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Bridge: Das Spiel mit Köpfchen

Bridge: Das Spiel mit Köpfchen
Margot Holte (Mitte) ist mit ihren stolzen 91 Jahre das älteste aktive Mitglied im Bridgeclub. Vereinsvorsitzende Maria Peters (re.) und Klaus Möller (Clubpunkt Sekretär) sind ebenfalls der Leidenschaft zum Bridge verfallen. FOTO: Nicole Gehring
Alt-Erkrath. Margot Holte erinnert sich noch gut an die Anfänge des heutigen Bridgeclubs Erkrath- Hochdahl ‘69 e.V. "Gegründet wurde der Verein von Horst Hartmann, der in russischer Gefangenschaft stets mit drei weiteren Insassen Bridge spielte. Die Herren haben sich im Gefängnis aus Pappe Karten gebastelt, um spielen zu können. Das Spielen konnte er auch nach seiner Freilassung nicht aufgeben und gründete vor beinah 50 Jahren den Verein", weiß die mittlerweile 91 jährige Erkratherin.

(tb) Dass es ihr mit dem Bridge ebenso ergeht, wird schnell deutlich. Als ältestes aktives Mitglied spielt Margot Holte beinah wöchentlich in den Vereinsräumen an der Gerberstraße in der Begegnungsstätte der Caritas. "Ich freue mich jedes Mal auf die Geselligkeit und das Miteinander. Bridge ist ein Spiel, bei dem man stets dazulernt. Man weiß nie, was auf einen zukommt." Dessen ist sich auch Vereinsvorsitzende Maria Peters sicher. Seit zehn Jahren ist sie festes Mitglied und besucht regelmäßig die Trainingstreffen. "Ich habe schon als Kind mit dem Bridgespielen angefangen und eigentlich nie damit aufgehört."

Bridge, das ein ist Spiel für die Ewigkeit. "Wer sich einmal die Zeit genommen hat, es zu erlernen, der hört so schnell nicht mehr damit auf", sind sich die Damen einig. Dabei ist es gar nicht so einfach, das komplexe Kartenspiel zu erlernen. "Mal eben zwischendurch erlernt man Bridge nicht. Da gehört schon eine ordentliche Portion Kartenverständnis zu", erklärt die Vorsitzende weiter. Dass die beiden Frauen mit ihrer Leidenschaft nicht alleine sind, beweist jedoch die Mitgliederstärke des Traditionsvereins. Rund 130 Mitglieder nehmen an regelmäßigen Trainingseinheiten teil. "Wir haben sogar vier Ligamannschaften, die entweder auf Regional- oder Bezirksebene spielen."

Dass der Spaß im Vereinsleben nicht zu kurz kommt, beweist ein Blick auf den Jahreskalender. Gemeinsame Weihnachtsfeiern, das traditionelle Frühlingsturnier im benachbarten Arcadia Hotel oder weitere Ausflugstermine fördern neben dem Spiel das Miteinander der Mitglieder. Dabei ist Bridge an sich schon ein Kartenspiel, das auf die Gemeinschaft setzt. "Man spielt immer paarweise und muss mit seinem Partner zusammenarbeiten. Einzelkämpfer sind beim Bridge fehl am Platz", so Peters.
Das Können bei regelmäßigen Turnieren auf den Prüfstand zu stellen, gehört mit zum aktiven Vereinsleben. Alleinstellungsmerkmal für den Verein dürften die rheinischen Mixed- Meisterschaften sein, die jährlich im Pfarrsaal der Gemeinde Haan-Gruiten ausgetragen werden.

"Die Meisterschaft finden in diesem Jahr bereits zum 32. Mal statt", verrät Maria Peters stolz. Ein weiterer Jahreshöhepunkt ist der bereits 5. Städtewettkampf, bei dem der Bridgeclub Erkrath- Hochdahl unter anderem gegen die Städte Ratingen und Düsseldorf antritt. "Unser Verein ist recht groß. Ein solcher Zulauf ist nicht selbstverständlich." Damit der Nachwuchs nicht abebbt, nehmen sich die Mitglieder für jeden neuen Interessenten ausgiebig Zeit. "Wir schicken niemanden weg, der das Bridge-Spiel erlernen möchte. Es ist jeder herzlich Willkommen. Sinnvoll ist es jedoch, ausreichend Geduld mitzubringen. Bridge erlernt man nicht über Nacht." Und wer sich zwischen den Trainingseinheiten weiterbilden möchte, für den hält die Bücherwelt ausreichend Lehrmaterial bereit. Auf die Karten, fertig, los!

Info:
Nähere Informationen zum Bridgeclub Erkrath- Hochdal 69 e.V. unter www.bc-erkrath.de.