St. Josef Krankenhaus: Gut leben mit Diabetes – Folgeerkrankungen vermeiden

St. Josef Krankenhaus : Gut leben mit Diabetes – Folgeerkrankungen vermeiden

Zwischen 90 und 95 Prozent aller Diabetiker leiden unter dem sogenannten Typ-2-Diabetes mellitus, der früher oft als Altersdiabetes bezeichnet wurde. Längst erkranken aber auch immer mehr übergewichtige Kinder und junge Erwachsene daran. Gleichermaßen wichtig für alle Patienten ist, ihren Blutzucker gut einzustellen und zu lernen, worauf sie im Alltag achten müssen. Denn so lassen sich teils schwerwiegende Diabetes-Folgeerkrankungen vermeiden.

Der Chefarzt des Diabeteszentrums Rheinland Haan, Dr. Ingo Röhrig, beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was können die Folgen einer Diabeteserkrankung sein?

Dr. Ingo Röhrig. Foto: Kplus Gruppe

Vorweg sei gesagt, dass nicht alle Diabetiker Folgekomplikationen entwickeln. Allerdings treten sie bei schlecht eingestelltem Blutzucker früher und häufiger auf. Beispielsweise gibt es diabetische Nieren- und Augenkrankheiten. Es können aber auch Nerven geschädigt werden und viele Diabetiker leiden unter Arteriosklerose, also einer Gefäßverkalkung. Das wiederum fördert das diabetische Fußsyndrom, Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Wie können Diabetiker einer Folgeerkrankung vorbeugen?

Eine große Rolle spielen natürlich Blutzuckerwerte. Um diese dauerhaft gut einzustellen, müssen Diabetiker zum Experten ihrer eigenen Erkrankung werden. Sie sollten wissen, wie sich Sport und Essen auf ihren Insulinbedarf auswirkt und wie sie ihre Insulindosis entsprechend anpassen. Deshalb legen wir im Diabeteszentrum Rheinland Haan großen Wert auf Diabetikerschulungen. Am Buffet erarbeiten wir mit unseren Patienten, was eine gute Ernährung für sie bedeutet. Strenge Diäten sind bei Diabetes aber heute nicht mehr erforderlich. Um einem diabetischen Fußsyndrom vorzubeugen ist es wichtig, dass Diabetiker täglich ihre Füße untersuchen und auf Hauteinrisse, Druckstellen, Rötungen oder Hautblasen achten. Wenn sich der Diabetes bereits auf die Nerven auswirkt, spüren Betroffene von kleinen Verletzungen oft nichts. Bestehen dann auch noch Durchblutungsstörungen, heilen die Wunden schlecht und es kann zum diabetischen Fuß kommen.

Warum ist interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Diabetes so wichtig?

Weil vor allem die Folgekomplikationen des Diabetes mehr als eine medizinische Fachrichtungen betreffen. Als Beispiele sind hier die Arteriosklerose und das diabetische Fußsyndrom zu nennen. Im St. Josef Krankenhaus Haan sind wir in diesen Bereichen aber sehr gut aufgestellt. Die Diabetologie arbeitet eng mit dem Gefäßzentrum und dem Fußzentrum zusammen. Wir behandeln unsere Patienten also vor Ort gemeinsam und bieten auch ein großes chirurgisches Spektrum an. Außerdem gehören Wundexperten und Podologen zu unserem Team.