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Ein Spiel für jedes Alter

Floorball macht Spaß
Floorball macht Spaß FOTO: Nicole Gehring
Hochdahl. Als der zehnjährige Elias zum ersten Mal bei einem Floorballspiel
zusehen durfte, hat ihn das Feuer dieser besonderen Sportart gepackt.
"Ich fand das Spiel so cool, dass ich unbedingt selbst Floorball spielen wollte", erinnert sich der Schüler. Seinem Kumpel Tobias (11) geht es ähnlich. "Ich habe Floorball in der Schule kennengelernt. Wir haben damals auf dem Schulhof trainieren dürfen." Mit dieser Leidenschaft folgen die Jungs einer langen Tradition in Erkrath. Seit 1977 existiert die Sportart, die bis 2009 noch Unihockey genannt wurde, bereits in der Neandertalstadt.

(tb) Dass die Spieler sich mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht haben, verrät ein Blick zurück in die vergangenen Jahre. "Unsere Herren wurden dreimal deutscher Meister und haben mehrere Vize-Titel inne", verrät Alexander Gumnior. Der Abteilungsleiter Floorball des TSV Hochdahl freut sich, dass neben den Erwachsenen seit kurzer Zeit auch die Jugend fleißig in den Vereinsreihen trainiert.

"Nach unserer Deutschen Meisterschaft im Jahr 2016 wurde die Nachfrage nach Jugendmannschaften immer größer und wir haben die U13 gegründet. Nur ein Jahr später konnten wir bereits eine U11 sowie eine U15 aufstellen." Die beiden älteren Gruppen sind mittlerweile fest im Ligabetrieb verankert. Während sich die U13 in der Verbandsliga hervorragend schlägt und im vergangenen Jahr sogar den dritten Platz belegte, spielt die U15- Mannschaft in der Regionalliga. "Eigentlich wäre unsere U11 von dem Altersdurchschnitt der Spieler nochmals teilbar.

Die jüngsten Teilnehmer sind erst sieben Jahre. Leider fehlen uns dafür Trainer und Hallenzeiten", erklärt Gumnior. 45 Mädchen und Jungen trainieren derzeit in den drei Mannschaften. Darunter auch die zehnjährige Elly. "Floorball ist nicht nur für Jungs. Ich spiele es auch gerne." Ballett oder Reiten hingegen kann sich die junge Schülerin als sportliches Hobby nicht vorstellen. Und auch der klassische Fußball steht bei den Mannschaftsmitgliedern nicht hoch im Kurs. "Fußball spielt doch jeder. Beim Floorball habe ich die Chance, sogar in die Nationalmannschaft aufzusteigen. Die Chance ist beim Fußball eher gering", ist sich Adrian (10) sicher.

Mittlerweile wird die für Erkrath traditionsreiche Sportart, die im Kleinfeld (28 mal 16 Meter) mit jeweils drei Spielern und einem Torwart gespielt wird, sogar an Schulen unterrichtet. "Floorball fördert die Motorik, die Ausdauer und die Koordination. Eine Kombination, die diesen schnellen, aber fairen Sport auch für den Schulsport auszeichnet", ist sich der Abteilungsleiter sicher. Zudem braucht man für das Erlernen von Floorball keine besonderen Fähigkeiten oder einen besonderen Körperbau. Ob groß oder klein, kräftig oder schmal - Floorball ist wirklich für jeden geeignet."

Elke Paul, Mutter zweier Floorball spielender Söhne, kann sich kein besseres Hobby für ihren Nachwuchs vorstellen. "Beide Jungs trainieren mit Leidenschaft sogar in ihrer Freizeit. Sie haben sich im Keller aus Kartons eine Schussbox gebaut und feilen an den Schusstechniken." Für Elke Paul steht fest, dass es bei ihren Söhnen nicht einmal darum geht, stetig besser zu werden. "Sie haben einfach Spaß an diesem Sport und nutzen jede freie Minute für das Spiel." Im kommenden Jahr die Deutsche Meisterschaft für die U15 in Erkrath austragen zu dürfen, ist ein großer Wunsch von Alexander Gumnior. "Leider liegt die Entscheidung nicht in meiner Macht. Man muss sich als Austragungsstätte bewerben." Von dem Können der Nachwuchsspieler ist der Abteilungsleiter allerdings überzeugt.

"In der eigenen Heimat mit Unterstützung von Eltern und Freunden zu spielen, wäre eine großartige Chance auf den Meistertitel."