| 08.16 Uhr

Eine Woche leben wie ein Clown

Eine Woche leben wie ein Clown
v.l. Liam (8), Isabella (8) und Tobias (7) finden das einwöchige Zirkusprojekt großartig. FOTO: TB
Erkrath. Gorden Kaselowsky und seine Frau Jessica sind seit 19 Jahren gemeinsam mit dem Zirkus Casselly aus Bielefeld unterwegs. Das Zirkuspaar hat es sich zur Aufgabe gemacht, bereits die Kleinsten in die Manege zu holen und ihnen die Liebe zum Zirkuszelt näher zu bringen.

 

Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, tourt der Familienzirkus wöchentlich von Stadt zu Stadt und machte in der vergangenen Woche zum wiederholten Mal Halt in Erkrath an der Regenbogenschule. Die Kinder beider Standorte (Kempen und Unterfeldhaus) durften in vier Tagen Zirkusluft schnuppern und sich in kleine Fakire, Trapezkünstler, Akrobaten und Seiltänzer verwandeln. "Wir fördern mit diesem Zirkusprojekt die Teamfähigkeit der Kinder und stärken das Selbstbewusstsein jedes Einzelnen", ist sich Gorden Kaselowsky sicher, der sich wöchentlich freut, wenn seine kleinen Schützlinge am Ende der Projektwoche eine grandiose Aufführung auf die Bühne stellen. Wegen des Ansturms der rund 250 Kinder musste diese Aufführung jedoch in drei Schritten erfolgen. "Wir haben die Kinder in drei Gruppen aufgeteilt, da sonst nicht alle Besucher samt Kindern ins Zelt gepasst hätten."

Für Frederike Funcke ist das immer wiederkehrende Zirkusprojekt ein wahrer Zugewinn zum Schulalltag. "Damit jedes Kind einmal an dem Zirkusprogramm teilnehmen kann, kommt der Zirkus Casselly alle vier Jahre und mittlerweile sogar zum vierten Mal zu uns", freut sich die Schulleiterin, die vor der ersten Aufführung gespannt auf den Auftritt ihrer Schüler wartet. Aus pädagogischer Sicht hat das einwöchige Zirkusleben auch für Frederike Funcke gleich mehrere Vorteile. "Wir erleben immer wieder, wie sogar stille Kinder über sich hinaus wachsen. Davon profitieren sie auch im Anschluss noch und werden sogar im Unterricht mutiger."

Die Bezirksregierung Arnsberg hat den Zirkus Casselly vor einigen Jahren sogar als pädagogischen Zirkus zertifiziert. "Uns ist sehr wichtig, dass die Kinder das machen dürfen, worauf sie Lust haben. Sie können sich ihre Bereiche selbst aussuchen und entscheiden, ob sie lieber Akrobat oder Clown werden möchten", erklärt Gorden Kaselowsky, der mit den Jahren eine Wandlung des kindlichen Verhaltens beobachten konnte. "Den Kindern wird heute zu viel abgenommen und sie sind sehr vorsichtig geworden. Wir möchten, dass die Schüler über ihre eigenen Grenzen hinauswachsen."

Dass die einwöchige Aktion auch zuhause nachhallt, verraten die Mütter Martina Röhrig und Tanja Lichy. "Unsere Töchter kamen ganz aufgeregt nach Hause und haben für die Aufführungen auch nachmittags weitertrainiert. Eigentlich gab es gar kein anderes Thema mehr." Dass die Regenbogenschule eine solche Alternative zum normalen Schulalltag anbietet, freut die beiden Frauen. "Eine ganze Woche Spiel und Spaß, das hat unseren Mädchen gut gefallen."

Mirijam Burbulla hat vor Jahren selbst am Zirkusprojekt teilgenommen und ist heute Klassenlehrerin der 3c. "Es ist lustig zu sehen, wie sich auch das Zirkusangebot verändert hat. Heute ist es viel spektakulärer als zu meiner Zeit", verrät die Erkartherin, die sich gerne an ihre Zirkuszeit zurück erinnert. "Ein solches Erlebnis vergessen die Kinder nie. Das ist schön."