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Grüne lehnen Bebauung der Neanderhöhe mit bis zu 16 Meter hohen Hallen und Gebäuden ab

Erkrath. Zur Diskussion und Beschlussfassung des Planungs-, Umwelt- und Verkehrsausschusses (PLUV) der Stadt Erkrath zur umstrittenen Bebauung der Neanderhöhe in Alt-Hochdahl äußern sich Bündnis 90/Die Grünen.

"Zusammen mit den über 40 im PLUV erschienen Bürgern üben Bündnis 90/Die Grünen massive Kritik an der gestrigen Beschlussfassung des Ausschusses", heißt es in der Pressemitteilung der Fraktion. Dieser habe laut Grünen "mit den Stimmen von CDU, BmU und FDP die sogenannte Offenlage und damit den nächsten Schritt im Rahmen des geplanten Bebauungsplans für ein 80.000 qm großes Gewerbegebiet auf der Neanderhöhe in Alt-Hochdahl beschlossen". Die Fläche liegt in unmittelbarer Nähe zum Naturschutz- und FFH-Gebiet Neandertal (höchste europäische Naturschutzkategorie) und nur wenige hundert Meter vom Fundort des Neandertalers entfernt.

Peter Knitsch, Sprecher der Grünen im PLUV: "Die Bürgeranhörung soll nun auch noch übereilt vom 06. August bis zum 14. September und damit zum überwiegenden Teil in den Schulsommerferien stattfinden, so dass viele Bürgerinnen und Bürger urlaubsbedingt kaum eine Chance haben werden, sich zu informieren und zu beteiligen. Das ist das Gegenteil von Transparenz und Mitbestimmung".

Wie die zahlreichen Bürger, die ihren Protest zusammen mit den Naturschutzverbänden in der Sitzung nachdrücklich äußerten, lehnen die Grünen die Bebauung der Neanderhöhe mit bis zu 16 Meter hohen Hallen und Gebäuden aus Gründen des Naturschutzes und des Erhalts des Landschaftsbildes ab. Der Charakter Erkraths als Stadt im Grünen und mit hoher Lebensqualität werde durch die zahlreichen zurzeit im Außenbereich geplanten Baumaßnahmen zunehmend zerstört. Zusätzlich werde durch die großräumige Versiegelung der Fläche die Hochwassergefahr bei Starkregen erhöht und das Kleinklima in der Stadt beeinträchtigt. Auch ökonomisch, so die Grünen, mache der Bebauungsplan keinen Sinn, sondern schüre nur die Konkurrenz der Städte untereinander. Die Grünen hatten in der Sitzung mit Zahlen des statistischen Landesamtes IT NRW belegt, dass Erkrath schon heute zu den 10 Prozent steuerstärksten Kommunen in ganz NRW gehört.

Peter Knitsch: "Insbesondere die BmU ist gerade dabei, ihr Wahlversprechen zum Schutz der Neanderhöhe zu brechen. Wir appellieren an die Wählergemeinschaft, ihren selbst erhobenen Anspruch `konsequent Umweltschutz zu betreiben` ernst zu nehmen und nicht weiter als Mehrheitsbeschaffer für die Zerstörung der Neanderhöhe zu fungieren. Das mindeste wäre, dass die BmU dem von uns vorgeschlagenen Bürgerentscheid über die Zukunft der Fläche zustimmt!"