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Wasser Lebensquell und Fluchtursache

Wasser Lebensquell und Fluchtursache
Ausstellungseröffnung in der Stadtbücherei Hochdahl: Stellvertretende Bürgermeisterin Regina Wedding, VHS-Leiterin Dr. Ursula Moldon, Philip Orr (Stadtbücherei) und Dr. Karl-Heinz Ott (v.l.n.r.). FOTO: RG
Hochdahl. Eine Ausstellung in der Stadtbücherei Hochdahl und zwei Vorträge in der VHS Erkrath behandeln die Themen Wassernot und Nachhaltigkeitsziele und zeigen, was wir alle damit gemeinsam haben.

(RG) "Wassernot in der Welt – Krise und Herausforderung" ist der Titel einer seit dem 2. Oktober in der VHS Erkrath gastierenden Ausstellung. Neun Tafeln des "Eine Welt Netz NRW" informieren über die Nachhaltigkeitsziele der UN, mit denen bis 2030 mehr globale Gerechtigkeit erreicht werden soll. Die Ziele wurden für Bereiche wie Gesundheit, Zugang zu sauberem Wasser, Bildung und Gleichberechtigung formuliert. Laut UNICEF haben 2,1 Milliarden zu Hause keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und immer häufiger sind Dürren und fehlendes Trinkwasser Ursachen für eine Flucht.

"Der Erfolg der Agenda 2030 hängt nicht allein von den Staaten ab. Jeder von uns kann und muss etwas dazu beitragen. Was können wir hier vor Ort tun?", fragt VHS-Leiterin Dr. Ursula Moldon die Besucher bei der Ausstellungseröffnung. Die Ausstellung mit Fokus auf Wasser bringt uns nicht nur unseren realen Wasserbrauch ins Bewusstsein, sondern auch den virtuellen, der bis zur Vollendung eines Produkts oder Lebensmittels entsteht und der ist oft erschreckend hoch. Anschaulich wird das über eine Leihgabe des Aquarius-Wassermuseums aus Mühlheim dargestellt. In einem Schaukasten sind Produkte ausgestellt und mit Infokarten zum virtuellen Wasserverbrauch bestückt. Trinken Sie beim Lesen gerade eine Tasse Kaffee? Genießen sie diese. Für die Herstellung waren 140 Liter notwendig. Keine Sorge: Niemand erwartet, dass Sie heute das Kaffeetrinken aufgeben, aber wir alle sollten über unser Konsumverhalten nachdenken, wenn wir möchten das die Krisen dieser Welt weniger werden oder sich wenigsten nicht noch mehr ausweiten.

Regina Wedding erinnert sich bei der Ausstellungseröffnung an Zeiten, in denen auch hier bei uns das Wasser knapp war und Autowaschen und Gartensprengen verboten war. "Die Ausstellung erinnert uns daran, dass wir alle sorgsam mit den Lebensmittel Wasser umgehen sollten", richtet sie ihre Worte an die Besucher und dankt Dr. Karl-Heinz Ott, der die Ausstellung vorbereitet hat. Für ihn ist das Thema ein Herzensthema. Viele Erkrather kennen ihn über sein Engagement in der Flüchtlingshilfe und genau darüber ist er mit dem Thema Wassernot intensiv in Berührung gekommen. Er hat sich mit Ursachen und Wirkung befasst und umfangreiche Informationen dazu zusammengetragen. Am 10. Oktober wird er über die Wassernot als eine der größten Krisen unserer Zeit in der Stadtbücherei referieren. Am 6. November findet das Thema im Vortrag "Globale Entwicklungsziele, lokales Handeln" mit dem Eine-Welt-Promoter Manfred Belle eine Fortsetzung. Belle stellt an diesem Abend die UN Agenda 2030 mit den Nachhaltigkeitszielen und deren Geschichte vor.

Eine umfassende Präsentation haben auch die Stadtwerke Erkrath als Teil der Ausstellung beigesteuert. Sie zeigt die Trinkwassersituation in unserer Stadt, aus welchen Brunnen unser Wasser gefördert wird, wie es aufbereitet wird und welche Qualität es hat. Möglich wurde die Ausstellung durch die Kooperation von VHS und Stadtbücherei. In Kürze wird die Ausstellung noch um Plakate des Rheinisch-Bergischen Wasserverbands ergänzt, die unter anderem die Düssel zum Thema haben. Ein Ausstellungsbesuch lohnt sich in jedem Fall und wer sein Wissen vertiefen möchte, kann dies in den Vorträgen am 10. Oktober und am 6. November in der Stadtbücherei tun. Weitere Informationen oder Voranmeldung über www.vhs-erkrath.de .