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Wenn Brustkrebs in den Genen liegt: Test gibt Aufschluss

Wenn Brustkrebs in den Genen liegt: Test gibt Aufschluss
FOTO: Kplus Gruppe
Umgangssprachlich ist von Brustkrebs-Genen die Rede, Mediziner sprechen von BRCA1 und BRCA2 (englisch: BReast CAncer, deutsch: Brustkrebs).

Tragen Frauen eines dieser beiden Gene in sich, erhöht sich ihr Risiko für Brustkrebs auf bis zu 80 Prozent, für Eierstockkrebs auf bis zu 40 Prozent. Darüber hinaus erkranken Betroffene oft deutlich früher an Krebs als der Durchschnitt. Treten innerhalb einer Familie gehäuft Fälle von Brustkrebs oder Eierstockkrebs auf, kann ein entsprechender Gentest sinnvoll sein. Um das unkompliziert möglich zu machen, hat das Brustzentrum des St. Josefs Krankenhauses Hilden eine Kooperation mit dem Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs des Universitätsklinikums Düsseldorf geschlossen.

Prof. Dr. Livia Küffner, Chefärztin des Brustzentrums am St. Josefs Krankenhaus Hilden, beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wer sollte sich testen lassen?

Prof. Dr. Livia Küffner: Wenn es bislang keine oder nur vereinzelte Fälle von Brustkrebs und Eierstockkrebs in der Familie gab, ist eine genetische Veränderung unwahrscheinlich. Damit Krankenkassen die Kosten für den Test übernehmen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Beispielsweise kann der Test sinnvoll sein, wenn es mehr als drei Fälle von Brustkrebs in der gleichen Linie gibt, eine Verwandte bereits vor dem Alter von 36 Jahren erkrankt ist oder sowohl Brustkrebs als auch Eierstockkrebs hatte. Ist die Patientin zum Zeitpunkt des Tests bereits erkrankt, gibt uns das Ergebnis wichtige Hinweise für die weitere Behandlung. Bei familiär bedingtem Krebs sind die Tumoren oft besonders aggressiv.

Wie läuft der Gentest ab?

Bilderstrecke St. Josefs Krankenhaus Hilden FOTO: Kplus Gruppe

Prof. Dr. Livia Küffner:  Wer Angst hat, ein Brustkrebs-Gen in sich zu tragen, kann sich an unser Brustzentrum wenden. Das gilt auch für Frauen, die bislang gesund geblieben sind. Im ersten Schritt führen wir dann ein Beratungsgespräch durch, in dem wir klären, ob ein Test wirklich Sinn macht und ob die Krankenkasse die Kosten trägt. Ist das der Fall, fordern wir für die Patientin eine Untersuchung am Universitätsklinikum an. Dort wird ein Bluttest durchgeführt. Nach der Analyse erhält das Brustzentrum die Ergebnisse.

Was passiert, wenn der Gentest positiv ist?

Prof. Dr. Livia Küffner: Dann bietet das Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs des Universitätsklinikums eine umfassende Risikoberatung an und bespricht mit der Patientin, wie es weitergeht. Möglich ist beispielsweise eine intensivierte Früherkennung. Der extremste Fall ist eine operative Entfernung von Brustgewebe und Eierstöcken, so wie es Angelina Jolie gemacht hat. Wenn bei der intensivierten Früherkennung ein Tumor entdeckt wird oder die Patientin sich für die Operation entscheidet, überweist das Universitätsklinikum sie zurück zu uns ins Brustzentrum nach Hilden.

Über welche Expertise verfügt das Brustzentrum in Hilden?

Prof. Dr. Livia Küffner: Wir behandeln jährlich mehr als 200 Patientinnen, die erstmals an Brustkrebs erkrankt sind. Hinzu kommen die Fälle, in denen sich zum wiederholten Male ein Tumor entwickelt hat. Dadurch haben wir viel Erfahrung, auch im chirurgischen Bereich. Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 500 Operationen durchgeführt. Pathologen, Strahlentherapeuten, Psycho-Onkologen, Senologen und gynäkologische Onkologen arbeiten bei uns eng zusammen. Hinzu kommen spezialisierte Pflegekräfte, Breat Care Nurses, Seelsorger und Mitarbeiter des Sozialdienstes.

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