbecker, der sich zunächst über Preissenkungen bei städtischen Institutionen freut.

Bis zu 50 Prozent Vergünstigungen wünschen sich die Grünen. "Über genaue Prozentsätze haben wir allerdings noch nicht detailliert gesprochen."
Wann der Pass genau ausgehändigt werden kann, steht auch noch nicht fest. "Wir werden mit Flyern, aber auch auf unserer Homepage werben, sobald der Erkrath-Pass erhältlich ist", verspricht Bürgermeister Schultz. Für die Mitglieder der Grünen ist der Mehrheitsentscheid zu Gunsten des Passes ein politischer Erfolg und zeitgleich ein Zeichen, sich den Menschen mit geringerem Einkommen gegenüber solidarisch zu zeigen.

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