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Sie sind die Erforscher und Entdecker unserer Vergangenheit

Sie sind die Erforscher und Entdecker unserer Vergangenheit
Die Experten, wenn es um die Geschichte Erkraths geht – die Mitglieder des Bergischen Geschichtsvereins. FOTO: Nicole Gehring
Erkrath. Einmal im Monat treffen sich die "Spurensucher", die Heimat- und  Familiengeschichtsforscher Erkraths, an jedem ersten Freitag im Monat zum Stammtisch im Neandertal No.1.

(RG) Einmal ist der Stammtisch mit einem historischen Kurzvortrag verknüpft und dann dient er wieder dem Austausch neuer Erkenntnisse oder er findet gemeinsam mit dem Düsseldorfer Verein für Familienkunde statt. Seit Anfang dieses Jahres werden beim Stammtisch passende Artikel aus historischen Regional-Zeitungen in Nordrhein-Westfalen von 1801 bis 1945 vorgetragen, die über das Portal zeitpunkt.nrw recherchiert werden. Vorträge und Buchvorstellungen finden über den Stammtisch hinaus auch in den Stadtbibliotheken im Kaiserhof und im Bürgerhaus statt. Ergänzt wird der jährliche Terminkalender durch gemeinsame Exkursionen, die unter anderem ins historische Dorf Gruiten führen.

Zum Tag des Denkmals steht in diesem Jahr auch noch ein historischer Spaziergang zu den Baudenkmälern Gödinghofen, Haus Morp und Papendelle auf dem Programm. Geführt werden die Teilnehmer des historischen Spaziergangs zum Tag des Denkmals von Horst-Ulrich Osmann, den Geschichtsinteressierte auch als einen der Autoren im Bergischen Geschichtsverein wiedererkennen werden. Den Bergischen Geschichtsverein als Gesamtverein gibt es bereits seit 1863. Dagegen ist die Abteilung Erkrath noch relativ jung und hat dennoch schon viele Jahrzehnte gemeinsamen Wirkens hinter sich.

Die Eintragung ins Wuppertaler Vereinsregister erfolgte bereits 1961. Heute gibt es rund 70 Mitglieder, die vom "Geschichtsvirus" infiziert wurden. Seit 2012 ist der Vorstand in seiner heutigen Zusammensetzung im Amt. Seit dem hat sich die Mitgliederzahl verdoppelt und auch die Veröffentlichungen haben rasant zugenommen.

Neun Bände unter dem Titel "Niederbergische Geschichte" sind vom Bergischen Geschichtsverein Erkrath inzwischen herausgegeben worden. Band 1 erschien vor 25 Jahren. An den ersten drei Bänden, die von 1994 bis 2000 erschienen, waren jeweils mehrere Autoren mit Einzelartikeln beteiligt. Dann folgte eine lange "Schaffenspause". 2010 erschien Band 4, der erstmals von einem einzelnen Autor zu einem Thema verfasst wurde. Dr. Roland Koschmieder hat sich darin mit der Geschichte der Ärzte in Erkrath auseinandergesetzt.

"Dr. Koschmieder hat das Thema anlässlich seines Vortrages im Januar noch einmal zusammengefasst", berichtet uns Hans-Joachim Dietz, erster Vorsitzender des Vereins. Band 5 erschien 2013. Hier war Koschmieder Mitautor neben Michael Petruck. Das Thema: Die Reformation in Erkrath. Ein Jahr später erschien Band 6 zur Geschichte der Wasser-und Energieversorgung in Erkrath. Die Autoren: Hans-Joachim Dietz und Peter Schröder. Dietz ist auch Autor des 7. Bandes, der die Geschichte der Stadtbücherei Erkrath zum Inhalt hat und 2016 erschien. Band 8 von Horst-Ulrich Osmann erschien 2017 und handelte von Erkrath und Haus Brück.

Dieser Band enthielt auch eine von Osmann in den Archiven entdeckte, bis dahin unbekannte, historische Landkarte der Region. Ende letzten Jahres erschien Band 9, in dem Hannah Eggerath ihre Forschungen zu Juden in Erkrath präsentiert. Der Bergische Geschichtsverein hat nach der "Schaffenspause" offensichtlich zu ganz neuer "Schaffenskraft" gefunden und man darf sich schon auf Band 10, der vom abenteuerlichen Leben des Lehrers Gelderblom aus Millrath (1790-1876) handelt, gespannt sein.

Wer sich für die Geschichte der eigenen Familie und die Geschichte unserer Region interessiert, ist beim Bergischen Geschichtsverein Erkrath gut aufgehoben, wenn er keine Angst vor dem gefährlichen "Geschichtsvirus" hat. Alle Termine und Informationen finden sich auf der Website www.bgv-erkrath.de.