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Biologie am Unterbacher See

Biologie am Unterbacher See
Die Pflanzmatten werden mit einem Hebekran auf die Steckelemente transportiert. FOTO: RG
Unterbach. In der letzten Woche stand für die Schüler der Q1 im Leistungskurs Biologie eine praktische Unterrichtseinheit auf dem Stundenplan.

(RG) Rudern auf dem Unterbacher See hat für die Schüler des Gymnasiums Gerresheim eine lange Tradition. Den Anfang machte 1960 das erste eigene Boot, das auf den Namen "Graf Gerrich" getauft wurde. Es folgten weitere Boote, der Bau eines eigenen Bootshauses und schließlich 1965 die Gründung der Rudergemeinschaft Gymnasium Gerresheim. Der Verein, der ausschließlich von Schülern betrieben wird, hat heute mehr als 200 Mitglieder. Ruderunterrichtseinheiten auf dem See gibt es regelmäßig und der Verschleiß der Boote ist entsprechend groß. Eine Werkstatt soll entstehen, aber das geht nicht ohne Auflagen. "Das Umweltamt fordert dafür eine Ausgleichsmaßnahme", weiß Dr. Klaus Schulz, dessen Kinder das Gymnasium besuchen. Sein Jüngster lernt gerade das Rudern, der Älteste rudert inzwischen in der Nationalmannschaft.

Schulz hatte schließlich auch die Idee für eine passende Ausgleichsmaßnahme. "Wir haben das Projekt dem Biologie-Leistungskurs der Q1 vorgestellt und gefragt ob die Schüler mitmachen würden", erinnert sich Schulz. "Das Projekt" ist eine schwimmende Röhrichtinsel. Ein Jahr zuvor hatte der Zweckverband Erholungsgebiet Unterbacher See bereits eine solche Insel gebaut. Das Umweltamt hatte sich mit einer zweiten Insel als Ausgleichsmaßnahme einverstanden erklärt und die Schüler waren für die Idee ebenfalls zu gewinnen. Das notwendige Material hat die Firma von Schulz gesponsert. Für den Bau der Insel haben Mitarbeiter des Zweckverbands das notwendige Know how vermittelt. "Die Gelegenheit Biologieunterricht so praktisch zu gestalten ergibt sich nicht so oft", freut sich auch die stellvertretende Schulleiterin Cornelia Wilfert, die den Biologie Leistungskurs leitet.

Die von den Schülern bei strahlendem Sonnenschein zusammengesteckten und mit dem Pflanzteppich bestückten Röhrichtinseln auf schwimmfähigen Elementen beheimaten Pflanzenarten wie beispielsweise Sumpfschwertlilie, Blutweiderich und ausläuferbildende Seggen wie Schlanksegge und Sumpfsegge. Die Pflanzen nehmen als Hydrokultur ihre Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf. Die Inseln schwimmen, da die Halme und Blätter luftführende Leitungsbahnen besitzen und dadurch leichter als Wasser sind. Um den Auftrieb aber jederzeit verlässlich sicherzustellen, sind die Inseln der Firma ÖKON-Vegetationstechnik mit zusätzlichen, technischen Auftriebskörpern ausgestattet. Ballastgewichte und Ankerseile schaffen eine Befestigung auf dem Gewässergrund. Die Basalzone des Röhrichts, die für die Vitalität und Erneuerung eines Röhrichts entscheidend ist, liegt einige Zentimeter unter Wasser. Diese Lage ist sowohl optimal für die Entwicklung der Pflanzen als auch für die Wellendämpfung. Darüber hinaus bildet das starke Wurzelwerk einen idealen Unterschlupf für die vielfältigen Fischarten des Unterbacher See.

Nach drei Stunden intensiver Arbeit lud Peter von Rappard, Geschäftsführer des Zweckverbands Erholungsgebiet Unterbacher See die Schüler schließlich zu einer Bootsfahrt auf das Panoramaboot des Zweckverbands ein. Ziel war die bereits seit dem letzten Jahr im Unterbacher See verankerte Röhrichtinsel, um den Schülern zu präsentieren, wie die Insel, die sie gerade bestücken, später im Wasser schwimmt. Nach dieser kleinen Abkühlung auf dem Wasser haben die Schüler sich wieder an die Arbeit gemacht, um "ihre" Insel fertig zu stellen.