Freiwilliges Ökologisches Jahr im Kreis Mettmann Arbeiten im Wildgehege: Kreis sucht junge Freiwillige

Kreis · Wer die Natur mag, Tiere liebt und jünger ist als 27 Jahre, der sollte über ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Eiszeitlichen Wildgehege nachdenken. Der Kreis Mettmann sucht für August neue Kandidatinnen und Kandidaten für den spannenden Job im Neandertal. Aktuell schnuppern drei junge Frauen in die Berufswelt hinein und kümmern sich um Flora und Fauna.

Leonie, Jette und Jana (v.l.) absolvieren aktuell ein FÖJ im Eiszeitlichen Wildgehege des Kreises Mettmann.

Foto: Kreis Mettmann

Das ist ihr Bericht: „Wir, Jana, Jette und Leonie, absolvieren beim Kreis Mettmann in der Unteren Naturschutzbehörde seit Anfang August 2025 unser Freiwilliges Ökologisches Jahr. Einen Großteil der Zeit verbringen wir mit unserer Anleiterin, Simona Hacker, in den Biotopflächen des Kreises Mettmann. Diese Flächen befreien wir von zu hoch gewachsenen Gräsern, Brombeeren und anderem krautigen Aufwuchs. Im Herbst haben wir unseren vom Kreis Mettmann finanzierten Motorsägenschein absolviert, sodass wir jetzt, je nach Biotop, Bäume fällen, kürzen oder zerkleinern dürfen.

Jedes Biotop hat eine andere Aufgabe. Beispielsweise ist es für Amphibien wichtig, dass Gräser und andere Pflanzen nicht zu hoch wachsen, damit sie genug sonnige Plätze haben. Gleichzeitig brauchen sie aber auch viele Versteckmöglichkeiten, deshalb ist die regelmäßige Pflege so wichtig. Wir erhalten den Lebensraum auch für seltene Arten und schützen diesen durch das Einzäunen der Flächen, vor ungewolltem Betreten. Zwar ist die Arbeit durch unzugängliches Gelände nicht immer ganz leicht und körperlich anstrengend, aber dafür finden wir immer wieder unterschiedliche Tiere wie Frösche, Kröten, Schlangen, Eidechsen und haben auch schon das ein oder andere Wildschwein oder Reh gesehen.

Abgesehen von den regelmäßigen Tätigkeiten haben wir auch jahreszeitenabhängige Aufgaben, wie die Ernte von Äpfeln, Birnen, und Zwetschgen im Spätsommer oder das Aufbauen der Amphibienleitwerke im Frühjahr. Die restliche Zeit sind wir im Eiszeitlichen Wildgehege Neandertal, wo wir die Mitarbeitenden des Wildgeheges bei ihren täglichen Arbeiten mit den Tarpanen, Auerochsen und Wisenten unterstützen. Darunter fallen das Füttern, Misten, das Fahren der Heuballen, die regelmäßige Kontrolle der Einzäunung und die täglichen Kuscheleinheiten mit den Tarpanen. Trotz des eher ungemütlichen Wetters macht die Arbeit momentan nicht weniger Spaß, weil die Auerochsen gerade ganz viel Nachwuchs kriegen.

Über das Jahr hinweg besuchen wir fünf einwöchige Seminare, bei denen wir uns mit FÖJler _Innen von anderen Einsatzstellen treffen und uns inhaltlich mit den Themen Umweltschutz, Konsum und Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Darüber hinaus können wir im Rahmen unseres FÖJs ein eigenes Projekt ausarbeiten. Neben der vom Kreis Mettmann gestellten Arbeitskleidung, bekommen wir monatlich 415 Euro Taschengeld und ein vergünstigtes Jobticket. Uns war schon nach kurzer Zeit klar, dass ein FÖJ zu machen, die richtige Entscheidung war, und auch nach sechs Monaten wird die Arbeit nie langweilig. Wir lernen jeden Tag Neues und sind schon oft weit über uns hinausgewachsen. Wir verstehen uns alle total gut und können das FÖJ jedem weiterempfehlen, der Spaß an der Arbeit draußen hat und die Natur und Tiere liebt. Das FÖJ ist eine gute Möglichkeit, um sich zu orientieren und gleichzeitig etwas für die Umwelt zu tun.“

Wer Interesse hat, ab August 2026 ein FÖJ im Natur- und Umweltschutz zu machen, kann sich ab sofort beim Kreis Mettmann bewerben, Planungsamt, Goldberger Straße 30 40822 Mettmann (E-Mail: [email protected]). Allgemeine Informationen zum FÖJ gibt es auch im Internet unter foej.lvr.de.