| 14.19 Uhr

Gelungener Einstand für SSV-Trainer Denis Clausen
2:2 – Punkteteilung im Kreisliga A-Derby

Erkrath. Im mit Spannung erwarteten Kreisliga A-Nachbarschaftsduell zwischen dem SSV Erkrath und dem SC Unterbach gab es keinen Sieger. 2:2 hieß es nach 90 Minuten im Toni-Turek-Stadion - bei Dauerregen und vor 150 unentwegten Fans

"Bei schönerem Wetter wären heute bestimmt 100, 120 Zuschauer mehr gekommen", vermutete vor dem Anpfiff Urgestein Ede Wollscheid, lange Jahre selbst aktiver Fußballer und später Platzwart beim SSV. Besondere Brisanz erhielt das Derby durch die Top-Platzierung, dem 2. Tabellenplatz des SCU und durch die Trennung der Erkrather fünf Tage zuvor von Trainer Michael Steinke. Sowohl Steinke als auch der SSV-Vorstand betonten, dass die Beendigung der über drei Jahre andauernden und im Juni mit dem Kreisliga A-Aufstieg gekrönten Zusammenarbeit im besten Einvernehmen erfolgte. Eine Formulierung, wie sie auch im großen Fußball üblich ist. Von irgendwelchen Dissonanzen um oder innerhalb der Mannschaft war während des Spiels gegen Unterbach jedenfalls nichts zu spüren. Nach nur einer gemeinsamen Übungseinheit hatte der neue Coach Denis Clausen, zuvor einige Monate als Jugendkoordinator beim SSV tätig, offensichtlich die richtige Ansprache gefunden und sein Team klug auf den Gegner eingestellt. Allerdings griffen die vorgegebene Maßnahmen erst nach dem Seitenwechsel. In den ersten 45 Minuten spielte Unterbach souverän auf, nutzte die sich im Mittelfeld bietenden Freiräume und ging durch Tobias Schössler, den Kapitän Daniel Mion klasse in Szene gesetzt hatte, in der 22. Minute verdient in Führung. Nach der Halbzeitpause sollte sich das Bild ändern. Die Gäste verloren die zuvor gezeigte Souveränität, da der SSV nun früher den gegnerischen Spielaufbau störte und entschlossener in die Zweikämpfe ging. So entwickelte sich eine Begegnung auf Augenhöhe, weil die Platzherren wieder an sich glaubten und im Mittelfeld ein gleichwertiger Gegner waren. Das schlug sich auch zahlenmäßig nieder. Mit einem abgefälschten Schuss glich Tobias Freese aus (69.), bevor sechs Minuten darauf der von Domenik Renner präzise angespielte Manuel Dominguez Gea per Direktabnahme zum 2:1 traf. Dass der Aufsteiger nicht als Sieger den Platz verließ lag an Unterbachs Nuri Gülmez. Der nach einer Stunde eingewechselte Mittelfeldspieler zirkelte einen Freistoß aus mehr als 20 Meter unhaltbar in den Torwinkel. Das Ganze, dramaturgisch passend, in der Nachspielzeit. Denis Clausen war mit seinem Einstand und der Leistung seiner Elf zufrieden: "In der ersten Halbzeit kamen wir bei allem Eifer nicht so richtig ins Spiel. Nach der Pause war es eine offene Partie. Wir sind den Gegner früher angelaufen und haben uns richtig in die Aufgabe hineingekniet. Mit etwas mehr Glück gewinnen wir das Spiel sogar. Letztlich geht das Remis aber in Ordnung." Ibo Cöl, Unterbachs Coach, bilanzierte: "Da musst man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein. Vor der Pause haben wir das Spiel kontrolliert. Als Erkrath dann in der zweiten Hälfte entschlossener in die Zweikämpfe ging, verloren wir phasenweise unsere Ordnung. Nur gut, dass wir am Ende durch Nuris Freistoß noch ausgleichen konnten."

Am Sonntag um 15 Uhr empfängt der SCU zum Spitzenspiel den Tabellenzweiten TuSA 06 Düsseldorf in der Reinhart-von-Hymmen-Kampfbahn. Beide Teams sind noch ungeschlagen. "Wir können das besser als in Erkrath in der zweiten Halbzeit. Ich bin davon überzeugt, dass sich unsere Mannschaft wieder in anderer Verfassung präsentiert. TuSA ist schon eine Herausforderung, aber wir wollen weiter ganz oben dran bleiben", sagt Jörg Spanihel, der Fußball-Abteilungsleiter. Trainer Cöl kann wieder mit den zuletzt fehlenden Sven Gehrmann und Martin Mecikiewicz planen.

Zur gleichen Anstoßzeit treten die Erkrather (15. Platz) bei der SG Benrath-Hassels an. Wieder im Kader sind die zuletzt aufgrund einer gelb/roten Karte gesperrten Marc Fritsch und Marcel Girsch. Auch der der jüngste Neuzugang, Mario Opdenberg (zuletzt TuS Gerresheim), sollte nach auskurierter Grippe wieder dabei sein. Natürlich will der Aufsteiger beim gegenüber der Vorsaison personell neu aufgestellten Bezirksligaabteiger punkten. "Durch die drei Rückkehrer wird die fußballerische Qualität wieder größer. Unsere gute Leistung in der zweiten Halbzeit gegen Unterbach müssen wir erneut abrufen. Dann werden wir auch in Hassels punkten", blickt der Sportliche Leiter Dirk Wollscheid der Aufgabe beim Tabellenneunten zuversichtlich entgegen.

Schlichtweg eine Nummer zu groß war der Dritte TuRU 80 Düsseldorf II für den SC Rhenania Hochdahl. Gleich ein halbes Dutzend Treffer erzielten die Oberbilker, während die Rhenania eine Woche nach dem 0:4 beim Spitzenreiter DSV 04 erneut leer ausging – Endstand 0:6 (0:4). Trainer Ralf Schranner musste die Überlegenheit der Oberbilker anerkennen: "TuRU war einfach cleverer und im Abschluss konsequenter. Bei uns geht es nach wie vor darum, dass möglichst alle Jungs Spielpraxis erhalten. In dieser Phase müssen wir dann auch das ein oder andere Mal Lehrgeld zahlen. Wir sind weiter in der Findungsphase, meiner Ansicht nach aber auf dem richtigen Weg." Kommenden Sonntag (15 Uhr) sind die Hochdahler bei Sportfreunde Gerresheim zu Gast. Ein Gegner, der noch nicht so richtig in die Spur gefunden hat (12. Platz – 5 Punkte). Drei Zähler mehr auf dem Konto hat der SCR und dieser Abstand soll auch nach dem Abpfiff in Gerresheim bestehen bleiben. "Wir müssen in der Abwehr entschlossener zupacken und kontrollierter nach vorne spielen", nimmt der 59-Jährige seine Spieler in die Pflicht. Torhüter Andreas Miheev (nach Urlaub) steht wieder im Kader. Mit den angeschlagenen Benni Brusberg, Mo Boussollami und Ruslan Zaslavsky ist dagegen kaum zu rechnen.