Demenz im Alter: Selbstbestimmt den Lebensabend genießen

Demenz im Alter : Selbstbestimmt den Lebensabend genießen

Im Alter ein selbstbestimmtes und aktives Leben zu führen, ist nicht immer selbstverständlich. Besonders, wenn die körperlichen und geistigen Gegebenheiten den gewünschten Anforderungen nicht mehr standhalten können, ist der Lebensabend mit einigen Hürden behaftet. Die Pflege von Angehörigen in den eigenen vier Wänden ist eine Lösung, die sich jedoch nicht immer bewerkstelligen lässt. Schnell wird der Schritt in eine stationäre Seniorenpflege angesteuert. Nachteil einer solchen Entscheidung: Personen werden aus ihrem bekannten Wohnumfeld in ein „neues“ und unbekanntes Zuhause übergesiedelt.

Dabei gibt es noch eine andere, attraktive Lösung. Die Seniorentagespflege hat ihren Arbeitsalltag komplett auf die Bedürfnisse und Wünsche von Senioren ausgerichtet. Eine solche Einrichtung hält gleich mehrere Vorteile für die Gäste bereit, die sich stets morgens in den Räumen einfinden und zum späten Nachmittag wieder in das eigene Wohnumfeld entlassen werden- auf Wunsch mit dem SenTa- Fahrdienst. So können diverse Angebote wahrgenommen werden, wie beispielsweise Bewegungs- und Kreativangebote, Singkreise, Märchenstunden, Tierbesuchsdienste, aber auch Haushaltstraining wie gemeinsames Kochen, Backen oder Bügeln. „Wir möchten, dass sich unsere Gäste wohl fühlen und sie ganz nach Belieben ihren eigenen Tagesrhythmus gestalten können“, erklärt Cäcilia Haverkamp. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Valentina Deperschmidt und Ulrike „Uli“ Parlow- Hagen hat sich Cäcilia Haverkamp vor fünf Jahren mit der ersten Seniorentagespflege „SenTa“ im Stadtgebiet Erkrath selbstständig gemacht. Im Mai dieses Jahres folgte bereits die zweite Institution in Hochdahl. „Der Bedarf nach solchen Plätzen war zu groß, als dass wir ihm mit nur einer Einrichtung gerecht geworden wären“, erinnert sich die Initiatorin, die sich mit diesem Schritt einen Lebenstraum erfüllt hat und nun 37 Tagesplätze im Stadtgebiet bereithält. Aus der stationären Pflege in die Tagespflege zu wechseln, hält auch für die Mitarbeiter einige Vorteile bereit. „In einem solchen Arbeitsumfeld haben wir Mitarbeiter mehr Zeit, uns mit den Menschen die wir betreuen, auseinander zu setzen. Das macht den Reiz dieser Arbeit aus.“

Die Kaffeezeit ist fester Bestandteil jedes Tages in der SenTa und auch Tagesgast Anna Elisa Minderlein lässt sich den frischen Kirschkuchen mit Sahne schmecken. Foto: SenTa

Lange Jahre hat Carla Neumann als stellvertretende Pflegedienstleitung in einem Wohn- und Pflegeheim gearbeitet. „Der Fachkraftmangel ist eine der größten Herausforderungen, mit der die Mitarbeiter in stationären Einrichtungen zu kämpfen haben, was die Rahmenbedingungen entscheidend beeinflusst“, erinnert sich die heutige Pflegedienstleitung der SenTa in Erkrath. Den neuen Arbeitsalltag auch zur persönlichen Entschleunigung zu nutzen, musste Carla Neumann erst einmal lernen. „Ich bin jetzt sehr dankbar für die Möglichkeit, in der Seniorentagespflege neue Wege zu gehen, den Alltag mit den Tagesgästen zu gestalten und in einem kleinen Team zu arbeiten.“

Doch wer eignet sich für eine Betreuung in einer Seniorentagespflege? Aufschluss kann der Pflegegrad bieten. Je nach Pflegestufe stehen Senioren bis zu fünf Tage Betreuung in der Woche zu. Die Kosten werden mit der jeweiligen Pflegeversicherung entsprechend des Pflegegrades direkt durch die Senta abgerechnet. So auch der Anteil für die Investitionskosten direkt mit dem Sozialhilfeträger. Auch der Fahrdienst wird in die Berechnung inkludiert. Wie dies im Einzelnen aussehen könnte, lässt sich bei der Pflegekasse, aber auch bei dem kompetenten SenTa Team erfragen.