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Spaß am Spiel statt Aufstiegsambitionen

Spaß am Spiel statt Aufstiegsambitionen
Die Mitglieder des TTC Hochdahl sind stolz auf ihren Verein. FOTO: Nicole Gehring
Hochdahl. Etwa 20 Mitglieder spielen inzwischen in der dritten Generation Tischtennis im TTC Hochdahl 1962 e.V.

(RG) Für die Gründung des TTC Hochdahl gab es ein Motiv: Die Gründungsmitglieder, zu denen damals auch das heutige Ehrenmitglied Volker Kuhleber gehörte, wollten künftig regelmäßig in einer Halle spielen und das ging nur, wenn sie einen Verein gründeten. Der TTC ist mit seiner Gründung 1962 ganze zwei Jahre 'älter‘ als der TSV Hochdahl. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Vereinen. Die Hobby-Spieler des TTC hatten von Beginn an keine Ambitionen mit dem Verein groß und erfolgreich zu werden. Für sie standen immer der Spaß am Spiel und die Geselligkeit im Vordergrund.

Der TTC spielt in der untersten Liga. Sie sind Tabellen-Zweiter. Am 17. Januar haben sie gegen den Tabellen-Ersten, den Post SV Hilden 2 gespielt. Das Heimspiel hat der TTC mit 4:6 verloren. Eine Chance aufzusteigen haben sie gegen den Tabellen-Ersten nicht. Aber aufsteigen wollen die Spieler und Spielerinnen auch nicht. Vor vier oder fünf Jahren haben sie einmal ein Pokalspiel gegen Borussia Düsseldorf bestritten. "Das war wie David gegen Goliath. Wir hatten keine Chance zu gewinnen. Spaß hat es trotzdem gemacht", erinnert sich Vereinsmitglied Jürgen Treiber.

Der Verein hat zwanzig Mitglieder, von denen elf spielberechtigt sind. Daraus bilden sich zwei Vierer-Mannschaften. Wichtiger als der Erfolg ist ihnen, dass alle in der Saison einmal gespielt haben und so wechseln sie sich ab. Auch die beiden Damen, die zu den aktiven Spielern gehören. Gemischte Mannschaften sind erlaubt.

Vor einigen Jahren ist der Verein einmal auf vier Mannschaften angewachsen, von denen ein Teil sehr sportlich und der andere Teil eher gesellschaftlich ausgerichtet war. "Das passte nicht. Das haben alle schnell bemerkt", beschreibt Treiber diese Zeit. Die sportlich ambitionierten haben schnell in anderen Vereinen eine neue Heimat gefunden und sind dort aufgestiegen, während der TTC der Idee treu blieb, dass der Spaß im Vordergrund stehen sollte.  "Nach dem Training genießen wir gern auch einmal ein Glas Bier für den Elektrolythaushalt", verrät Jürgen Treiber schmunzelnd.

Der heutige Altersdurchschnitt liegt bei etwa 50 Jahren. Sie sind bereits die dritte Generation. Jürgen Treiber, der 1994 zum Verein kam, ist heute von den aktiven Spielern am längsten Vereinsmitglied. Als er hinzukam, verließen die ersten Älteren den Verein und in der jüngsten Vergangenheit sind noch einmal viele ältere ausgestiegen. Neue Mitglieder stoßen meist durch Mund-zu-Mund-Propaganda hinzu. 2003 kam ein ganzer Schwung neuer Mitglieder hinzu. Auch 2015 folgten noch einige. Die meisten werden spätestens beim dritten Training Vereinsmitglied und bleiben dann auch. Eine Tischtennisvorgeschichte müssen sie nicht mitbringen. Die Regeln sind schnell erlernt und Übung macht den Meister. Natürlich immer mit dem Quäntchen Spaß beim Spiel und dem Bewusstsein, dass beim Tischtennis ein Spiel zwischen Jung und Alt oft von den Älteren gewonnen wird, weil Erfahrung und Geschicklichkeit mehr wiegen als Fitness und Ausdauer.

Im letzten Jahr war der Verein in Sorge. Erkrath wollte eine Hallennutzungsgebühr einführen. Mit den langen Trainingszeiten des TTC wäre das für den Verein zu teuer geworden und die Kosten wären nur schwer auf so wenige Mitglieder umzulegen gewesen.  Als die Stadt sich dann anders entschied und auf die Nutzungsgebühr verzichtete, waren alle erfreut und erleichtert.

Wer Spaß am Spiel hat und 'Tischtennis-Luft‘ schnuppern möchte, kann sich telefonisch mit Jürgen Treiber unter der Rufnummer 02104 48403 verabreden, um nicht aufgrund eines Auswärtsspiels vor der leeren Halle zu stehen. Trainiert wird mittwochs und freitags in der Sporthalle der Grundschule Sandheide.