SenTa: Wenn der Alltag zur Belastung wird

SenTa : Wenn der Alltag zur Belastung wird

Emilie Adler hat viele Jahre im Süden Deutschlands gelebt. Selbst nach dem Tod ihres Mannes sorgte sich die heute 99Jährige alleine um Haus und Hof, meisterte ihren Lebensalltag eigenständig. Mit zunehmenden Alter gestaltete sich diese Selbstständigkeit aber zusehend als unmögliche Aufgabe. Ein Grund für Tochter Christine Mahr, ihre Mutter von ihrem Wunschwohnort in Süddeutschland nach Erkrath zu holen.

„Wir haben keine andere Möglichkeit gesehen, als sie hier vor Ort zu betreuen. Es wäre nicht möglich gewesen, regelmäßig hunderte von Kilometer auf sich zu nehmen um bei ihr zu sein.“ Um die Betreuung der Mutter auf eine gesicherte Basis zu stellen, reduzierte Christine Mahr ihren beruflichen Einsatz, stellte diesen später sogar ganz ein. „Meine Mutter hat Demenz, ich konnte sie nicht mehr unbeaufsichtigt lassen.“ Und so wurde der eigene Alltag umgestaltet, Arzttermine der Mutter in den eigenen Kalender eingepflegt, das eigene Leben hintenangestellt. Eigenständigkeit bekam die umsorgende Tochter erst wieder, als sie sich für den Schritt in Richtung Seniorentagespflege entschied. Dort wird Mutter Emilie Adler von morgens bis in die späte Nachmittagszeit betreut, gestaltet ein Stück ihres Lebens wieder selbst. Die Seniorentagespflege (SenTa) hat auch Christine Mahr ein Stück Freiheit wiedergeschenkt. „Und dafür bin ich unendlich dankbar. Ich weiß, dass meine Mutter sich hier wohl fühlt. Sie malt gerne und spielt Gesellschaftsspiele. Darüber hinaus erfährt sie in der Pflegebetreuung Wertschätzung und Zuwendung.“ SenTa Geschäftsführerin Cäcilia Haverkamp macht mit Angehörigen ganz unterschiedliche Erfahrungen, am Ende ist das Ergebnis jedoch gleich: Dankbarkeit. „Ich spüre, dass eine sofortige Entlastung bei den Angehörigen Einzug hält, da sie wissen, dass ihre Familienmitglieder bei uns gut untergebracht sind.“ Dass der Prozess der Abnabelung auf beiden Seiten durchaus von Dauer sein kann, dessen ist sich Cäcilia Haverkamp bewusst. „Besonders schwer ist es bei Ehepaaren. Wenn ein Partner in unsere Einrichtung kommt, muss sich der andere Partner zunächst völlig neu sortieren und seine Freizeit erlernen.“ Daher rät die Fachfrau auch nicht zu einer überstützten Entscheidung, sondern stellt die Bedürfnisse jedes einzelnen Gastes in den Fokus. „Schließlich muss sich unser Gast ebenso eingewöhnen, wie sich der Angehörige umgewöhnen muss. Das braucht seine Zeit und Vertrauen muss aufgebaut werden.“ Für Christine Mahr steht fest, dass die SenTa solange ein zweites Zuhause für ihre Mutter darstellen wird, solange diese noch in der Lage dazu ist. Wertschätzung und die Möglichkeit, dass jeder Tagesgast in die täglichen Arbeitsabläufe mit einbezogen wird, unabhängig von seinen persönlichen Situationen. „Dies spiegelt sich deutlich im fröhlichen Zusammenleben der Gruppe wieder“, ist sich Christina Mahr sicher.