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Ein Tag, um anderen zu helfen

Ein Tag, um anderen zu helfen
Annalena (links) und Charlotta (hinten rechts) von Schüler helfen leben mit Schülern der städtischen Realschule Erkrath. FOTO: RG
Erkrath. Seit 1998 organisiert die Stiftung "Schüler Helfen Leben" (SHL) den Sozialen Tag, an dem Schüler für einen Tag arbeiten, um anderen zu helfen.
Erkrath. (RG) Annalena (19 Jahre) und Charlotta (20 Jahre) besuchen mit dem Sozialer Tag-Mobil Schulen in ganz Deutschland, referieren über das Engagement von SHL und halten Workshops ab. Sie berichten über Länder, in denen SHL aktiv ist, über Projekte vor Ort und beantworten Fragen zum Sozialen Tag.

"Meine Mutter hat gesagt, dass ist Kinderarbeit", ruft ein Fünftklässler und ergänzt "und die ist verboten". Geduldig erklärt Annalena, das es ein soziales Engagement ist, bei dem Schüler einen Tag lang in einem Unternehmen, einer Organisation oder einem privaten Haushalt "arbeiten" und der "Arbeitgeber für einen Tag" einen vereinbarten Lohn an "Schüler helfen Leben" für Projekte spendet. Annalena ist seit zwei Jahren in der Stiftung aktiv. "Eine Freundin hat mich zu einem Treffen eingeladen und dann bin ich dabei geblieben." Charlotta hat im letzten Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Stiftung absolviert und ist geblieben. "Schüler helfen Leben" wurde 1992 während des Jugoslawienkriegs von Schülern gegründet, die Hilfsgüter in die Kriegsregion brachten. Bis heute fördert SHL in Südosteuropa Jugendbildung, Jugendengagement, Jugendpolitik und den Jugendaustausch mit Deutschland in eigenen Projekten vor Ort mit lokalen Mitarbeitern und jungen Menschen, die bei SHL ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Am Sozialen Tag tauschen mehr als 80.000 Schüler das Klassenzimmer gegen einen Job und spenden ihren Lohn für Jugend- und Bildungsprojekte. Welches Projekt die Spende erhalten soll entscheiden die Schüler selbst. Insgesamt fördert und betreibt SHL 15 Projekte in Südosteuropa und in Jordanien.

In Jordanien gibt es derzeit zwei Projekte für syrische Jugendliche, die aus ihrer Heimat nach Jordanien fliehen mussten. Die Stiftung "Schüler Helfen Leben" unterstützt in den genannten Regionen Projekte in den Bereichen Bildung, Engagementförderung, soziale Inklusion benachteiligter Gruppen sowie Friedens- und Versöhnungsarbeit. Zielgruppen der Förderprojekte sowie der eigenen Projekte sind Kinder und junge Menschen im Alter von 4 bis 30 Jahren. Die Schüler der Städtischen Realschule Erkrath beteiligen sich in diesem Jahr am Sozialen Tag. Ein Drittel der Schüler hat bereits eine Arbeit für diesen Tag gefunden. Charlotta erklärt den Schülern, dass dieser Tag auch eine Chance ist, in einen Job zu schnuppern, für den sich die Schüler interessieren. "SHL vergibt für besonders Engagierte auch Top-Jobs, wie zum Beispiel im Zoo, im Bundestag oder bei der Berliner Zeitung", motiviert Annalena die Schüler. "Und was ist, wenn ich keinen Job finde?", will ein Schüler wissen.

"Dann kannst Du auch bei deinen Eltern oder Großeltern einen Tag im Haushalt arbeiten", beruhigt in Charlotta. Einige Jungen würden gern einen Tag bei der Polizei arbeiten und die beiden SHL-Referentinnen raten "einfach nachfragen". Veranstaltet wird der Soziale Tag am 5. Juli. Mehr Informationen darüber finden sich auf der Website www.schueler-helfen-leben.de. Auf der Homepage von SHL finden sich auch weitere Informationen zum Auslandsfreiwilligendienst. "Wir würden uns auch über neue Aktive hier in der Region freuen", verrät Annalena. Bisher ist SHL vor allem im Norden Deutschlands stark vertreten. Hier bei uns wächst die Zahl der Aktiven noch.