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Ein Leben für die Musik

Ein Leben für die Musik
Gabor Antalffy in seinem persönlichen Arbeitszimmer. FOTO: RG
Hochdahl. Am 2. November hat er seinen 80. Geburtstag gefeiert, der Mann, der sein Leben der Musik gewidmet hat: Gabor Antalffy.

(RG) Viele kennen Antalffy in Hochdahl durch seine Sandheider Meisterkonzerte in der Heilig Geist Kirche, die am 10. Dezember ebenfalls einen runden Geburtstag feiern, denn es wird das 180. Konzert dieser Art sein. Wir haben Gabor Antalffy wenige Tage nach seinem Geburtstag besucht, die Atmosphäre seines Arbeitszimmers gespürt und seiner Lebensgeschichte gelauscht.

Antalffy ist in Budapest geboren. Weil der Vater in seiner Freizeit begeisterter Klavier- und Violinespieler war, erhielt der Sohn bereits mit sechs Jahren Klavierunterricht. "Ich musste Klavierspielen lernen. Gott sei Dank", lacht Gabor Antalffy. Als 1956 in Ungarn der große Aufstand gegen die Russen und den Kommunismus stattfand, hatte Antalffy gerade im Januar des Jahres sein Abitur bestanden. Die Chancen zu studieren standen für ihn nicht gut. Als der Aufstand dann brutal niedergeschlagen wurde, saß er mit seiner Familie, die zu den Systemkritikern gehörte zusammen und man beschloss gemeinsam, dass er im Ausland bessere Chancen hätte. Die Grenzen waren bereits wieder gesichert und undurchlässig.

Dennoch machte sich Gabor Adolffy am 6. Dezember 1956, gerade 19 Jahre alt, gemeinsam mit einem Schulfreund unter abenteuerlichen Bedingungen auf den Weg. Ihr Gepäck bestand aus einem kleinen Rucksack, in dem nur die wichtigsten Papiere und Proviant waren. Die beiden riskierten ihr Leben, als sie unter dem Grenzzaun her nach Österreich flohen. Dort war ihre erste Station das Auffanglager Enns, das während ihres Aufenthalts von einer Delegation des Deutschen Studentenwerks besucht wurde, die Studenten für Deutschland anwarb. So gelangten er und sein Freund nach Freiburg. Antalffy bestand die Aufnahmeprüfung für Klavier und erhielt erste Anregungen für das Cembalo. Sein Freund studierte Germanistik.

Aber die Möglichkeiten in Freiburg waren begrenzt und so wechselte Gabor Antalffy nach West-Berlin. Nach einer erneuten Aufnahmeprüfung studierte er dort in der Meisterklasse Klavier und Dirigieren. Während des Studiums lernte er seine Frau kennen. "Sie war die viel bessere Pianistin", verrät er. 57 Jahre sind die beiden inzwischen verheiratet und beide Kinder haben ebenfalls Musik studiert und eine Musikerlaufbahn eingeschlagen. Ihnen zuliebe hat die Mutter auf eine eigene Karriere verzichtet und private Musikklassen unterrichtet.

Antalffy trat seine erste Stelle in Münster an, ging dann nach Köln und wurde dann von der Robert-Schumann-Hochschule nach Düsseldorf abgeworben. Dort war er neben seiner künstlerischen Tätigkeit bis zur Pensionierung als Dozent tätig. Er blieb sogar noch acht weitere Semester, weil sich nicht so schnell ein passender Nachfolger fand. In Hochdahl wohnt er seit 1980. In seinem Haus steht ein Cembalo. Das Cembalo hat ihn fasziniert und seit 1968 hat er sich intensiv mit dem Spielen befasst und ein internationales Barock-Trio gegründet. Nach zehn Jahren trennte sich das Trio und Antalffy spielte in anderen Ensembles. Ende der 80er Jahre zog ihn die Sehnsucht wieder mehr ans Klavier und er präsentierte seinem Publikum die Musik von Carl Philipp Emanuel Bach. Die später daraus entstandene Aufnahme mit insgesamt vier CDs und Musikstücken, die auf unterschiedlichen Cembali und Hammerklavier gespielt sind, erhielt den Deutschen Schallplattenpreis. Aber Gabor Antalffy hat noch eine andere künstlerische Ader, die man erst entdeckt, wenn man ihn zu Hause besucht. Er ist handwerklich begabt und hat einige Möbel selbst gebaut, aber vor allem wunderschön verziert und er malt Bilder. Die Motive, wie sollte es anders sein, sind an die Musik angelehnt.

Zum 80. Geburtstag hatte Gabor Antalffy Besuch von einem alten Freund. Es war der Freund, mit dem er vor 61 Jahren aus Ungarn floh. Der lebt inzwischen in der Schweiz, aber die beiden sind bis heute verbunden. In Ungarn lebt heute nur noch seine Nichte, die er bald besuchen will. Er freut sich die alte Heimat wiederzusehen, aber zu Hause fühlt er sich hier bei uns in Hochdahl.

Antalffy sucht auch mit 80 Jahren immer noch die musikalische Herausforderung. Im Februar spielt er einen Abend lang nur Mozart. "Für Mozart braucht man die absolute Reinheit", sagt er "Jeder falsche Ton fällt auf."

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