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Zu Gast im „Wohnzimmer der Stadt“

Zu Gast im „Wohnzimmer der Stadt“
Claus Gripp (Vorstandsvorsitzender des Fördervereins der Stadtbücherei) und Anne Heimansberg-Schmidt (Leiterin der Stadtbücherei Erkrath. FOTO: Nicole Gehring
Erkrath. Wer in Hochdahl oder Alt-Erkrath auf dem blauen Sofa oder in einem blauen Clubsessel Platz nimmt, um gemütlich in einem Buch zu schmökern, ahnt meist nicht, wem er diesen angenehmen Platz zu verdanken hat.

(RG) Wenn sich in der Stadtbücherei Hochdahl Schüler treffen, um gemeinsam für Klausuren zu pauken, wird es schon einmal eng. Dann sind alle Tische belegt und die gemütliche blaue Clubgarnitur wird zum zusätzlichen Arbeitsplatz. Dass es diese Sitzecke gibt, ist dem Förderverein der Stadtbücherei Erkrath zu verdanken, der 2002 gegründet wurde.

Bis 2014 war Petra Schendekehl erste Vorsitzende und dann hat Claus Gripp die Aufgabe übernommen. Stellvertretende Vorsitzende ist Anne Heimansberg-Schmidt, die Leiterin der Stadtbücherei Erkrath. Die Zusammenarbeit zwischen Förderverein und Bücherei ist eng. Die Bezeichnung Bücherei trifft inzwischen längst nicht mehr wirklich zu, denn die Stadtbücherei bietet mehr als einfach nur Bücher zum Ausleihen. Der digitalen Welt kann sich auch die Bücherei nicht entziehen. Spiele, Videos und Tonträger gehören zum Standard-Angebot der Bücherei.

"Und wer plötzlich vom Regen überrascht wird, kann sich auch gleich einen Regenschirm ausleihen", ergänzt Claus Gripp schmunzelnd. Die Regenschirme mit Vereins-Logo wurden für die Bücherei angeschafft, genauso wie bedruckte Stofftüten, in denen jeder seine Bücher nach Hause transportieren kann, wenn es dann doch einmal ein paar mehr geworden sind. Aber natürlich beschränkt sich die Unterstützung der Stadtbücherei nicht auf Werbemittel, die bei Bedarf mitausgeliehen werden können.

Für das "Wohnzimmer der Stadt", wie Förderverein und Stadtbüchereileiterin die Bücherei gerne nennen, hat der Verein auch einen Tisch und einen Sonnenschirm für den Balkon am Bürgerhaus angeschafft und gerade erst einen gemütlichen Ohrensessel bestellt. Jeden Monat finanziert der Förderverein das "Medium des Monats" (ein Buch oder eine CD), um
die Auswahl trotz knapper Etats weiter zu ergänzen.

Und wenn mal "Not am Mann" ist, legt Claus Gripp auch selbst Hand an und repariert Mobiliar. Der dazu passende Werkzeugkasten für die Stadtbücherei im Bürgerhaus Hochdahl ist genauso eine Spende des Fördervereins, wie die Präsentationsecke "Ankommen in Deutschland" oder die Kamera, mit der gefilmte Anleitungen aufgenommen werden. Auch im Veranstaltungsbereich unterstützt der Förderverein die Stadtbücherei in Alt-Erkrath und im Bürgerhaus Hochdahl. Beide Standorte haben dafür einen Rollup Plakatständer erhalten, der Verein übernimmt Honorare sowie Hotel- und Reisekosten der Vortragsautoren und sorgt für die Bewirtung bei den Veranstaltungen.

Als Claus Gripp 2014 den Vorstandsvorsitz übernahm, hatte er sich vorgenommen möglichst viele Sponsoren für die Stadtbücherei zu gewinnen. "Ich habe mir Adressen von Unternehmen, Ärzten, Apotheken und anderen aus den Gelben Seiten herausgesucht, angeschrieben und kurze Zeit später telefonisch nachgefasst", erinnert er sich. Dabei war er durchaus erfolgreich und aus den Spendenerlösen konnten viele zusätzliche Bücher, Geräte und Möbel finanziert werden. Es standen auch mehr finanzielle Mittel für Vortragshonorare oder Bewirtungen zur Verfügung, als dies allein aus den mindestens 15 Euro Jahresbeitrag der aktuell 36 Vereinsmitglieder gegeben wäre.

Aber auch die Vereinsmitglieder zahlen zum Teil freiwillig einen höheren Beitrag, übernehmen Patenschaften für den ermäßigten Beitrag von Flüchtlingen und bringen sich aktiv personell bei Veranstaltungen ein. Für die Jugend organisieren sie auch schon einmal einen Grillabend. Im "Wohnzimmer der Stadt" fungieren sie öfters als Mitgastgeber.