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Du-Ich-Wir eröffnet Treffpunkt

Du-Ich-Wir eröffnet Treffpunkt
Maxine Russi und Dominik Adolphy von Du-Ich-Wir in den neuen Treffpunkträumen. FOTO: RG
Erkrath. 2015 gründete sich der Verein "Du- Ich- Wir" mit der Intention, Flüchtlingskindern die deutsche Sprache beizubringen. Lange Zeit unterrichteten die rund 60 Ehrenamtler in Privathaushalten oder in Schulgebäuden. Damit ist nun Schluss, denn die Mitglieder dürfen sich seit Anfang des Jahres über ein eigenes Domizil in Trills freuen.

(tb) In dem Ladenlokal der Hausnummer 69 hat sich der Verein einen gemütlichen Treffpunkt geschaffen. Die gut 30 Quadratmeter große Immobilie soll künftig für Gruppentreffen und Nachhilfestunden gleichermaßen zur Verfügung stehen. "Wir haben zudem endlich einen Ort, an dem wir auch interessierte Gäste empfangen können, um unsere Arbeit zu präsentieren", verrät Lena Niemann. Die Ehrenamtlerin ist seit der ersten Stunde ein Mitglied von "Du- Ich- Wir" und freut sich über die zentral gelegene Räumlichkeit.

"Seit Anfang dieses Jahres haben wir renoviert. Die Wände haben einen neuen Anstrich bekommen, zudem wurden Regale für Lernmaterialien und eine Küche errichtet. Der Sanitärbetrieb Reys hat uns ebenfalls kostenlos unterstützt." Zahlreiche private Spender haben durch Möbel den Vereinstreffpunkt wohnlich gestaltet. "Von der Stadt Erkrath haben wir einen Schrank erhalten." Damit sich die Miete der Immobilie künftig finanzieren lässt, hat sich der Rotary Club Hilden/ Haan als Kooperationspartner bereit erklärt, den Verein finanziell zu unterstützen. Zusätzlich haben sich die Vereinsmitglieder bei dem Landesförderprojekt "Komm an" angemeldet.

"So hoffen wir, die Raummiete künftig gesichert zu haben", erklärt Dominik Adolphy. Der Erkrather ist nicht nur erster Vorsitzender, sondern auch Vereinsinitiator. "Als Dominik vor einigen Jahren Geld von seinen Eltern geschenkt bekam, haben wir gemeinsam überlegt, was wir damit Gutes anfangen könnten. Er wollte das Geld nicht für sich selbst nutzen und der Gedanke war geboren, Menschen zu helfen, die nicht so privilegiert sind, wie wir. Da Sprache der Schlüssel zur Integration ist, haben wir begonnen, kostenlose Nachhilfen zu geben", erklärt Lena Niemann die Anfänge des Vereins.

Dabei ist es mit der Zeit jedoch nicht geblieben. Neben den Lerneinheiten für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, werden auch immer öfter Ausflüge organisiert. "Viele Familien können sich beispielsweise einen Zoobesuch nicht leisten. Dabei ist es für die Kinder wichtig, auch Angebote in der Freizeit zu erhalten. Wir möchten, dass die Kinder und Jugendlichen die Kulturlandschaft und die Gesellschaft kennenlernen." Rund 80 Schützlinge werden derzeit von "Du- Ich- Wir" betreut. "Die Nachhilfeangebote werden primär in den Nachmittagsstunden angeboten. Um den Raum optimal zu nutzen, sind wir derzeit mit dem Freundeskreis für Flüchtlinge Erkrath im Gespräch, den Treffpunkt für Vormittagsangebote zu nutzen", verrät Dominik Adolphy.

Der Raum hält nicht nur Lernmaterialien in Buchform bereit, sondern bietet auch drei Lern- PCs mit insgesamt rund 300 Lernprogrammen an. "Mitunter müssen die Jugendlichen Präsentationen für die Schule vorbereiten. An den Computern haben sie die Möglichkeit dazu." Für Fragen, die außerhalb der Nachhilfezeiten stattfinden, wird der Verein künftig zwei Sprechstundentage anbieten. Montags von 15 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 18 Uhr werden sich Vereinsmitglieder die Zeit nehmen, den Treffpunkt für Fragen geöffnet zu halten.

Das Konzept des Vereins hat mittlerweile sogar Interesse über die Stadtgrenzen hinaus geweckt. In Mettmann hat sich ein Vereinszweig gegründet. "Die Mettmanner sind gerade in der Aufbauphase, können aber auch schon acht Ehrenamtler zählen", freut sich der Vorsitzende. Warum sich so viele Menschen bereit erklären, kostenlos Nachhilfe anzubieten und Zeit zu investieren, kann Lena Niemann abschließend in nur einem Satz erklären: "Weil es Spaß macht und man so viel zurück bekommt!" Näheres zum Verein unter www.du-ich-wir.org.