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Unterbach: Wachsen für die Zukunft

Unterbach: Wachsen für die Zukunft
Gabriele Schmitz-Büscher und ihr Bruder Wilfried Schmitz-Urban vor der Wiese, die zukünftig bebaut werden soll. FOTO: nic
Unterbach. Gabriele Schmitz-Büscher und ihr Bruder Wilfried Schmitz-Urban wollen Unterbach zukunftsfähig machen. Ihnen gehört eine rund 20.000 Quadratmeter große Grünfläche, die unmittelbar an das Herz Unterbachs - den Breidenplatz - grenzt. Hier sollen 133 Wohneinheiten in Form von Mietwohnungen und Einfamilienhäusern entstehen. Doch nicht alle Unterbacher sind von diesem Vorhaben begeistert.

(nic) Doch fangen wir von vorn an. "Seit 1975 gibt es einen rechtskräftigen Bebauungsplan für unser Grundstück", sagt Gabriele Schmitz-Büscher. "Das ist kein Geheimnis. Damals sollte hier noch sechsgeschossig gebaut werden. In dem nun angepassten und überarbeiteten Bebauungsplan sind die Immobilien nur noch zwei bis dreigeschossig." Aber da fängt der Ärger schon an. "Zu hoch und zu dicht würde dann an die bereits bestehenden Häuser gebaut werden", klagen einige Anwohner, die unter anderem auch die Initiative "zukunft-unterbach.de" ins Leben gerufen haben. Sie stehen dem Bauvorhaben äußerst kritisch gegenüber. Ihre Argumente: Der Verkehr nimmt durch die geplanten 133 Wohneinheiten stark zu. Dafür seien so schmale Straßen in der unmittelbaren Nähe zum Neubaugebiet, wie Am Pfaffenbusch, Am Spindelbusch und Am Schwalbenberg nicht ausgelegt. Außerdem würden Passanten, Radfahrer und vor allem Kinder auf ihrem Weg zu den benachbarten Schulen, im höchsten Maße durch das vermutete höhere Verkehrsaufkommen gefährdet. Letzter Punkt, der den Gegnern Sorgen bereitet: Die Parkplatz-Situation. Auf ihrer Webseite heißt es hierzu unter anderem: "Die geplante Schaffung von nur 25 Parkmöglichkeiten als Ersatz des heutigen Parkplatzes wird viele heutige Kunden abschrecken. Wie oft wird der 26te Parkplatzsuchende wiederkehren, bevor er sich ganz anderen Einkaufsmöglichkeiten zuwendet?"

Sorgen, die das Geschwisterpaar mit Argumenten gerne in Luft auflösen möchte. Dafür haben sie eigens eine Webseite (www.breidenplatz.de) eingerichtet. "Wir möchten ein attraktives Neubaugebiet schaffen und keine 'Schuhkarton-Siedlung'. Wir wohnen schließlich auch in diesem Ort und möchten ihn mit unserem Bauvorhaben attraktiver und nicht hässlicher machen." Deshalb haben sie in der Neuplanung genau darauf geachtet, dass die einzelnen Wohneinheiten eben nicht zu hoch und nicht zu dicht aneinander liegen. "Wir halten beispielsweise zu den bestehenden Immobilien, die bisher freie Sicht auf unsere grüne Wiese hatten, sogar den doppelten Abstand, also über 30 Meter, bis zum ersten Neubau."

Insgesamt werden 300 öffentliche und private Parkplätze gebaut. Bedenken, dass ein erhöhtes Verkehrsaufkommen die kleinen Straßen verstopfen könnte, haben die Beiden nicht. Das Gros des Verkehrs wird über die Gerresheimer Landstraße fließen.

Neben neuen Wohnmöglichkeiten, soll auch der Rewe Supermarkt, der erst kürzlich an den Breidenplatz gezogen ist, eine Erweiterung erfahren. "Hier entsteht am Kopf des Breidenplatzes Richtung jetziger Wiese ein neuer Supermarkt mit einer zukünftigen Größe von 1500 Quadratmetern." Auf den Supermarkt kommt eine zweigeschossige Wohnbebauung inklusive Tiefgarage. Auch eine Kita mit einer 700 Quadratmeter großen Freifläche soll auf dem insgesamt barrierefreien Gelände gebaut werden.

Um nun die Pro- und Contra-Argumente sachlich zu diskutieren, ist für den 13. Dezember, 18 Uhr, eine Bürgeranhörung geplant. Diese findet in der Turnhalle der Wichernschule, Brosstraße 5 statt.