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Corona-Pandemie: Lasst unser Kino nicht im Stich

Corona-Pandemie : Lasst unser Kino nicht im Stich

Vielen Erkrathern steht im Moment nicht der Sinn nach Kino. Zu groß ist die Angst, sich im Kinosaal mit dem allgegenwärtigen Corona-Virus anzustecken, zu groß sind die Sorgen, die einem im Rahmen der Pandemie zusätzlich belasten.

Dabei könnte ein Kinobesuch auch eine willkommende Abwechslung sein. Einfach mal Eintauchen in das cineastische Erlebnis und das Gedankenkarussell ausschalten. Thomas Rüttgers, Geschäftsführer des Weltspiegel-Kinos in Mettmann, hofft mit „Tenet“ - dem ersten Blockbuster, der seit Beginn der Corona-Pandemie über seine Leinwand flackert - dass nun auch endlich wieder mehr Besucher den Weg in sein gemütliches Kino finden. „Wir haben viel Geld in die Hand genommen, um den Kinobesuch so sicher wie möglich zu machen und neben einem umfangreichen Hygienekonzept auch unsere neue Klimaanlage mit entsprechenden Filtern ausgestattet“, sagt er uns. Es besteht sogar die Möglichkeit, die Kinosäle 1, 2 und 3 für private Filmvorführungen zu mieten.

Während der Zeit des Lockdowns und der Schließung seines Filmtheaters, konnte Rüttgers mit einem Autokino neben dem Neanderbad den Erkrathern die Zeit versüßen. Mit Erfolg und gutem Zuspruch seitens der Besucher. Doch seit der Wiedereröffnung seines Mettmanner Lichtspielhauses, sieht es eher mau aus. „Das hat zum einem natürlich mit der Unsicherheit der Menschen zu tun und zum anderen damit, dass die Filmverleiher deshalb nur sehr zaghaft ihre Filme herausgeben. Da beißt sich dann die Katze in den Schwanz.“ Denn ohne gute Filme, kann man auch kaum einem hinterm Ofen herlocken. Dazu kommt noch die große Sorge der Kinobetreiber, dass Streamingsdienste nun aus der Not der anderen Profit ziehen und selbst die großen Blockbuster zeigen. Das wäre dann das Ende der Kinokultur in Deutschland. „Doch so weit muss es nicht kommen. Mein Appell geht an alle Filmfans - bitte, denkt an eure Kinos und lasst uns nicht im Stich“, so Thomas Rüttgers.

In einem Offenen Brief an  Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, fordern die deutschen Filmtheater kurzfristig weitere Hilfen und einen Kinogipfel. Ohne die Unterstützung der Bundesregierung, heißt es in dem Schreiben, werde es in Deutschland bald keine Filme, keine Besucher und keine Kinos mehr geben. Viele Arbeitsplätze seien bedroht. Zudem seien die Folgen für das kulturelle Leben und die Belebung der Innenstädte irreversibel.

Der Brief wurde von insgesamt 68 Unternehmen unterzeichnet, die deutschlandweit für rund 1.300 Leinwände stehen und damit einen Marktanteil von 40 Prozent repräsentieren. Ähnlich wie der Kinogesamtmarkt rechnet auch der deutsche Kinomittelstand bis Jahresende mit einem Besucherrückgang zwischen 50 und 60 Prozent.

(nic)