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Die Lehre von Körper und Geist

Die Lehre von Körper und Geist
Emre Nuhogullarindan stammt aus einer Kampfkunst Familie der vierten Generationen ab. FOTO: Serkan Usta
Hochdahl. (nic) Emre Nuhogullarindan  stammt aus einer Kampfkunstfamilie der vierten Generationen ab. Dennoch hatte sein Vater anfangs versucht, dem jungen Hochdahler den Kampfsport auszureden. Doch "Nu", wie in viele seiner Freunde nennen, hat sich im wahrsten Sinne des Wortes trotz aller Hindernisse durchgekämpft und führt heute erfolgreich seine Kampfkunstschule Yen in Hochdahl.

"Als mich die Leidenschaft für den Kampfsport packte, konnte mein Vater damit wenig anfangen", erinnert sich Nu. Teilweise nahm er heimlich Unterricht, um sein Hobby trotz des elterlichen Verbots weiter zu verfolgen. Doch das ist mittlerweile Geschichte und aus dem kleinen Jungen, der für Kampfsportgrößen wie Bruce Lee schwärmte, ist mittlerweile ein erwachsener Mann geworden, der auf eine Vielzahl an persönlichen Erfolgen im Kampfsport zurück blicken kann. Er ist in den Disziplinen Modernes Wushu (Chan Quan/Dao Shu/Gun Shu), traditionellem Kung Fu (Long Quan) und im San Shou (Qing Da) mehrfacher Deutscher Meister, in der Deutschen Wushu Federation. Europameister 2005 in der WKA in Wushu (Chan Quan & Nan Quan). Emre Nuhogullarindan  hat im Jahre 2000 sein Diplom zur Meisterprüfung bei der Deutschen Wushu Federation e.V. absolviert. Dazu hat er die Ausbildung zum Schiedsrichter bei der DWF bestanden.

Seit  2014 ist er Nationaltrainer der türkischen Nationalmannschaft der WFMC. Der Hochdahler Kampfsport-Profi  hat acht Schüler in der Deutschen Nationalmannschaft und drei Schüler in der  Türkischen Nationalmannschaft der WFMC. Außerdem ist er  Deutscher Vizemeister 2014 der WFMC. Klingt nach einem Trainer, der auch von seinen Schülern viel fordert – aber, dass stimmt nicht ganz. "Talente werden bei uns gefördert, aber dennoch kann bei uns jeder mitmachen, der Spaß am Sport hat. Viele unserer Mitglieder, gerade Kinder und Jugendliche, werden von Ärzten geschickt, um ihre Fitness und Koordinationsfähigkeit zu verbessern." Im Kampfsport geht es nicht darum, wahllos um sich zu schlagen und zu treten. Hinter allen Kampfsportarten steht eine Philosophie, eine Lehre von Körper und Geist, die sich letztlich auf alle Bereiche des eigenen Lebens positiv auswirkt.

"Wir arbeiten mit jedem Schüler individuell und gehen seine Probleme durch den Kampfsport konkret an."  Manche seiner Schüler, die beispielsweise an ADHS litten, konnten ihre Hyperaktivität durch den Sport in den Griff bekommen und brauchten dadurch auch keine Medikamente mehr. Andere wurden in der körperlichen Motorik besser, leben disziplinierter oder verloren an Übergewicht. Sportliche Erfolge können die Schüler der Kampfkunstschule Yen natürlich auch verbuchen: So holten sie beispielsweise bei der Weltmeisterschaft in Kroatien 3 x Gold (Weltmeister), 4 x Silber und 1 x Bronze. Für viele Kinder und Jugendliche ist die Hochdahler Kampfkunstschule in der Willbecker Straße schon so etwas wie ein zweites Zuhause geworden. "Bei uns können die Jungs und Mädels sich auspowern, gleichzeitig aber auch Grenzen kennenlernen und soziales Miteinander erleben."