Michaela Noll und Brigitte Heuser zu „100 Jahre Frauenwahlrecht“: „Es gibt noch viel zu tun!“

Michaela Noll und Brigitte Heuser zu „100 Jahre Frauenwahlrecht“ : „Es gibt noch viel zu tun!“

"Was für uns heute selbstverständlich ist, haben sich mutige Frauen vor 100 Jahren hart erkämpft", sagt die CDU-Bundestagsabgeordnete Michaela Noll anlässlich des Jubiläums des Frau-enwahlrechts.

Morgen vor 100 Jahren, am 19. Januar 1919, durften die Frauen in Deutschland zum ersten Mal zur Wahlurne gehen, nachdem zwei Monate zuvor das aktive und passive Wahlrecht für Frauen in Deutschland eingeführt worden war. Die Wahlbeteiligung der Frauen lag damals bei über 80 Prozent, 37 weibliche Abgeordnete zogen in die Nationalversammlung ein.
"Natürlich haben wir heute eine ganz andere Situation als vor 100 Jahren. Aber es gibt noch viel zu tun. In vielen Bereichen haben Frauen nicht die gleichen Verwirklichungschancen wie Männer, sie verdienen weniger und sind in den Führungsetagen unterrepräsentiert. Von einer echten Gleichstellung kann noch lange nicht gesprochen werden." Dies gelte für die Wirtschaft. Aber auch Politik und Parlamente könnten davon nicht ausgenommen werden: "Der Frauenanteil im Deutschen Bundestag liegt nur bei etwa 30 Prozent. Und in den Kommunen und auf Landesebene sieht es nicht besser aus. Wir müssen uns drin-gend die Frage stellen, wie wir mehr Frauen für die Politik gewinnen", so Noll. Eine Wahlrechtsreform sei sicher eine Stellschraube.

"Aber vor allem müssen wir Frauen gezielt fördern und sie ermutigen, 'Ja‘ zu sagen, wenn ihnen ein Posten angeboten wird." Unerlässlich sei es zudem, dass Frauen sich gegen-seitig unterstützen und Netzwerke bilden. "Unser Ziel muss sein, dass Frauen im gleichen Maße teilha-ben, Einfluss nehmen und mitgestalten können wie Männer. Und zwar in allen Bereichen. Und das schaffen wir nur, wenn wir Frauen zusammenstehen."

Das sieht Brigitte Heuser, Unternehmerin und Vorsitzende der Frauen Union Haan, ähnlich: "Ich habe selber nach meinem Studium immer wieder erfahren müssen, dass Frauen das Doppelte leisten müs-sen, um die gleiche Anerkennung im Beruf zu erhalten wie ihre männlichen Kollegen. Bis hin zu weiteren Karrieremöglichkeiten, hier wurden die männlichen Mitstreiter meistens bevorzugt. Darüber hinaus überlegen Frauen viel zu lange, ob sie den Anforderungen gerecht werden. Währenddessen haben die Männer den neuen Job schon längst in der Tasche und überlegen dann erst, was "Mann" dazu braucht."

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